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Alan Jay Lerner
Frederick Loewe

My Fair Lady

- in deutscher Sprache -

»Nur een Zimmerchen irgendwo, mit nem Sofa drin sowieso, und Gasbeleuchtung! Oh, wäre det nich wundascheen?« Eliza Doolittle träumt bescheiden. Auf dem Covent Garden Square verkauft sie wie immer Blumen, als sich ihr die Chance bietet, diese Träume zu erfüllen: Der schrullige Phonetikprofessor Henry Higgins wettet mit seiner Zufallsbekanntschaft Oberst Pickering, aus Eliza durch Sprach- und Benimmunterricht eine große Lady machen zu können. Eliza nutzt die Gelegenheit und geht mutig auf Higgins‘ Angebot ein, ohne zu wissen, dass sich ihr ganzes Leben dadurch ändern wird…

Genau so viel Mut wie ihre Heldin Eliza bewiesen Alan Jay Lerner und Frederick Loewe 1956, als sie aus George Bernard Shaws erfolgreicher »Romanze in 5 Akten« Pygmalion ein Musical machten. Doch diese Courage zahlte sich aus – My fair lady wurde zu dem  Musical überhaupt und stellt auch 60 Jahre nach seiner Uraufführung am Broadway noch überraschende Fragen an die Bedeutung von Bildung und Verhalten für unser Fortkommen und das Verhältnis von intellektueller und emotionaler Intelligenz für unser Zusammenleben – verpackt in einer immer noch bezaubernd ehrlichen Variante des Aschenputtel-Motivs.


Premiere am 7. November 2015

Vorstellungsdauer: ca. 2 Stunden und 45 Minuten, eine Pause

Pressestimmen

Mit viel Pfeffer im Anzug (09.11.2015)

...Die Regisseurin Ricarda Regina Ludigkeit ... setzt mit leichter Hand die Theatermaschinerie in Schwung. Auf der rotierenden Drehbühne genügen dafür ein von Hans Kudlich gebautes Treppengerüst, eine Kneipentür, eine Sehnsuchtslaterne, ein bisschen Saloninventar und ein paar projezierte Nachkriegspolaroids aus London. Gabriele Heimann und Silja Oestmann sorgen für das zugehörige Kostümfest – Hut ab für die entsprechende Parade in Ascot!

Ludigkeit choreografiert die Massen von Haupt- und (durchweg amüsant besetzten) Nebenfiguren so geschickt, dass es die pure Freude ist. Wenn dann noch eine genretaugliche Rampensau wie Rudi Reschke den Alltagsphilosophen Alfred, Elizas tresenfreudigen Vater, derart perfekt wirbeln, tanzen und singen lässt, kann weiterer Pfeffer getrost im Streuer bleiben – den haben längst alle im Anzug. Lesia Mackowycz versieht die Eliza mit aufstampfender Leidenschaftlichkeit ... Und sie wagt auch die leisen Töne. Dadurch gewinnen Evergreens wie »Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht« noch an Ausstrahlung.

Ach, würde sie doch den liebenswerten Schwärmer Freddy erhören, dessen Schmonzetten Michael Müller so herrlich herzbewegend ins recht gut ausgesteuerte Mikroport säuselt. Stattdessen reizt, so ist das Leben, die starke Persönlichkeit Eliza eine andere mehr: Higgins. Jörg Sabrowski hat alles, was die Figur braucht. Sprach- und tongewandt zirkelt er den Hochmütigen auf die Bretter ...

Besonders schön ist, dass der Gastdirigent Till Drömann am Pult der spritzig aufgelegten Kieler Philharmoniker zu alledem einen herrlich trockenen, nirgends schwülstigen oder filmmusikalisch aufgebauschten Musical-Stil in Tradition der guten alten Unterhaltungsorchester pflegt. Das perlt mächtig. Entsprechend begeistert reagiert das Publikum – Männer wie Frauen gleichermaßen, so scheint es.

Kieler Nachrichten - Christian Strehk