Zurück zur Startseite
Ticket Shop
Tosca
spielzeit-2012-2013
Das Spielzeitheft 2012/2013 als PDF zum ↓ Download.
Navigation
Bereichs-Grafik

Inhalt
Giuseppe Verdi

Die Lombarden

- in italienischer Sprache mit deutschen Übertexten -
Inhalt   |   Besetzung   |   Bilder   |   Video   |   Presse

I Lombardi

Die Hauptstadt des nördlichsten deutschen Bundeslandes ist in den vergangenen Jahren immer wieder eine Opernreise wert gewesen, auch und vor allem wenn es um die Reanimierung vergessener Werke der Musiktheatergeschichte ging. Zu Beginn dieser Spielzeit hatte sich die Oper Kiel Verdis frühen "Lombarden" gewidmet und für diese weitere programmatisch mutige, mit Verve umgesetzte Tat begeisterte Zustimmung beim Premierenpublikum geerntet.

Die Regie führt die von praktisch allen großen Konfessionen für sich in Anspruch genommene Beglaubigung, im Namen Gottes zu handeln, mit einfachen Mitteln klar vor Augen. Als kompaktes, gleichsam durch feine Details variabel nutzbares Einheitsbühnenbild (Dorit Lievenbrück) dient eine deutliche Reminiszenz an die Jerusalemer Grabeskirche, spirituelles Zentrum von sechs christlichen Glaubensrichtungen, die der Regisseur dann auch auf der Bühne just zum "Jeursalem"-Chor (3. Akt) in subtiler Schärfe aufeinanderprallen lässt.

Der neue Erste Kapellmeister, Leo Siberski, legte zum Einstand eine fulminante Premiere hin, bewies Stilsicherheit und Gestaltungswillen, forderte unerbittlich exakt eingehaltene, doch agogisch mitatmende Rhythmik und feuerte das hoch motivierte, sauber und viril aufspielende Orchester punktgenau zu jenem musikalischen Furor an, der den frühen Opern Verdis ihren unwiderstehlichen Drive verleiht.

Ein Sonderlob gebührt dem Sologeiger Maximilian Lohse, der das wunderbare Solo zu Beginn des vierten Aktes eindrucksvoll auf offener Bühne spielen durfte - in die Szene integriert als surrealer Todesbote vor einem schwarzen Sarg. Ein subtiler, atmosphärisch dichter Moment.

Großen und berechtigten Jubel gab es auch für Chor und Extrachor der Oper Kiel. Die Choristen standen ihren Kollegen im Graben in keinem Punkt nach: Homogen, klangmächtig und bemerkenswert akkurat selbst in den schnelleren Passagen wurden in der Einstudierung von David Maiwald die vielen groß angelegten Chornummern zu Höhepunkten.

Die junge polnische Sopranistin Agnieszka Hauzer verfügt über genau jenen dramatischen Furor in der Stimme, um in der Partie der Giselda Effekt zu machen, was ihr auch gelang.

Yoonki Baek als Oronte wusste mit strahlendem Höhenglanz, sicherer Technik und gutem Stilgefühl für sich einzunehmen. In der groß angelegten Hauptpartie des Pagano beeindruckte Petros Magoulas mit Kondition und Emphase, die den vielschichtigen Charakter des böswilligen, rachsüchtigen Bruders und versehentlichen Vatermörders, der zu später, tief empfundener Sühne findet, eindringlich nachzeichnete.

Ralf Tiedemann, Das Opernglas
Samstag, 24. September 2011

Kreuzzug ins Heiligtum der Oper - Glänzender Sieg für Verdis I Lombardi

Unter der Regie von Uwe Schwarz und dem Dirigat von Leo Siberski erringt die Kieler Oper zum Spielzeitauftakt einen glänzenden Sieg für Giuseppe Verdis frühes Werk I Lombardi.

Regisseur Uwe Schwarz findet zu eindringlichen, sinnvollen Bildern, aus denen die Hauptfiguren leuchtend hervortreten. Am schönsten Giselda als kämpfende und doch Frieden stiftende Frau.

Wuchtige Chöre, schwelgende Klangbögen, schmetternde Akkordfolgen, schmelzende Kantilenen, innige Gebete, dramatische Ausbrüche - alles ist in der I Lombardi-Komposition schon angelegt. Und bei Leo Siberski in guten Händen. Denn der neue Erste Kapellmeister und Stellvertretende Generalmusikdirektor der Kieler Oper sorgt mit dem Philharmonischen Orchester für kultivierte Ordnung und musikalische Leidenschaft. Dazu präsentiert er die von David Maiwald präzis einstudierten Opern- und Extrachöre in der erstaunlichen Wandlungsfähigkeit, die die Partitur von den Ensembles einfordert.

