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Benjamin Britten | Erich Wolfgang Korngold | Frederick Delius | Claude Debussy

6. Philharmonisches Konzert

Solistin: Alina Pogostkina, Violine | Dirigent: Max Pommer
Benjamin Britten (1913-1976) | Four Sea-Interludes, op. 33a
(Vier See-Zwischenspiele aus PETER GRIMES)
Erich Wolfgang Korngold (1897-1957) | Violinkonzert D-Dur, op. 35
Frederick Delius (1863-1934) | BRIGG FAIR (Eine englische Rhapsodie)
Claude Debussy (1862-1918) | LA MER (Drei sinfonische Skizzen)

Sonntag | 14. März 2010 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 15. März 2010 | 20 Uhr | Kieler Schloss

Solistin: Alina Pogostkina, Violine
Dirigent: Max Pommer

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Stimmungsbilder
Die Werke des 6. Philharmonischen Konzerts scheinen programmatische Bilder zu malen, zaubern aber in erster Linie musikalische Stimmungen. Claude Debussy vertonte in seinen drei „sinfonischen Skizzen“ eher seine eigenen Empfindungen als naturalistische Tongemälde des Meeres. Allein die Bezeichnung „Skizzen“ verrät, dass der französische Komponist mit diesem Stück den verhassten Gattungsschemata entfliehen und die Musik zu der gleichen Freiheit führen wollte, deren unbändigen Drang er in sich selbst verspürte und die er an der Naturgewalt der See so liebte. Dementsprechend erwächst die Musik in LA MER ganz ungebunden aus dem Geist des Klangs. Motivisch-fragile Gebilde fließen ineinander und türmen sich dazwischen dennoch zu mächtigen Klangwogen auf. Zarte Harfenglissandi leiten unvermittelt zu Blechbläserfanfaren über; und das ständige Changieren der Farben erinnert hier wahrhaftig an das unberechenbare Spiel der Wellen.
Die elementare Wucht des Meeres ist auch ein zentrales Thema von Benjamin Brittens Oper PETER GRIMES. Sie bildet hier den Gegensatz zur Hölle des bigotten Spießertums der Dorfgemeinschaft, die dem Fischer Grimes den Mord an seinem Lehrbuben unterstellt. Als Spiegel des innerlich zerrissenen „Helden“ entwickeln sich die vier „See-Zwischenspiele“ zu musikalischen Psychogrammen, beinahe mehr Seelenbilder als Seebilder.
Von impressionistischen Stimmungen lebt ebenso BRIGG FAIR, eine „englische Rhapsodie“ des deutschstämmigen Briten Frederick Delius. Der Variationszyklus basiert auf einem Volkslied aus der englischen Grafschaft Lincolnshire, doch das geneigte Publikumsohr wird vor allem durch das elegante Flötensolo zu Beginn mit Assoziationen an ein ganz anderes Stück eines französischen Komponisten überrascht.
Auf eine spannende Entdeckungsreise kann man sich auch in dem Korngoldschen Violinkonzert begeben. „Between two worlds“ fühlte sich der jüdische Österreicher Korngold, der nach seiner Emigration in die USA 1938 mehr Filmmusiken als absolute Musik und Opern komponierte. Die Tonsprache seiner Werke aus diesen verschiedenen Genres ist jedoch gar nicht so unterschiedlich, wie man annehmen könnte. So hat der Komponist in dem virtuos zwischen spätromantischem Klangrausch und feinst-instrumentierten Stimmungen pendelnden Violinkonzert einige seiner schönsten Filmmusikthemen versteckt.
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