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3. Philharmonisches Konzert

Sonntag, 19. November 2017 | 11.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag, 20. November 2017 | 20.00 Uhr | Kieler Schloss

 

Franz Schubert (1797 – 1828)
7. Sinfonie h-Moll, D 759 (1865) Die Unvollendete

Anton Bruckner (1824 – 1896)
3. Sinfonie d-Moll, WAB 103 (1877)

 

Dirigent Georg Fritzsch

 

Anlässlich der Uraufführung von Schuberts Unvollendeter im Jahr 1865 wusste der Wiener Kritiker Eduard Hanslick von einer besonderen Art von »Schubertfreunden« zu berichten. Diese haben »zwei oder drei Perlen aus Schuberts Nachlass ins Trockene gebracht, halten sie aber vor lauter Freundschaft für den Verewigten und lauter Verachtung der Lebenden in irgend einem Koffer verschlossen, mit dessen Schlüssel sie sich zu Bette legen.« Die Perle, die Hanslick zu Gehör bekommen hatte, ist das auf 1822 datierte Sinfoniefragment in h-Moll. Gut möglich, dass Schubert selbst nicht wusste, wie er schlüssig an die zauberhafte Musik der ersten beiden Sätze anknüpfen sollte. 40 Jahre lang saßen die »Schubertfreunde« Anselm und Joseph Hüttenbrenner, denen der Komponist die Partitur überlassen hatte, auf ihrem Schatz. Der spätere Wiener Hofkapellmeister Johann Herbeck kitzelte ihn hervor.

»Symfonie in Dmoll Sr Hochwohlgeboren Herrn Herrn [sic!] Richard Wagner, dem unerreichbaren, weltberühmten und erhabenen Meister der Dicht- und Tonkunst in tiefster Ehrfurcht gewidmet von Anton Bruckner.« So lautet die Dedikation von Bruckners 3. Sinfonie, mit deren Manuskript der Tonsetzer 1873 nach Bayreuth gereist war, um sie dem »Meister aller Meister« persönlich zur Widmung anzutragen. (Otto Böhler hat diese Szene später in schönen Scherenschnitten illustriert.) Bis zur endgültigen Aufführungsreife war es ein steiniger Weg: Als die Sinfonie 1877 in revidierter Form unter Bruckners eigener Leitung erstmals erklang, verließen die Zuhörer scharenweise den Saal. »Vielleicht eine Vision, wie Beethovens Neunte mit Wagners Walküre Freundschaft schließt und endlich unter die Hufe ihrer Pferde gerät«, lästerte Hanslick. Erst nach einer weiteren Umarbeitung 1888/89 machte Bruckner seinen Frieden mit der »Wagner-Symphonie«.

 

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2017/18) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).