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Das Philharmonische Orchester Kiel

»Begeistern durch Qualität und Vielseitigkeit«, das Motto der Kieler Philharmoniker, spiegelt sich u. a. in dem breitgefächerten Repertoire des Orchesters, das sich im Laufe der Jahre nicht nur stetig weiterentwickelt, sondern zudem hörbar an Profilschärfe gewonnen hat.

So bietet es über das gängige Opern- und Konzertrepertoire hinaus beispielsweise barocke und klassische Werke in historisch informierter Aufführungspraxis und »Ausgrabungen« selten gespielter Opern – z. B. von Franz Schreker oder Gabriel Dupont –, andererseits aber auch Musicals verschiedenster Stilrichtungen sowie Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Aribert Reimanns Traumspiel und Bernd Alois Zimmermanns epochales Werk Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne wären hier ebenso zu nennen wie neuere Kompositionen von Siegfried Matthus, Volker David Kirchner, Wilfried Hiller, Peter Ruzicka, Steven Burke u. v. a. Mit der Schachnovelle wurde im Mai 2013 bereits die zweite Oper des renommierten spanischen Komponisten Cristóbal Halffter am Theater Kiel uraufgeführt, nachdem 2008 hier schon sein Lázaro eine gefeierte Uraufführung erlebt hat, die als Live-Mitschnitt auch auf DVD erhältlich ist. 

Besonders hervorzuheben ist das große Engagement des Orchesters im Bereich der historisch informierten Aufführungspraxis. Sowohl in der von Publikum und Kritik gleichermaßen begeistert aufgenommenen Reihe von Barockopern als auch in Konzerten mit Werken von Händel bis Schubert verwenden z. B. die Blechbläser Naturinstrumente und die Streicher Klassikbögen in entsprechend authentischer Spielweise, während als Dirigenten so anerkannte Spezialisten wie Reinhard Goebel, Eduardo López Banzo, Andreas Spering oder Rubén Dubrovsky gewonnen werden konnten.     

Im Konzertbereich hat das Philharmonische Orchester mittlerweile vier unterschiedliche Konzertreihen etabliert. Neben den Philharmonischen Konzerten, in denen häufig international erfolgreiche Solisten auftreten wie in den letzten Jahren z. B. Rudolf Buchbinder, Albrecht Mayer, Daniel Hope, Gerhard Oppitz, Nikolaj Znaider, Kit Armstrong, Isabelle Faust, Miklós Perényi, Baiba Skride, Håkan Hardenberger, Antonio Meneses und Viviane Hagner, oft unter der Leitung namhafter Gastdirigenten wie Leopold Hager, Christof Prick, Wolf-Dieter Hauschild und Michael Sanderling, widmet sich die Reihe der Extrakonzerte CON SPIRITO mit großem Erfolg innovativen Konzertformen wie Mitsing-Projekten, der Livebegleitung von Stummfilmen oder Crossover-Konzerten mit Künstlern wie z. B. den King’s Singers, Jon Lord, der NDR Bigband, Karat oder Klaus Doldinger. Und während in den beliebten Familienkonzerten die Welt der Musik gemeinsam mit dem »Konzertpublikum von morgen« erforscht wird, erklingt in den Mozart-Konzerten eine abwechslungsreiche Palette an Kompositionen berühmter sowie unbekannterer Meister der Wiener Klassik.

Zusätzliche Sonderkonzerte wie das Neujahrskonzert, ein Classic-Open-Air zur Kieler Woche, das Eröffnungskonzert der Baltic Horse Show oder ein Weihnachtskonzert zum Mitsingen sind weitere Beispiele für das vielseitige Engagement des Orchesters.

Darüber hinaus begleiten die Kieler Philharmoniker jährlich acht Opern- und eine Ballettneuproduktion sowie alle Wiederaufnahmen des Musiktheaters.

Im Bereich der Kammermusik präsentieren Mitglieder des Orchesters zudem nicht nur bekannte Werke, sondern überraschen das Publikum meist auch hier mit selten zu hörenden Kostbarkeiten in verschiedensten Formaten.

Seit einigen Jahren kann das Philharmonische Orchester auf eine über 100-jährige Tradition zurückblicken, denn gegründet wurde es 1907 von dem Verein der Musikfreunde, der noch heute ein wichtiger Bestandteil des klassischen Musiklebens in Kiel ist. Auch in der Vergangenheit konzertierte das Orchester bereits häufig mit namhaften Solisten und Gastdirigenten. So waren gemeinsam mit den Kieler Philharmonikern z. B. Max Reger, Claudio Arrau, Pierre Fournier, Geza Anda, Dietrich Fischer-Dieskau, Grace Bumbry, Agnes Baltsa, David Geringas und Antje Weithaas zu erleben; am Dirigentenpult standen u. a. Richard Strauss, Jean Sibelius, Eugen Jochum, Bruno Maderna, Michael Gielen, Gerd Albrecht und Fabio Luisi. Zu der Liste der Generalmusikdirektoren, die das Orchester ebenso entscheidend wie wegweisend geprägt haben, gehört neben dem Multitalent Peter Ronnefeld, der die letzten zwei Jahre vor seinem tragisch frühen Tod als damals jüngster GMD Deutschlands in Kiel wirkte (1963-65), z. B. auch der angesehene Komponist und Dirigent Hans Zender, der mit der Reihe »musica nova« in den frühen 1970er Jahren die sogenannte Neue Musik in Kiel etablierte; daneben  u. a. Klaus Tennstedt, Klaus Weise, Klauspeter Seibel, Walter E. Gugerbauer und Ulrich Windfuhr bis hin zu Georg Fritzsch, der das Orchester als innovativer GMD seit der Spielzeit 2003/04 leitet.

Zu den Einspielungen der Kieler Philharmoniker zählen neben der Lázaro-DVD die hochgelobten Live-Mitschnitte der Schreker-Opern Christophorus und Das Spielwerk und die Prinzessin; letztere Einspielung wurde sogar mit dem »Preis der deutschen Schallplattenkritik 2003« ausgezeichnet. Darüber hinaus vereint eine weitere CD den Live-Mitschnitt einer Aufführung von Mahlers 6. Sinfonie mit der Uraufführung von BlueGreen für Saxophon Quartett und Orchester von Bernd Franke aus einem Konzert des Philharmonischen Orchesters Kiel mit dem renommierten Raschèr Saxophone Quartet im Jahr 2004. 

Last but not least ist die Nachwuchsförderung eine echte Herzensangelegenheit des Orchesters, die sich in jüngster Zeit u. a. in einer Orchesterakademie spiegelt, in der auf ihrem Instrument fortgeschrittene Jugendliche, oft auch im Rahmen gemeinsamer Auftritte mit Orchestermitgliedern, die zahlreichen Facetten künstlerischer Arbeit kennenlernen können.