Igor Strawinsky, Benjamin Britten, Sergej Prokofjew
7. Philharmonisches Konzert
Solistin: Isabelle Faust (Violine) | Dirigent: Matthias Foremny
Sonntag | 10. April 2011 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 11. April 2011 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Igor Strawinsky (1882-1971): Der Kuss der Fee (Sinfonische Suite aus dem gleichnamigen Ballett)
Benjamin Britten (1913-1976): Violinkonzert d-Moll, op. 15
Sergej Prokofjew (1891-1953): Romeo und Julia (Sinfonische Suiten aus dem gleichnamigen Ballett)
Solistin: Isabelle Faust (Violine)
Dirigent: Matthias Foremny
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Das 7. Philharmonische Konzert lockt mit russischem Temperament und konstruktiver Spielfreude. Anlässlich des 35. Todestages Tschaikowskis erteilte die Tänzerin und Mäzenin Ida Rubinstein Igor Strawinsky den Auftrag zu einem abendfüllenden Ballett. DER KUSS DER FEE geriet so zu einer Huldigung an die spätromantische Musik- und Tanzästhetik, denn Strawinsky benützte als Vorlagen zu diesem Ballett ausgewählte Lieder und Klavierwerke seines berühmten Kollegen. Seine große Kunst zeigte sich nun darin, diese unterschiedlichen Vorlagen solchermaßen zu orchestrieren, zu verwandeln oder zu ergänzen, dass daraus ein völlig neues, sinnfälliges Ganzes entstand, wobei eben jene Metamorphosen dem KUSS DER FEE den unverwechselbar augenzwinkernden Ton Strawinskyscher Werke verliehen. Ein Kuss übrigens, der inhaltlich auf Andersens SCHNEEKÖNIGIN basiert, nach Strawinskys Meinung aber ebenso als „Musenkuss“ Tschaikowski verzaubert und zu großartigen Kompositionen verleitet habe.
Freude am konstruktiven Umgang mit dem musikalischen Erbe bewies auch Benjamin Britten in seinem Violinkonzert. Im 3. Satz verwendete er das Modell einer barocken Passacaglia: Als Variationen über dem gleichbleibenden Bass tummeln sich hier derart unterschiedliche Formen wie Lied, Marsch oder Capriccio. Die vordergründige Leichtigkeit dieser Musik mutiert jedoch gegen Ende zu einer expressiven Klage, denn Britten vollendete sein Violinkonzert nur wenige Tage nach Ausbruch des 2. Weltkriegs. Der wohl daraus resultierende elegische Grundton verleiht dem Werk große Tiefe und Bedeutung trotz seiner vielen brillant funkelnden Passagen.
Prokofjews ROMEO UND JULIA ist wie Strawinskys „Feenkuss“ ein Ballett, das, verwandelt in Orchestersuiten, die Konzertsäle im Sturm eroberte, und in dem ebenfalls an manchen Stellen eine musikalische Hommage an den „Vater der russischen Ballettmusik“ durchblitzt. Stilistisch erweist sich Prokofjews Werk als unerhört geniale Vereinigung von Gegensätzen wie lyrisches Schwelgen und motorische Aggressivität, kammermusikalische Intimität und überschäumende Klangentladungen. Neben klassischen Tänzen wie Gavotte oder Walzer, die allerdings oft rhythmisch verfremdet die unmenschliche Härte der verfeindeten Montagues und Capulets vor Ohren führen, schenkte der Komponist den Liebenden an die zwanzig Motive, meist lyrische natürlich, während er seine herrliche Ironie und grotesken Klangmittel für die komischen Szenen oder so schillernde Figuren wie Julias ungeschickt wichtigtuerische Amme aufsparte.
Montag | 11. April 2011 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Igor Strawinsky (1882-1971): Der Kuss der Fee (Sinfonische Suite aus dem gleichnamigen Ballett)
Benjamin Britten (1913-1976): Violinkonzert d-Moll, op. 15
Sergej Prokofjew (1891-1953): Romeo und Julia (Sinfonische Suiten aus dem gleichnamigen Ballett)
Solistin: Isabelle Faust (Violine)
Dirigent: Matthias Foremny
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Das 7. Philharmonische Konzert lockt mit russischem Temperament und konstruktiver Spielfreude. Anlässlich des 35. Todestages Tschaikowskis erteilte die Tänzerin und Mäzenin Ida Rubinstein Igor Strawinsky den Auftrag zu einem abendfüllenden Ballett. DER KUSS DER FEE geriet so zu einer Huldigung an die spätromantische Musik- und Tanzästhetik, denn Strawinsky benützte als Vorlagen zu diesem Ballett ausgewählte Lieder und Klavierwerke seines berühmten Kollegen. Seine große Kunst zeigte sich nun darin, diese unterschiedlichen Vorlagen solchermaßen zu orchestrieren, zu verwandeln oder zu ergänzen, dass daraus ein völlig neues, sinnfälliges Ganzes entstand, wobei eben jene Metamorphosen dem KUSS DER FEE den unverwechselbar augenzwinkernden Ton Strawinskyscher Werke verliehen. Ein Kuss übrigens, der inhaltlich auf Andersens SCHNEEKÖNIGIN basiert, nach Strawinskys Meinung aber ebenso als „Musenkuss“ Tschaikowski verzaubert und zu großartigen Kompositionen verleitet habe.
Freude am konstruktiven Umgang mit dem musikalischen Erbe bewies auch Benjamin Britten in seinem Violinkonzert. Im 3. Satz verwendete er das Modell einer barocken Passacaglia: Als Variationen über dem gleichbleibenden Bass tummeln sich hier derart unterschiedliche Formen wie Lied, Marsch oder Capriccio. Die vordergründige Leichtigkeit dieser Musik mutiert jedoch gegen Ende zu einer expressiven Klage, denn Britten vollendete sein Violinkonzert nur wenige Tage nach Ausbruch des 2. Weltkriegs. Der wohl daraus resultierende elegische Grundton verleiht dem Werk große Tiefe und Bedeutung trotz seiner vielen brillant funkelnden Passagen.
Prokofjews ROMEO UND JULIA ist wie Strawinskys „Feenkuss“ ein Ballett, das, verwandelt in Orchestersuiten, die Konzertsäle im Sturm eroberte, und in dem ebenfalls an manchen Stellen eine musikalische Hommage an den „Vater der russischen Ballettmusik“ durchblitzt. Stilistisch erweist sich Prokofjews Werk als unerhört geniale Vereinigung von Gegensätzen wie lyrisches Schwelgen und motorische Aggressivität, kammermusikalische Intimität und überschäumende Klangentladungen. Neben klassischen Tänzen wie Gavotte oder Walzer, die allerdings oft rhythmisch verfremdet die unmenschliche Härte der verfeindeten Montagues und Capulets vor Ohren führen, schenkte der Komponist den Liebenden an die zwanzig Motive, meist lyrische natürlich, während er seine herrliche Ironie und grotesken Klangmittel für die komischen Szenen oder so schillernde Figuren wie Julias ungeschickt wichtigtuerische Amme aufsparte.


