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5. Philharmonisches Konzert

Spielstätte: Kieler Schloss
So 15.01. 11:00 Karten
Mo 16.01. 20:00 Karten

Sonntag | 15. Januar 2017 | 11.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 16. Januar 2017 | 20.00 Uhr  | Kieler Schloss
 
    
Georg Friedrich Händel
(1685-1759)        
Wassermusik: 1. Suite F-Dur, HWV 348 (um 1717)    

Arcangelo Corelli (1653-1713)                            
Concerto grosso D-Dur, op. 6 Nr. 4 (um 1713)       

Antonio Vivaldi (1678-1741)
Flötenkonzert g- Moll, op. 10 Nr. 2 RV 439 La Notte (um 1729)        
    
Francesco Geminiani (1687-1762)
Concerto grosso d-Moll La Follia (um 1726)
    
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
2. Orchestersuite h-Moll, BWV 1067 (um 1739)

        
Solist Andreas Blau (Flöte)
Dirigent Gianluca Capuano

 

Dass Barock-Musik zumeist ein Guter-Laune-Garant ist, beweist allein der anhaltende Erfolg der Kieler Barock-Opern. Diese Spielzeit präsentiert der italienische Barock-Spezialist Gianluca Capuano ein reizvolles Pendant im Konzertsaal. Ob Händels Musik zu den Aufsehen erregenden Bootsfahrten, mit denen King George I. sein Image beim englischen Volk aufpolieren wollte, wirklich alte Differenzen des Komponisten mit seinem ehemaligen Dienstherren beseitigen sollte, ist nicht mehr nachprüfbar. Umso mehr hingegen die Wirkung der pfiffigen Mischung aus flotten Tanzrhythmen und festlich-repräsentativen Abschnitten, welche die drei Suiten der Wassermusik so ungemein beliebt machte. Der markante Hörnerklang der 1. Suite verrät zudem, dass Blechblasinstrumente zur Huldigung eines Herrschers schon immer unerlässlich waren.

Das Concerto grosso galt in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts als unbestrittener Spitzenreiter der Unterhaltungsmusik, was unter anderem an ihrem kurzweiligen Wettstreit zwischen einer kleinen Sologruppe und dem großen Orchestertutti liegen dürfte. Corellis Concerti grossi op. 6 fanden sogar derart großen Anklang, dass Londoner Musiker alle 12 Konzerte der Erfolgsserie hintereinander vortrugen, ohne dazwischen auch nur ein einziges Mal aufzustehen.

Das wohl berühmteste Variationsthema der Musikgeschichte, die aus Spanien stammende Folía-Melodie, trägt den vielversprechenden Namen »Verrücktheit«. Fiebrig-verrückt bis kongenial erscheinen auch die Spannungskurven von Corellis Follia-Version für Violine und Basso continuo, deren Virtuosität sein Schüler Geminiani in seiner Bearbeitung für Orchester durch die Bereicherung mit einer zweiten Sologeige noch steigerte, und dieses Concerto grosso damit zu einem Showpiece par excellence machte.

Vivaldi, ein wahrer Popstar seiner Zeit, schrieb für die damals äußerst beliebte Flöte mehr als 20 Konzerte. Im tonmalerischen La Notte entspinnt sich nach der schaurig-fahlen und von bizarren Punktierungen geprägten Einleitung ein kontrastreicher Kampf zwischen einem Schläfer und den Geistern seiner Träume, der – laut moderner Schlafforschung – tatsächlich dem Wechsel der nächtlichen Traum- und Tiefschlafphasen gleicht.    

Mit der seinen Orcherstersuiten eigenen Kombination aus französischem und italienischem »Geschmack« war Bach bereits damals topaktuell, wobei die Melange aus französischen Verzierungen, polnisch inspiriertem Fugenthema und italienischer Virtuosität in der Ouvertüre seiner h-Moll-Suite ein wohltönendes Beispiel für gelungene Integration darstellt. Die abschließende Badinerie wirkt durch die atemberaubenden Figurationen der Soloflöte hingegen fast wie eine auskomponierte Zugabe und übertrifft dabei die synthetische Kopie des Handyklingeltons spielend.  

 

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

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Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2016/17) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).