Bald dominiert die junge Sopranistin Agnieszka Hauser souverän ein homogen auftretendes Solistenensemble: Ihre Interpretation der Giselda erfüllt schnell alle Erwartungen an die anspruchsvolle und strapaziöse Partie: weich geführte Linie, gläserne Koloratur, gefühlsstarke Intensität, kämpferische Attacke.

Mit überzeugender sängerischer Steigerung zeigt Petros Magoulas die Saulus-Paulus-Verwandlung des finsteren Pagano zu einem um Buße und Vergebung bemühten Eremiten. Yoonki Baek gibt dem Oronte einen strahlenden, aber in Todesahnung auch dunkel schimmernden Tenorglanz.

Der Kreuzzug der Kieler Oper für Verdis Frühwerk I Lombardi aber dürfte sein Ziel erreicht haben. In seiner statuarischen und würdevollen Ausgestaltung wurde es bei der Premiere gefeiert, als gehöre es von nun an ins Heiligtum des Musiktheaters: auf die Bühne.

Christoph Munk, Kieler Nachrichten
Montag, 26. September 2011

Unbekannter Verdi als Kirchenoper

Tragendes Element des Stückes ist, wie im vorangegangenen "Nabucco", der (von David Maiwald vorzüglich einstudierte) Chor, ob er sich nun in Kreuzritter, Pilger oder Moslems verwandelt. Typischer Verdi auch der von Leo Siberski straff und differenziert herausgearbeitete Orchesterpart, mit plakativen Kontrasten und schmissigen Rhythmen. Das Solistenensemble überragt Petros Magoulas als Pagano mit seinem ausdrucksstarken Bass, und als typischer Belcanto-Tenor weiß sich Yoonki Baek gut zu behaupten.

Dem Kieler Publikum gefiel dieser frühe Verdi sehr.

Wolfgang Butzlaff, Schleswig-Holsteinische Landeszeitung
Montag, 26. September 2011

Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug

Musiziert und gesungen wird auf sehr hohem Niveau. Da ist zunächst der sehr präzise von David Maiwald einstudierte Chor des Theaters Kiel zu nennen, der die anspruchsvolle Partie äußerst klangschön ausfüllt und deutlich macht, dass dieses Werk zumindest musikalisch mit seinem Vorgänger "Nabucco" mithalten kann. Die Preisung Jerusalmes im dritten Akt ist beinahe so eingänglich wie der Gefangenenchor aus der ein Jahr zuvor komponierten Oper. Fred Hoffmann gibt mit heldenhaftem Tenor einen glaubwürdigen Kreuzritter Arvino. Agnieszka Hauzer, die ab dieser Spielzeit fest zum Ensemble in Kiel gehört, überzeugtals Giselda mit dramatsichem Sopran und trifft auch die Spitzentöne mit scheinbarer Leichtigkeit. Yoonki Baek stattet ihren Liebhaber Oronte mit kräftigem Tenor aus.

Star des Abends ist Petros Magoulas, der es als Pagano mit seinem profunden Bass versteht, zum einen das Diabolische zu vermitteln, was ihn zum Vatermörder werden lässt, zum anderen aber auch der Reue Ausdruck zu verleihen, die er als Eremit empfindet und die letztendlich kurz vor seinem Top zur Versöhnung mit dem bruder führt. Auch die weiteren Partien sind stimmlich gut besetzt. Der neue erste Kapellmeister Leo Siberski zaubert mit dem Philharmonischen Orchester Kiel einen fulminanten Verdi-Klang aus dem Orchestergraben, der verständlich macht, warum Verdi bis heutefür viele als der erfolgreichste italienische Opernkomponist aller Zeiten gilt.

Der Mut der Oper Kiel, die Spielzeit mit einem selten gespielten und von der Musikwissenschaft kontrovers diskutierten Frühwerk Verdis zu eröffnen, wird dank der hervorragenden musikalischen Umsetzung und der szenischen Stimmigkeit der Inszenierung mit großem Erfolg belohnt. Ein Besuch dieser Inszenierung ist sehr empfehlenswert.

Thomas Molke, Online Musik Magazin
Montag, 26. September 2011
QR-Code QR-Code fuuml;r die Seite: /kontakt/spielzeit/die-lombarden/presse.htm Mit diesem QR-Code können Sie, ein Smartphone mit installierter QR-Code-Lesesoftware vorrausgesetzt, direkt zu der URL springen, von der dieser Internetausdruck erstellt wurde. Beachten Sie bitte, dass die Webseiten dynamisch erstellt wurden und daher die Information des QR-Codes veraltet sein könnte.

Erstellungsdatum: 21. 05. 2012 um 15:46 Uhr.
Suche
Werbung Die Webseite des Theater Kiel wurde durch unsere Sponsoren ermöglicht.sponsored by
Footer