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3. Philharmonisches Konzert

Sonntag | 20. November 2016 | 11.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 21. November 2016 | 20.00 Uhr | Kieler Schloss

    
Max Reger (1873-1916)                    
Variationen und Fuge über ein lustiges Thema von J.A. Hiller, op. 100 (1907)      

Robert Schumann (1810-1856)                
Missa Sacra c-Moll, op. 147 (1861)                                  

                                    
Solisten: Mitglieder des Opernhauses
Opernchor des Theaters Kiel
Philharmonischer Chor Kiel
Dirigent Georg Fritzsch

 

Seine Hiller-Variationen »entlarven« Reger einmal mehr als musikalisch schillerndes Chamäleon und damit eines der staunenswertesten Phänomene der Musikgeschichte. Seine herausragende Gabe, sich historische Stilvorbilder anzueignen und mit seiner eigenen, stark entwickelten Erfindungskraft zu kombinieren, führte unter anderem zu zahlreichen Variationszyklen, sowohl über eigene als auch fremde Themen. Die Hiller-Variationen gerieten so zu einem seiner gewichtigsten und umfangreichsten Orchesterwerke. Ihr Thema grub Reger aus dem 137 Jahre zuvor entstandenen Singspiel Der Ärndtekranz des Komponisten und Thomaskantors Johann Adam Hiller aus. »Gehe, guter Peter, gehe« ließ das Original verlauten, was Reger anscheinend als »Komponiere, guter Max, komponiere« auffasste, denn er fand, dass dieses einfache Liedchen geradezu nach Variationen schreie. »Urfidel« schüttelte er dessen Elemente kaleidoskopartig durcheinander und schickte es auf eine fantasievolle Reise durch verschiedenste Ausdruckscharaktere: vom brahmsischen Kantabile über scherzoartige und martialische Variationen bis hin zu einer irrwitzigen Tarantella, so dass man beinahe glaubt, ein Musikdrama in 12 Akten zu erleben. Aber zum Glück kulminiert dieses dann in einem monumentalen »Happy End«: nach regerscher Manier natürlich in Form einer alles krönenden Schlussfuge.    

Schumanns weitgehend unbekannte hochromantische Missa sacra gilt als ein Meisterwerk der geistlichen Musik des 19. Jahrhunderts. In seinen Düsseldorfer Jahren begann der Komponist, sich für das Sakrale zu erwärmen und bekannte: »Der geistlichen Musik die Kraft zuzuwenden, bleibt ja wohl das höchste Ziel des Künstlers.« Dabei ging es Schumann weniger um eine bestimmte Konfession als um ein quasi ökumenisches, naturreligiöses Grundgefühl, das im Zeitalter des Sturm und Drang viele Künstler ähnlich empfanden. So ist die Missa sacra auch nicht als strenge Zeile-für-Zeile-Vertonung einer katholischen Messe zu verstehen, sondern eher als eine Übertragung bestimmter religiöser Grundstimmungen in Musik. Gerade das Sanctus offenbart eine so gefühlvoll auskomponierte Andacht, wie sie wohl nur eine empfindsame Seele wie diejenige Schumanns erfinden konnte. In seiner ausgedehnten virtuosen Schlussfuge auf das Wort »Amen« scheinen sich dabei alle Emotionen der vorangegangenen Texte wie in einem lange angestrebten Ziel zu vereinigen, und Clara Schumann schwärmte nach der posthumen Uraufführung des Werks 1861: »Im Sanctus sind einzelne Sätze von so wundervoller Klangwirkung, dass es einem kalt über den Rücken rieselt.«

 

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2015/16) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).