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Jörg Diekneite Ricarda Regina Ludigkeit

Lukas Hemleb

«Das Besondere an Lukas Hemleb ist, dass er immer woanders ist, als man ihn erwartet», konnte man in der Presse vor einigen Jahren lesen. Seine Arbeit ist im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitend, sowohl was geographische Grenzen als auch was ästhetische Barrieren betrifft. Begonnen hat seine Laufbahn in Deutschland, wo er geboren und aufgewachsen ist, und als Regieassistent erste Erfahrungen sammelte. Doch bekannt geworden ist er mit seiner Arbeit vor allem in Frankreich, wo er seit über zwanzig Jahren lebt, nach Stationen in Italien, Belgien und Afrika. In den letzten Jahren prägten seine Arbeit lange Aufenthalte und Projekte in Taiwan, China und Japan.

Vor allem seine Inszenierungen an der «Comédie-Française» erlangten auch außerhalb Frankreichs Aufmerksamkeit: sein Dindon (Der Gefoppte) von Feydeau wurde mehrmals bei ARTE gezeigt, und sein Misanthrope (Der Menschenfeind) von Molière wurde auf Tournée auch in Brüssel und in Madrid aufgeführt. Sein Repertoire reicht von Dante und Shakespeare bis zu einem breiten Spektrum von zeitgenössischen Autoren, und war in vielen Theatern in Paris und ganz Frankreich zu sehen. Besonderes Interesse galt dabei der russischen Literatur: Dichtern wie Daniil Charms, Ossip Mandelstam und Marina Zwetajewa, für die er musikalisch-theatralische Ausdrucksformen fand, und die er auch in Moskau inszenierte.

Parallel dazu entwickelte sich eine immer intensivere Beschäftigung mit der Oper, wo sein Interesse nicht nur dem klassischen Repertoire sondern auch Werken aus der barocken Frühzeit wie auch Kompositionen der Gegenwart gilt. Mit dem Dirigenten Thomas Hengelbrock wurde verkannten Meisterwerken wie Agostino Steffanis Niobe und Alessandro Scarlattis Telemaco zu neuer Geltung verholfen. In den letzten Jahren waren seine Inszenierungen bei den Schwetzinger Festspielen, beim Festival in Aix-en-Provence, in Lissabon, in London, Paris, Wien zu sehen. Seine letzten Arbeiten galten Wagners Lohengrin in Madrid und Glucks Iphigénie en Tauride in Genf.