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6. Philharmonisches Konzert

Sonntag | 20. März 2016 | 11.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 21. März 2016 | 20.00 Uhr | Kieler Schloss 

Antonín Dvořák (1841-1904)
Der Wassermann, op. 107 (1896)

Bohuslav Martinů (1890-1959)
Violoncellokonzert Nr. 1 (1956)

Leoš Janáček (1854-1928)
Taras Bulba (1921) (Rhapsodie für Orchester nach Nikolai Gogol)

Solist Julian Steckel (Violoncello)
Dirigent Christoph König

Geprägt von großer Intensität und spannenden Querverbindungen möchte Sie dieses Konzert in die Welt der tschechischen Musik entführen. Vielleicht war es wirklich seine Bewunderung für Liszt und Wagner, die Dvořák nach neun Sinfonien zur Sinfonischen Dichtung, eigentlich einem Steckenpferd der Neudeutschen Schule, lockte. Seinem Wassermann nach einer Schauerballade des tschechischen Volksdichters Karel Erben gelingt es jedenfalls, durch geschickte Themenvariationen und -verflechtungen die Charaktere und den Handlungsgang beinahe plastisch darzustellen, wobei sogar die Metrik der Vorlage mit in die motivische Gestaltung einfloss, was geradezu prophetisch vorausweist auf die berühmten Sprechmelodien Leoš Janáčeks.

Bohuslav Martinů ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die richtige Mischung aus interkultureller Neugier und Heimatverwurzelung künstlerische Produktivität ins scheinbar Unermessliche schnellen lassen kann. Während seines Aufenthalts im Paris der flotten 1930er entstand u.v.a. auch sein 1. Cellokonzert, zunächst allerdings in einer kammermusikalischen Version. Als der Komponist sich jedoch der Schlüsselstellung dieses Meilensteins seiner Entwicklung bewusst wurde, formte er es in zwei Überarbeitungen zu einem großen Konzert von sinfonischen Ausmaßen um, dessen sehnsüchtige Melodien ebenso von Martinůs Heimatliebe künden wie die Furiant-Rhythmen des spritzigen Finales, wobei gelegentlich auch die Herren Dvořák und Janáček grüßen lassen.     

Der Name Kosak bedeutet »freier Krieger« und ist seit jeher ein Symbol der Unabhängigkeit gewesen. So ist es kein Wunder, dass Janáček, der sich von Russland die Befreiung seines Heimatlandes vom Joch des Habsburgerreichs erhoffte, seine Vertonung einer Gogol-Novelle über den idealistischen Freiheitskämpfer Taras Bulba als »musikalisches Vermächtnis« empfand. In einem geradezu überwältigenden Klang-Epos von wagnerianischen Liebesmelodien über wilde Mazurka-Einlagen bis hin zur glockenveredelten Apotheose schildert er die Rolle der Kosaken-Legende Taras Bulba im ukrainischen Befreiungskampf gegen die polnische Fremdherrschaft im frühen 17. Jahrhundert, wobei seine dramatischen Hauptaussagen oft aus kleinsten Motivzellen erwachsen, so wie für ihn die Freiheit eines Volkes auch zuerst im Kleinen, im demokratischen Denken, wurzelt.  

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2015/16) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).