Tobias Rausch (lunatiks produktion) nach Thomas Mann
Felix Krull und seine Erben (Uraufführung)
Felix Krull empfindet sich als Sonntagskind, vom Schicksal zu etwas Höherem erkoren. Deshalb sei es ihm erlaubt, seinem Glück etwas auf die Sprünge zu helfen, wenn die reale Welt ihm Steine in den Weg legt. Sein zartes Wesen ist zum Beispiel mehr für die freie Entfaltung als für das stramme Lernen in der Schule geschaffen. Daher darf er krank spielen, sich seiner selbst widmen und das auch noch sein Recht nennen. Später sitzt er seinem Paten, dem Maler Schimmelpreester, in verschiedenen Kostümen Modell, wird der „echte, romantische“ Freund der Prostituierten Rosza, der Gespiele der reichen Madame Houpflé und geht als Doppelgänger des Marquis de Venosta auf Reisen. Er studiert die Welt genau und durchschaut, wie sie funktioniert. In diesem System bewegt er sich dann so, wie es ihm zum Vorteil gereicht. Dabei kämpft er nicht für bestimmte Ideale zur Verbesserung der Welt oder der Gesellschaft, sondern nur für das eigene eitle Fortkommen. Thomas Mann konterkariert in seinem Romanfragment „Die Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull“ eine Lebensbeichte, indem er sie von einem Nichts-Bereuenden erzählen lässt.
Auch in unserem Alltag begegnen uns Erben von Felix Krull. Immer dann, wenn die Wahrnehmung der eigenen Identität nicht mit der Erscheinung in der realen Welt zusammen passt, muss nachgeholfen werden. Tobias Rausch und sein Rechercheteam haben sich auf die Suche nach besonders kreativen Verwandlungskünstlern gemacht. Dabei haben sie nach Hochstaplern geforscht, denen es nicht im Kern um die materielle Bereicherung durch Betrug geht, sondern um die Annäherung des Selbst an eine gewünschte Identität.
Die Interviews wurden sowohl in Kiel als auch deutschlandweit, in Österreich und der Schweiz geführt. Die Gesprächspartner, jeweils Hochstapler und deren Opfer, haben Geschichten erzählt, die über das Klischee wie zum Beispiel des Heiratsschwindlers weit hinausgehen – Was macht die Faszination aus, sich für jemand anderen auszugeben? Wo stößt die Lüge nicht nur an strafrechtliche Grenzen, sondern wird darüber hinaus in Bezug auf Pietät und moralische Normen fraglich?
Tobias Rausch hat mit dem Schauspielensemble gemeinsam aus den Interviews von heute und dem Romanfragment von Thomas Mann einen Theaterabend kreiert, der echte Geschichten mit allgemeinen Fragen über Lüge, Identität und Illusion verbindet.
Premiere: 5. April 2012
Auch in unserem Alltag begegnen uns Erben von Felix Krull. Immer dann, wenn die Wahrnehmung der eigenen Identität nicht mit der Erscheinung in der realen Welt zusammen passt, muss nachgeholfen werden. Tobias Rausch und sein Rechercheteam haben sich auf die Suche nach besonders kreativen Verwandlungskünstlern gemacht. Dabei haben sie nach Hochstaplern geforscht, denen es nicht im Kern um die materielle Bereicherung durch Betrug geht, sondern um die Annäherung des Selbst an eine gewünschte Identität.
Die Interviews wurden sowohl in Kiel als auch deutschlandweit, in Österreich und der Schweiz geführt. Die Gesprächspartner, jeweils Hochstapler und deren Opfer, haben Geschichten erzählt, die über das Klischee wie zum Beispiel des Heiratsschwindlers weit hinausgehen – Was macht die Faszination aus, sich für jemand anderen auszugeben? Wo stößt die Lüge nicht nur an strafrechtliche Grenzen, sondern wird darüber hinaus in Bezug auf Pietät und moralische Normen fraglich?
Tobias Rausch hat mit dem Schauspielensemble gemeinsam aus den Interviews von heute und dem Romanfragment von Thomas Mann einen Theaterabend kreiert, der echte Geschichten mit allgemeinen Fragen über Lüge, Identität und Illusion verbindet.
Premiere: 5. April 2012
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Beachten Sie bitte, dass die Webseiten dynamisch erstellt wurden und daher die Information des QR-Codes veraltet sein könnte. Erstellungsdatum: 21. 05. 2012 um 15:55 Uhr.




