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Richard Wagner

Die Walküre

- mit Übertiteln -

In eigenen Fesseln gefangen, darf Gott Wotan nicht mehr für sich selbst und seine Machtinteressen kämpfen. Er setzt nun auf die nächste Generation von Menschen und zeugt mit einer Unbekannten das Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde. Vom Vater zum Rebellen erzogen und dann allein gelassen, soll Siegmund als »freier« Mensch stellvertretend für Wotan um den maßlose Macht verleihenden Ring kämpfen. Aus der Ferne verfolgt Wotan allerdings weiterhin das Schicksal seines Sohnes und lässt zudem seine Lieblingswalküre Brünnhilde, Tochter von ihm und Göttin Erda, ein wachsames Auge auf seinen Hoffnungsträger werfen. Ehefrau Fricka lässt Wotans Gedankengebäude zusammenstürzen, als sie ihm vor Augen führt, dass der von ihm manipulierte Siegmund alles andere ist als »frei«. Da macht Brünnhilde eine für Wotan vollkommen unerwartete, unvorstellbare Entwicklung: die Verkörperung seines Willens, sein verlängerter Arm, entwickelt einen eigenen Willen, mit dem sie die Zukunft prägen wird!      

Die Walküre, der Erste Tag des Bühnenfestspiels Der Ring des Nibelungen, gilt als der populärste Teil des Opernzyklus. Musikalische Höhepunkte wie »Winterstürme wichen dem Wonnemond«, der »Walkürenritt« oder »Wotans Abschied und Feuerzauber« verbinden sich mit zwei großen Liebesgeschichten: der Liebe eines Geschwisterpaares und der Liebe zwischen Vater und  Tochter.  

Premiere am 12. März 2016

Spieldauer ca. 5 Stunden, Pausen (ca. 30 Minuten) nach dem 1. und 2. Akt

Pressestimmen

Bejubelte Walküre von der Waterkant (14.03.2016)

Der Inszenierung gelingt, was Vorrang hat - sie funktioniert. [...] Es hat etwas großartig Aufrichtiges, wenn man gewissermaßen das Weiße im Auge Wotans sehen kann, über diese sehr kurze Distanz vom Parkett zur Bühne hinweg. Mit der Geschichte geht es steil berab, mit dem Kieler "Ring" vorerst leicht bergauf.

Hamburger Abendblatt - Joachim Mischke

»Walküre« erobert Kieler Opernfreunde (14.03.2016)

Das Fraglose zuerst: Unter der Leitung von Georg Fritzsch entfaltet sich bei dieser »Walküre« höchster musikalischer Genuss. Agnieszka Hauzer und Bryan Register als inzestuös verstricktes Zwillingspaar Sieglinde und Siegmund, Timo Riihonen als archaischer Hunding, Alexandra Petersamer und Thomas Hall als konfliktbepacktes Götterpaar fricka und Wotan, Jane Dutton, die sich als Brünnhilde durch die Höhen und Tiefen vertrackter familiärer Beziehungen singt, ihre acht Walkürenschwestern und das philharmonische Orchester werden schon nach dem ersten und zweiten Akt begeistert und am Ende enthusiastisch gefeiert.

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Karin Lubowski

Das große Wagner-Bilderbuch (15.03.2016)

Der ästhetische Reiz der Inszenierung ist wieder durchaus hoch. Hundings Hütte ist ein mit echtem deutschen Eichenfurnier ausgekleideter Wohnraum mit Kamin und 50er- Jahre-Sesseln (Bühne: Norbert Ziermann, Kostüme Claudia Spielmann).  [...]

Im zweiten Aufzug begenet man Wotan (herausragend in jeder Beziehung: Thomas Hall) und seiner Lieblingstochter Brünnhilde in einem Designer-Badezimmer.  [...]

In Sachen Bühnenbild geht es im dritten Aufzug wirklich zur Sache. Die Walküren kommen mit einem Schwarm von (Video-)Kampfflugzeugen auf die Bühne, die ein Leichenschauhaus mit angeschlossenem Krematorium zeigt. Eiskalt ist diese Umgebung, in der die toten Helden gescannt und der weiteren Verarbeitung zugeführt werden. Das passt.

