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Fabio Ceresa Jörg Diekneite

Lucinda Childs

Lucinda Childs ist eine der wichtigsten modernen Choreografinnen Amerikas. Sie begann ihre Karriere als Choreografin und Performerin 1963 als Gründungsmitglied des Judson Dance Theater in New York. Nach der Bildung ihrer eigenen Tanzkompanie im Jahr 1973 arbeitete Lucinda Childs  1976 mit Robert Wilson und Philip Glass an der Oper Einstein on the Beach sowohl als Hauptdarstellerin, als auch als Choreografin, wofür sie einen Obie Award erhielt. In den folgenden Wiederaufnahmen in den Jahren 1984 und 1992 choreographierte Childs die beiden »Field Dances«, und wurde erneut als Hauptdarstellerin verpflichtet. Childs hat in fünf von Wilsons großen Produktionen mitgewirkt, darunter Marguerite Duras‘ Maladie de la Mort zusammen mit Michel Piccoli, I Was Sitting on my Patio This Guy Appeared I Thought I Was Hallucinating zusammen mit Robert Wilson, Heiner Müllers Quartett und Wilsons und Glass‘s Oper White Raven.

Seit 1979 hat Lucinda Childs mit einer Reihe von Komponisten und Designer an einer Reihe von Großproduktionen mitgewirkt. Die erste davon war im Jahr 1979 die Choroegrafie zu Dance, mit Musik von Philip Glass und der Filmtechnik und Szenerie von Sol LeWitt. Es war während der Proben zu Einstein, dass Childs und Glass auf die Idee zu jener bahnbrechenden Arbeit kamen, die Dance wurde. Dance tourt weiterhin weitgehend in den USA und Europa und wurde vom Wall Street Journal 2011 als »eine der größten künstlerischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts« bezeichnet. In einer Washington Post – Kritik zu  Dance schrieb Alan M. Kriegsman: »Nur einige wenige Male im Laufe eines Jahrzehnts, wenn überhaupt,  kommt ein Kunstwerk daher, das einen echten Durchbruch darstellt, das für uns neue Formen der Wahrnehmung und des Gefühls definiert und genauso zur Zukunft als auch zur Gegenwart gehört. Solch eine Arbeit ist DanceAvailable Light (1983) mit Musik von John Adams und einem aufwändigen Split-Level-Set von Frank Gehry ist als Wiederaufnahme für 2014-15 geplant, zusammen mit einer neuen Arbeit mit Philip Glass und dem bildenden Künstler James Turrell.
Seit 1981 hat Lucinda Childs eine Reihe von Aufträgen von großen Ballettkompanien erhalten und hat darüber hinaus bei mehreren Opernproduktionen sowohl choreographiert als auch Regie geführt: Glucks Orfeo ed Euridice für die Los Angeles Opera, Mozarts Zaide für La Monnaie in Brüssel, Strawinskys Le Rossignol und Ödipus Rex, Vivaldis Farnace und eine neue Produktion von John Adams Dr. Atomic für die Opéra du Rhin im Jahr 2014. Zuletzt choreographierte und inszenierte sie Händels Alessandro für Parnassus Arts Productions mit Max Emanuel Cencic in der Hauptrolle.
Childs erhielt ein Guggenheim-Stipendium im Jahr 1979. Sie ist auch Gewinnerin des NEA / NEFA American Masterpiece Award und im Jahr 2004 wurde sie in den Rang eines Offizier Commander im französischen Ordre des Arts et de la Littérature erhoben.

Zweimal in diesem Jahr wird Lucinda Childs für ihr bedeutendes Lebenswerk geehrt: Am 23. Juni 2017 wird Lucinda Childs der Goldene Löwe der Tanz-Biennale Venedig verliehen, am 25. Juli 2017 erhält sie den mit 50,000$ dotierten »The Samuel H. Scripps/American Dance Festival Award«.