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Igudesman & Joo

Gerhard Oppitz

Das Philharmonische Orchester Kiel freut sich, in der Spielzeit 2016/17 den ebenso vielgerühmten wie klug-sensiblen Klavier-Star Gerhard Oppitz als »Artist in Residence« begrüßen zu dürfen. Der Pianist, der sich selbst stets als »Sachwalter der Komponisten« versteht, gilt zwar zu Recht als letzter großer Vertreter der deutschen Klaviertradition, überrascht aber auch immer wieder durch die bunt schillernde Vielseitigkeit seines Repertoires. Auch in Kiel begeisterte Gerhard Oppitz bereits mit Konzerten verschiedenster Art: von Saint-Saënsʼ 2. Klavierkonzert, einem »Virtuosenreißer par excellence«, über die launige Strauss-Burleske bis hin zu dem »elektrisierenden Beethoven-Marathon« 2012, bei dem der Tastenlöwe alle fünf Klavierkonzerte Beethovens an einem einzigen Abend darbot und »gut 1000 euphorisierte Zuhörer« zu minutenlangen Ovationen veranlasste.

In der Spielzeit 2016/17 wird Gerhard Oppitz in Kiel gleich vier Mal zu erleben sein. Den Saisonauftakt macht das 1. Philharmonische Konzert am 11./12. September mit dem Klavierkonzert von Max Reger, für das es wohl kaum einen geeigneteren Solisten geben dürfte als Gerhard Oppitz, zumal dessen Einspielung des anspruchsvollen Werks zusammen mit den Bamberger Symphonikern 1988 »weiterhin zu den Jahrhundertaufnahmen zählt«. Im 6. Philharmonischen Konzert am 19./20. März steht hingegen Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 auf Oppitzʼ Programm, während er im Rahmen der Reihe »Klassisch beflügelt« einerseits als Kammermusiker (1. Konzert am 1. Oktober mit Regers 2. Klavierquintett sowie Brahmsʼ Klavierquintett f-Moll) auftreten wird und andererseits das Publikum mit einem Solo-Recital (3. Konzert am 1. April mit Werken von Beethoven und Schubert) zu begeistern hofft.

Gerhard Oppitz gilt weltweit als einer der führenden Beethoven- und Brahms-Interpreten. Seine internationale Karriere nahm ihren Anfang, als er 1977 als erster Deutscher den renommierten Artur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv gewann, bei dem der neunzigjährige Rubinstein noch selbst in der Jury saß. Diese Auszeichnung führte sogleich zu Konzertreisen durch Europa, Japan und die USA. 1978 nahm Oppitz die erste von zahlreichen Schallplatten und CDs auf, drei Jahre später wurde ihm eine Professur an der Musikhochschule München angeboten, die er bis 2013 innehatte.

Als Solist spielt er mit den bedeutendsten Orchestern der Welt, darunter den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem London und dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Philadelphia und dem Cleveland Orchestra, den Sinfonieorchestern von Boston, Detroit, San Francisco, der Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig und den großen Orchestern von Paris und München. Zu den Dirigenten, mit denen er häufig zusammenarbeitete, zählen Riccardo Muti, Gianluigi Gelmetti, Dmitrij Kitajenko, Marek Janowski, Zubin Mehta, Herbert Blomstedt und Sir Neville Marriner. Der künstlerische Werdegang von Gerhard Oppitz ist von seinem Interesse an der Darbietung vollständiger Werkzyklen für Soloklavier gekennzeichnet, wie z.B. Bachs »Wohltemperiertes Klavier«, die Sonaten von Beethoven, Schubert und Mozart sowie v.a. sämtliche Werke von Johannes Brahms.

Seine Diskographie umfasst mittlerweile über 50 Titel, darunter eine hoch gelobte Gesamteinspielung von Beethovens Klavierkonzerten. Neben seiner regen Konzerttätigkeit ist Gerhard Oppitz begeisterter Pilot und spricht sieben Sprachen. 2009 erhielt er den Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein, mit dem zuvor u.a. Leonard Bernstein und Lord Yehudi Menuhin ausgezeichnet worden waren. Seit 2014 ist Gerhard Oppitz Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst, der höchsten Auszeichnung des Freistaats Bayern – einer seiner Vorgänger als Träger dieses Ordens war Johannes Brahms.