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8. Philharmonisches Konzert

Spielstätte: Kieler Schloss
So 21.05. 11:00 Karten
Mo 22.05. 20:00 Karten

Sonntag | 21. Mai 2017 | 11.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 22. Mai 2017 | 20.00 Uhr | Kieler Schloss


Igor Strawinsky (1882-1971)         
Bläsersinfonien (1920/47)                        

Sergei Rachmaninow (1873-1943)                         
1. Klavierkonzert fis-Moll, op. 1 (1900)                                                         

Sergei Prokofiew (1891-1953)                
5. Sinfonie B-Dur, op. 100 (1945)                              
        
                        
Solistin Lise de la Salle (Klavier)
Dirigent Rasmus Baumann

 

»Warum klingt Strawinsky stets wie Strawinsky?«, titelte einmal eine Doktorarbeit, und tatsächlich gibt es nur wenige Kollegen, die einen derart persönlichen Schreibstil entwickelt haben wie der russische Komponist. »Kreatives Spiel mit musikalischen Elementen, Variation und Montage, wohldosierte Klangmittel und oft kleinere Besetzungen«, würde ihm wohl ein Noten-Graphologe attestieren. Diese klingenden Markenzeichen prägen auch seine einsätzigen Bläsersinfonien (Symphonies d'instruments à vent), wobei deren Titel den Begriff Sinfonie in der vorklassischen Bedeutung des Zusammenklangs versteht. Phantasievolle Collagen und zeremoniellartige Zwiegesänge verschiedener Bläsergruppen scheinen hier gleichsam durch ein Kaleidoskop der Tempi und Klangfarben geschüttelt zu werden, während der abschließende Choral auf ein »musikalisches Gedenkblatt« für den 1918 verstorbenen Claude Debussy zurückgeht.   

Sein 1. Klavierkonzert, das immer erfolgreicher aus dem Schatten seiner berühmten Nachfolger heraustritt, schrieb Rachmaninow bereits als 18-Jähriger. Obwohl es in seinem strukturellen Aufbau Griegs berühmtem Klavierkonzert gleicht und seine Instrumentation ein wenig an Tschaikowski gemahnt, offenbart es neben der zu erwartenden jugendlichen Frische auch schon viele Merkmale von Rachmaninows späteren Werken: von üppiger Farbigkeit und triumphalen Einleitungsgesten über die enorme Virtuosität der Solostimme mit den typischen Akkordkaskaden bis hin zu der träumerischen Melancholie des 2. Satzes, die dem Hörer ein wunderbares Gefühl von Weite und Sehnsucht vermittelt, das russische Werke häufig auszeichnet.

Nach 18 Jahren im westlichen Ausland kehrte Prokofiew 1936 in die Sowjetunion zurück und bemühte sich zugleich um eine neue »Verständlichkeit« seiner Musik. So entspricht seine 5. Sinfonie mit ihren klaren Proportionen, harmonischen Abläufen und den meist sehr gesanglichen Themen gewohnten Prinzipien. »Ich konzipierte sie als eine Symphonie über die Größe des menschlichen Geistes«, ließ der Komponist verlauten, und die offizielle sowjetische Deutung sah in ihr einen klingenden Beweis für die unerschöpflichen Energien des russischen Volkes. Dennoch verleitet ein genauerer Blick in Prokofiews 1944 entstandene Partitur zu leisen Zweifeln an dieser heroisch-optimistischen Auslegung: Erzählt dieses Werk nicht auch von Unglück und Unfreiheit? Bereits im 1. Satz kippt die anfangs lyrische Stimmung durch allerlei Verfremdungen ins deutlich Ungemütliche, im Scherzo müssen Walzeranklänge einem unerbittlichen Marschrhythmus weichen und die spritzige, an Prokofiews Romeo und Julia-Ballett erinnernde Eleganz verwandelt sich unversehens in einen »Danse macabre«, während aus der Ausgelassenheit des Finales eine vordergründig zwar grandiose, jedoch ziemlich beschädigte Lebensfreude heraustönt.      

 

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2015/16) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).

 

 

Hintergrundfoto © Lynn Goldsmith