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Franziska Steiof / Heinrich von Kleist

Michael Kohlhaas

Das Geschäft der Rache

Einen „der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“ nennt der Dichter den Kohlhaas. „Er hätte“, erklärt Kleist, „als Muster eines guten Staatsbürgers gelten können, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte.“ Dieser überaus korrekte Mensch hatte die Schwäche, kein Unrecht ertragen zu können. Da es aber in der Welt nicht immer gerecht zugeht, war dies die Falle, die ihm das Schicksal stellte. Im Gedenken an Franziska Steiof wird sich DeichArt in seiner neusten Produktion mit ihrer Bühnenadaption über den rechtschaffenen Pferdehändler Kohlhaas auseinandersetzen, der auf seinem Rachefeldzug gegen Korruption und Ungerechtigkeit zum Gewaltverbrecher und Staatsfeind wird. „Komm, lass uns etwas Gutes tun und dabei sterben!“ Bei Steiof sind es die letzten Worte des ehemaligen Pferdehändlers Michael Kohlhaas: Ein chronischer Verlierer? Ein Racheengel? Ein Gerechtigkeitsfanatiker? Ein Terrorist? Ein rigoroser Don Quijote? Es lässt sich wunderbar über diesen Michael Kohlhaas streiten! Michael Kohlhaas ist der Rebell unter des Dichters Figuren, die sich selber Zerstörungen zufügen. Kleist letzte Worte aus dem Abschiedsbrief an seine Halbschwester Ulrike, hätten auch von Michael Kohlhaas stammen können: „...die Wahrheit ist, dass mir auf Erden nicht zu helfen war.“ Kleist nahm sich das Leben und Kohlhaas sorgte dafür, dass ihm das Leben genommen wurde.