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6. Philharmonisches Konzert

Spielstätte: Kieler Schloss
So 19.03. 11:00 Karten
Mo 20.03. 20:00 Karten

Sonntag | 19. März 2017 | 11.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 20. März 2017 | 20.00 Uhr | Kieler Schloss
      

Wolfgang Amadeus Mozart
(1756-1791)                            
Sinfonie D-Dur, KV 297 (1778) (Pariser Sinfonie)
                       
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)                    
Klavierkonzert d-Moll, KV 466 (1785)                          

Richard Strauss
(1864-1949)
Der Bürger als Edelmann, op. 60 (1920)                        

                               
Solist Gerhard Oppitz (Klavier) Artist in Residence
Dirigent Georg Fritzsch

 

»Von Paris aus geht der Rhum und Name eines Mannes von grossem Talente durch die ganze Welt«, erhoffte sich Leopold Mozart, als er seinen Sohn in die Seine-Metropole beorderte. Dort musste der mittlerweile 22-jährige Wolferl allerdings feststellen, dass ehemalige Wunderkinder später oftmals besonders kritisch beäugt werden. Einen größeren Opernauftrag oder gar eine Festanstellung konnte er nicht ergattern, lediglich mit seiner motivisch prallgefüllten Pariser Sinfonie erzielte er einen beachtlichen Erfolg. Neben dem prunkvollen Charakter des Werks mag dies an seiner ausgefeilten Klangregie und sicherlich an den neuartigen theatralen Effekten und Zuspitzungen gelegen haben, die für Mozarts spätere Werke prägend werden sollten.

Dramatische Kräfte wirken auch in seinem d-Moll-Klavierkonzert, mit dem er die Grenzen der damaligen musikalischen Konventionen eindeutig sprengte. Dieses vor Ausdruckskraft berstende Werk hatte nichts mehr mit gefälliger Gesellschaftskunst zu tun, dafür wurden in der Romantik seine dunklen Leidenschaften geradezu vergöttert. Die Tonart d-Moll steht in Mozarts Schaffen meist für schicksalshafte Fügungen und Obsessionen. So erscheint sie etwa zusammen mit dem Don Giovanni-Komtur oder der vor Rache bravourös kochenden Königin der Nacht. Von ähnlich leidenschaftlichen Ausbrüchen beherrscht zeigt sich die spannungsgeladene Szenerie des 1. Klavierkonzertsatzes, wozu der jeder Erdenschwere enthobene 2. Satz den größtmöglichen Kontrast bildet. Doch die Idylle dieser »Romance« erweist sich in ihrem abgründigen Mittelteil als wunderbar doppelbödig. Und auch auf rein formalem Terrain schlug Mozart hier ganz neue Töne an, indem er das Orchester vom reinen Stichwortgeber zum ebenbürtigen Partner des Soloklaviers adelte.

Schon Molières Bürger als Edelmann ist ein Verwandlungsstück reinsten Wassers, welches mit genüsslichem Witz die mehr oder minder erfolglosen Versuche des reichen Bürgers Jourdain, zu einem »echten« Adligen zu mutieren, beschreibt. Auch die Schauspielmusik, die Strauss zu Hugo von Hofmannsthals Version von diesem Bühnen-Chamäleon schrieb, und aus der er später eine Konzertsuite zusammenstellte, glänzt mit Verwandlungskünsten. So ehrte Strauss hier mit neoklassizistischen, teils straussisch verfremdeten Stilkopien Jean-Baptiste Lully, der 250 Jahre zuvor die erste Bühnenmusik zu Molières Komödie geschrieben hatte. Darüber hinaus deutete er mittels »getürkter« Janitscharen-Musik an, wie aus Jourdains zukünftigem Schwiegersohn plötzlich ein osmanischer Prinz wird, während er den »Lachs vom Rhein« für das schmissig-walzerselige Diner aus den Wogen von Wagners Rheingold-Vorspiel angelte und die Oboe mit Verdis »La donna è mobile« kokettieren lässt: »Wie die Frauen, so meine Musik«, dachte sich wohl Strauss.              

 

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2015/16) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).