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W. I. Nemirowitsch-Dantschenko / M. I. Tschaikowski
Sergei Rachmaninow

Aleko / Francesca da Rimini

In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Zwei spannende Ausgrabungen an einem Abend: Als Neunzehnjähriger schrieb Rachmaninow seinen Opernerstling Aleko, dessen Uraufführung im Moskauer Bolschoi Theater im April 1893 großes Aufsehen erregte. 13 Jahre später wurde Francesca da Rimini ebenfalls im Bolschoi Theater uraufgeführt. In beiden Werken führt enttäuschte Liebe zu Mord aus Eifersucht.

Mit Aleko schrieb Rachmaninow eine Nummernoper nach italienisch-russischem Muster mit Orientalismen und Anklängen an Zigeunerromanzen. Aleko hat sich aus Liebe den Zigeunern angeschlossen. Als seine Geliebte Zemfira sich in einen anderen Mann verliebt und auf der Freiheit ihrer Gefühle besteht, tötet Aleko sie und ihren Geliebten. Das Libretto nach Alexander Puschkins Poem »Zygany« (Die Zigeuner) stammt von Wladimir Iwanowitsch Nemirowitsch-Dantschenko und ist dem von Georges Bizets Carmen verwandt.

Das Libretto von Francesca da Rimini nach Dantes »Göttlicher Komödie« stammt von Modest Iljitsch Tschaikowski, dem Bruder des Komponisten. Er dramatisiert das Geschehen als Rückblende, umrahmt von einem Prolog und einem Epilog in der Hölle. Der Anteil  instrumen­ta­ler Musik ist groß, die Handlung ist ins Innere der Personen verlagert.  Dante und Vergil begegnen im ersten Kreis der Hölle den verdammten Seelen, unter ihnen Francesca da Rimini und ihr geliebter Schwager Paolo. Im Mittelteil wird erzählt, wie das Liebespaar von Francescas Ehemann in eine Falle gelockt und ermordet wurde. Ein wortloser Chor intoniert das Stöhnen und Klagen der Verdammten im Prolog, im Epilog formulieren sie, dass es »keinen größeren Schmerz gibt, als sich im Elend an Zeiten des Glückes zu erinnern«. In spätromantischer Emphase spricht das Orchester von den Gefühlen, die von den Personen nicht ausgesprochen werden durften.

Premiere am 28. April 2018