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1. Philharmonisches Konzert

Johannes Brahms (1833-1897)        2. Sinfonie D-Dur, op. 73 (1877)

 

Solist Gerhard Oppitz (Klavier) Artist in Residence
Dirigent Georg Fritzsch

 

Regers einziges Klavierkonzert erweist sich in mehrfacher Hinsicht tatsächlich als einzigartig. So entstand das opulente Werk von geradezu sinfonischem Charakter in nur sechs Wochen, wobei es dennoch Regers meisterhafte Beherrschung der thematischen Verarbeitung bestens offenbart. Der Solopart, der von wuchtigen Akkordpassagen bis zu Abschnitten von glitzernder Feingliedrigkeit reicht, gilt indessen als außergewöhnlich schwierig und effektvoll; wohl mit ein Grund, warum bei der amerikanischen Erstaufführung vom begeisterten Publikum als Zugabe die Wiederholung des gesamten letzten Satzes gefordert wurde. Was für einen passenderen Solisten gäbe es also für dieses Werk als den deutschen Ausnahmepianisten Gerhard Oppitz, dessen Einspielung des Konzerts 1988 zu den Jahrhundertaufnahmen zählt, und der in Kiel unter vielem anderen mit einer ebenso spektakulären wie umjubelten Beethoven-Hommage glänzte, als er 2012 alle fünf Klavierkonzerte an einem einzigen Abend interpretierte.

Brahmsʼ 2. Sinfonie ist laut Joachim Kaiser »Musik für Brahms-Verächter, die eigentlich keine mehr sein können, wenn sie diese Zweite erlebt haben«. Ihre einmalige Mischung aus breit strömender Melodik und grandioser Dramatik muss bereits das damalige Publikum von den Sitzen gerissen haben, denn die Uraufführung 1877 in Wien geriet zu einem Sensationserfolg. Schon die frühen Rezensenten attestierten der Sinfonie einen »natur-poetischen« Charakter, der wohl ganz eindeutig von ihrem Entstehungsort, dem lieblichen Pörtschach am Kärntner Wörther See, beeinflusst sei. Tatsächlich schien nach Brahmsʼ 15-jährigem, beethovenbelasteten Ringen um seine 1. Sinfonie nun endlich »der sinfonische Knoten geplatzt«, denn für seine angeblich so pastorale Zweite benötigte er nur wenige Monate. Dennoch besitzt dieses Werk auch dunkle Seiten, und Brahms selbst wies immer wieder auf ihre Doppelbödigkeit hin, auf den dämonischen Unterton, der sich hier klammheimlich ins bukolische Arkadien geschlichen hatte. Zunächst ist davon freilich wenig zu merken. Der 1. Satz begrüßt seine Hörer in wohlig-wiegendem Dreivierteltakt, wobei die Hörner einem sogleich das kantable Hauptthema ans Herz legen. Wenig später wird diese Idylle allerdings von düster-chromatischen Einwürfen der Pauken und Posaunen getrübt, und im ebenso melodiereichen 2. Satz überzieht ein wehmütiger Schatten die vorgebliche Heiterkeit. Folgender Ausspruch dürfte allerdings zu den ironischen Übertreibungen gehören, mit denen Brahms seine Freunde gerne mal hinters Licht führte: »Die Partitur muss mit Trauerrand erscheinen.« Ein reichlich absurder Wunsch, wenn man des mitreißenden Sinfonieschlusses mit seinem schattenlos schmetternden Hörner- und Trompetenklang gedenkt.   

 

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

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Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2016/17) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).