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Franz Schubert

Die Winterreise

mit Ks. Hans Georg Ahrens und Alexander Wernet, Akkordeon
Spielstätte: Foyer im Opernhaus
Mo 26.02. 20:00 Karten

Ks. Hans Georg Ahrens kann auf ein vierzigjähriges Jubiläum blicken, denn er wurde 1978 als Bass in Kiel engagiert! Und immer noch fasziniert ihn Franz Schuberts Liederzyklus »Die Winterreise«. Gemeinsam mit Alexander Wernet kreierte er die Idee, die Lieder Mahlers oder Schuberts mit Akkordeon­begleitung zu singen. Am 26. Februar präsentieren sie Schuberts Meisterwerk im 1. Foyer.      

Schuberts »Winterreise« umfasst zweimal zwölf Lieder nach Gedichten von Wilhelm Müller, die einer durchgehenden Seelenlage angehören. Der melancholische wandernde Sänger der »Winterreise« fühlt sich überall als ein Fremdling. Bei Schubert beginnt der Winter in Takt 29 eines Lieds mit dem Titel »Gute Nacht«. Ein Mann ist fremd eingezogen und zieht bald wieder aus, aus der Liebe wird nichts, die Welt ist trübe und »der Weg gehüllt in Schnee«. Die Schritte sind Achtelnoten, die durch das ganze Lied pochen. Sie sind auch der Herzschlag des lyrischen Ichs, das eine Reise ohne Wiederkehr unternimmt. Es ist die Liebe zu einem Mädchen, die hier stirbt, und der Reisende beschließt in jugendlicher Verzweiflung, eine Straße zu gehen, »die noch keiner ging zurück«. Im Dunkeln werde ihm gewiss wohler sein, singt er am Ende. Schon unterwegs sehnt er sich nach ewiger Ruhe unter dem »Lindenbaum«, spürt »Gefrorene Tränen« im Gesicht, sucht im Schnee nach »ihrer Tritte Spur« und hat überdies zahlreiche Halluzinationen: ein »Irrlicht«, einen »Frühlingstraum«, Blumen im Schnee, einen freundlichen Postboten, der Briefe von ihr bringt; einmal dient sich ein Totenacker als Ruhestätte an. Einzig eine Krähe und der Wanderstab begleiten den Moribunden. Kurz vor seinem poetischen Hingang erscheinen ihm noch »Nebensonnen« und ein »Leiermann«, letzte Fantome bereits jenseits der Realität.

Bei aller Todesnähe rechtfertigt die Existenz dieser Lieder unser Leben.
Alfred Brendel