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Sergej Prokofjew

Romeo und Julia

Ballett von Yaroslav Ivanenko, ca. 2 Stunden 40 Minuten, Pause nach dem Ersten Akt

Von den Liebestragödien und den Liebestoden, die Literatur und Bühne kennen, ist Romeo und Julia wohl die bekannteste. Die tragische Liebesgeschichte zweier junger Menschen, die trotz des Widerstands ihrer beiden verfeindeten Familien zueinanderfinden, begeistert das Theaterpublikum weltweit. Was macht diese Faszination aus? Ist es die Reinheit der Herzen und die Leidenschaftlichkeit der Liebenden, die alles versuchen, um die Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellen, zu überwinden? Oder vielleicht die Hoffnung, dass die Liebe nicht mit dem Tod endet, sondern vielmehr erst durch den Tod der Triumph der Liebe möglich wird?
Die populärste Ballettfassung von Romeo und Julia stammt sicherlich von Sergej Prokofjew. Seine 1935 fertiggestellte Komposition fand jedoch in der Sowjetunion zunächst keinen Anklang. Die Uraufführung fand daher in komprimierter Form 1938 in Brünn statt. Erst der Erfolg der Orchestersuiten veranlasste die Direktion des Kirow-Theaters in Leningrad 1940 zu einer Gesamtaufführung. Seither haben weltweit unzählige Choreografen ihre Versionen des Klassikers zu Prokofjews Musik geschaffen. In der Spielzeit 2014/15 stellt Yaroslav Ivanenko seine Interpretation des berühmten Stoffes vor.

Premiere: Samstag | 13. Dezember 2014 | Opernhaus

 

Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im 2. Foyer des Opernhauses.

Audio

Ballett Kiel »Romeo und Julia«

ab dem 13. Dezember im Opernhaus Kiel

Pressestimmen

Ein Puzzle der großen Gefühle (15.12.2014)

Am Anfang ist ein Traumbild: Eine Frau in Weiß, hinter einem lichten Vorhang nah und fern zugleich. … Ein starkes, zeichenhaftes Bild, wie sie immer wieder auftauchen an diesem Abend. In den beiläufigen Gesten, mit denen Julias Mutter, Lady Capulet (Victoria Lane Green), an ihrem Neffen Tybalt vorbeistreicht und damit ihre verbotene Begierde offenbart. In den intensiven Pas de Deux von Romeo und Julia, oder in der unheimlichen Intensität, mit der Edward James Gottschall diesen Tybalt antreibt. In diesen Momenten vertraut Yaroslav Ivanenko ganz auf die Kraft von Bewegung, Gefühl und Raum. Und Heiko Mönnich, der schon Ivanenkos Schwanensee ausstattete, hat die Bühne mit wenigen Versatzstücken zwischen duftigen Vorhängen und massiven Bögen austariert. … Amilcar Moret Gonzalez ist ein Romeo mit Sprungkraft und Charisma, einer, der seine Leidenschaft erst auf die Probe stellt, bevor er sie laufen lässt. … Und die 22-jährige Zhanburchinova tanzt so federleicht auf Spitze, wie sie dieser Julia zusehends Ecken und Kanten einschreibt, glaubhaft in der Verwirrung aus Liebe, Trotz und Trauer. Drumherum zeigt die Kieler Compagnie Sinn für Opulenz und technische Brillanz. Und die Kieler Philharmoniker setzen unter Leitung des Ersten Kapellmeisters Leo Siberski Prokofjews filmreif aufgeladene Musik ausdrucksstark in Szene.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Alte Liebe, ganz modern (15.12.2014)

Romeo und Julia – welche Namen, wenn nicht diese, stehen für Liebe? … Zu den schönsten Bearbeitungen des Stoffes gehört die Ballettfassung von Sergej Prokofjew. In der Choreografie von Yaroslav Ivanenko ist diese jetzt im Kieler Opernhaus zu sehen. Die Premiere geriet zu Triumph. … Doch ist diese Geschichte bis heute zeitlos geblieben. Kiels Ballettchef Ivanenko zeigt es und geht dafür selbstbewusst einen eigenen Weg. Nicht wie bei Shakespeare heillos zerstrittene Familien machen seinem Paar das Leben schwer, sondern aggressive Ruhelosigkeit, die unter jungen Leuten schwelt. … Spannend ist insbesondere auch seine Sicht auf die heranwachsende Julia: Ein junges Mädchen findet sich da zwischen kindlicher Caprice, pubertärem Aufbegehren und emotionalem Frühlingserwachen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Hinreißend getanzt wurde sie bei der Premiere von einer auch schauspielerisch überragenden Balkiya Zhanburchinova. Ihr zur Seite stand als Romeo ebenso überzeugend Amilcar Moret Gonzalez. Zusammen mit dem Philharmonischen Orchester unter Leitung von Leo Siberski und wunderbar unterstützt von den im wahrsten Wortsinn stofflichen Ausstatter-Träumen von Heiko Mönnich, verschmelzen Tanz und Musik zu einem vielschichtigen Kunstwerk. … Ein Spiel des Lebens, für etliche Zuschauer zum Weinen schön, hat sich da auf der Kieler Bühne entwickelt. Und dafür gab es am Ende vom Publikum dann auch laute „Bravo!“-Rufe.

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Katrin Lubowski