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spielzeit-2012-2013
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Franz Liszt, Béla Bartók, Ludwig van Beethoven

1. Philharmonisches Konzert

Solistin: Vilde Frang (Violine) | Dirigent: Georg Fritzsch
Inhalt   |   Besetzung   |   Bilder
Sonntag | 11. September 2011 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 12. September 2011 | 20 Uhr | Kieler Schloss


Franz Liszt (1811-1886): Mephisto-Walzer
Béla Bartók (1881-1945): 1. Violinkonzert
Ludwig van Beethoven (1770-1827): 3. Sinfonie (Eroica)

Solistin: Vilde Frang (Violine)
Dirigent: Georg Fritzsch

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Die Eröffnung der neuen Konzertsaison fungiert gleichzeitig als eine Art klingende Brücke zur letzten Saison und als Beitrag zum Liszt-Jahr 2011, denn nach der Dante-Sinfonie in diesem Sommer folgt nun im Herbst mit dem Mephisto-Walzer eine furiose Fortsetzung lisztscher Programmmusik. Als Gegenstück zu dem verklärten Gotteslob, das Dante eine Vision himmlischer Herrlichkeit gewährte, entführt der Walzer in die nicht minder beeindruckende Welt dämonischer Vergnügungen. In diesem „Tanz in der Dorfschänke“ nach Nikolaus Lenaus episch-dramatischem FAUST-Gedicht verdeutlichen die sich zu Beginn übereinander aufschichtenden Quinten, wie der Höllenfürst sein gewaltiges „Instrument“ Orchester stimmt, um es dann gnadenlos in einen immer wilderen Tanz zu treiben. Fausts melodisch verführerisches Werben um eine junge Frau wird hingegen mit einer leidenschaftlichen Nacht im Wald belohnt.
Weniger Glück scheint Bartók gehabt zu haben, denn sein 1. Violinkonzert ist eine künstlerische Verarbeitung seiner unglücklichen Liebe zu der ungarischen Geigerin Stefi Geyer. Während sich der Kopfsatz – laut Bartóks eigenen Worten „das musikalische Bild der idealisierten Stefi, überirdisch und innig“ – als Lyrismus von stellenweise fast spätromantischer Süße entpuppt, präsentiert das tänzerisch-rhythmisch geprägte Allegro giocoso ein „amüsantes Portrait der lebhaften Stefi“, das durch kompositorische Neuerungen wie polytonale Klangkombinationen auch schon heftig mit der Moderne flirtet. Die beeindruckenden technischen Finessen, die Bartók seiner damals 20-jährigen Angebeteten „in die Finger“ schrieb, bieten ein geradezu ideales „Spielfeld“ für unsere Solistin, die 25-jährige Norwegerin Vilde Frang, die wie Stefi Geyer schon als geigendes Wunderkind für Furore sorgte und in die sich der Komponist wohl mit Sicherheit ebenfalls verliebt hätte.
Ebenfalls als ein „Verehrungswerk“, jedoch in etwas abstrakterer Form, erscheint Beethovens berühmte 3. Sinfonie, die sogenannte EROICA. Neben der legendären Widmung an den französischen „Helden“ Napoleon, welche Beethoven nach dessen selbstherrlicher Kaiserkrönung allerdings wieder zurückgezogen hat, offenbart sich auch in rein musikalischen Gesichtspunkten die Idee des Heroischen, so z.B. in der außergewöhnlichen kompositorischen Dichte des Werks. Bis dahin ungehört war wohl auch die Intensität des 2. Satzes, einer kontrastreichen Marcia funebre, oder die kunstvolle Verquickung von Fuge und Variationsprinzip im Finale, die das Klassische zum wahrhaft Großen und Außergewöhnlichen adelt.
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Erstellungsdatum: 21. 05. 2012 um 15:15 Uhr.
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