Lübecker Nachrichten - Jürgen Feldhoff

Mit Wotan auf Du und Du (14.03.2016)

Lange Blicke, kleine Gesten, große Worte, heiße Herzen, schlimme Konsequenzen: In Hundings Jagdpalais, wo panierte Wand-Paneele und Nierentischchen den Wirtschaftswunder-Wohlstand der 60er Jahre andeuten, strandet der gehetzte Flüchtling Siegmund. Draußen vor der Tür wacht seine Halbschwester Brünnhilde über ihn, damit der allzu menschliche Plan ihres Vaters auch ja aufgeht: Der Held soll auf Erden richten, was dem vom Ring-Fluch des Nibelungen Alberich angeschlagenen und in eigenen Verträgen verhedderten Gott Wotan nicht mehr selber möglich ist. 

Dass er sich in der Nobelhütte seines ärgsten Feindes prompt in seine zwangsverheiratete Zwillingsschwester verknallt, führt uns der Regisseur Daniel Karasek wunderbar detailfreudig und hocherotisch vor. [...]

Kieler Nachrichten - Christian Strehk

Feuerzauber in utopischer Leichenkammer (14.03.2016)

Online Musik Magazin - Thomas Molke

Entscheidung in Walhalls Badestube (13.03.2016)

Hansen & Munk - Christoph Munk

Die Walküre (01.05.2016)

Nach dem bereits hochanständigen "Ring"-Auftakt im vergangenen Frühherbst wusste die nun folgende "Walküre" vor allem gesanglich noch einmal mehr zu überzeugen. Wie bereits am Vorabend gebührte auch in dieser Premierenvorstellung die Krone Thomas Hall, der als autoritärer Göttervater erneut seinen prachtvoll-klaren und herrschaftlich-strahlenden Bariton in den Saal zu senden wusste. [...] Bryan Register gab als Siegmund eine erstklassige Visitenkarte ab. Der amerikanische Tenor verfügt über ein anziehendes Timbre und eine schmeichelnde baritonale Klangfarbe. Am ausdrucksstärksten war er (neben fulminanten "Wälse"- Rufen) in seiner großen Szene mit Brünnhilde, wo Ausdruck in Stimme und Spiel zu einem künstlerischen Ganzen verschmolzen. [...] In Aussehen und Gestik erinnerte Alexandra Petersamers Fricka entfernt an die Mimin Bette Midler. Auch diese wusste in ihren Filmen den Männern mit ihren Eitelkeiten den Kopf zu waschen. "Einen Kopf kürzer" war nach der Unterredung mit ihr auch Göttergatte Wotan - kein Wunder bei so viel weiblichem Biss und gebieterischer Persönlichkeit in der ihm entgegentretenden Stimme. [...]

Generalmusikdirektor Georg Fritzsch bot gleich zu Beginn des 1. Aktes äußerst Erfreuliches für das Ohr: Mit viel Obacht ließ er seine Musiker die erste halbe Stunde sehr leise musizieren, wodurch eine sehr interessante, entrückt-unwirkliche Stimmung geschaffen wurde. Je stärker die Musik in Wallung geriet, desto mehr kam der Klangkörper auf Hochtouren, und mit der bemühung aller entfaltete das Finale schließlich seine so wunderbare ekstatische Wirkung.

Wie im "Rheingold" erzählte Regisseur Daniel Karasek auch hier die "Ring-Geschichte solide und plausibel weiter - wobei sich Kostümbildnerin Claudia Soielmann zwar nicht so austoben konnte wie am Vorabend, aber dennoch typsichere Garderobe zu kreieren wusste. Ausstatter Norbert Ziermann ließ den 1. Akt im wohlstands-miefigen Ambiente der 1960er-Jahre spielen, während er für die staatstragende Auseinandersetzung in der Götterburg ein chic-steriles Ambiente zur Verfügung stellte. [...]

Das Opernglas - S. Martens