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Neil LaBute

Land der Toten/Nach der Hochzeit

ca. 50 Minuten (keine Pause)

Ein Abend. Zwei Kurzdramen. Die Inszenierung zeigt einen älteren und einen ganz neuen Einakter des amerikanischen Dramatikers Neil LaBute hintereinander. In Kombination waren diese beiden Stücke noch nie auf der Bühne zu erleben:

Land der Toten (2002 uraufgeführt) zeigt die ineinander verschränkten Monologe eines jungen Paares. Sie geht am Morgen des 11. Septembers 2001 in die Klinik, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Ein schwerer Schritt. Er hatte vorgehabt mitzukommen. Behauptet er zumindest. Doch dann hat er am Abend zuvor zu viel getrunken, sein Chef lädt zum Frühstück und er muss danach früher in die Firma, hoch oben in den Twin Towers. Als sie aus der Narkose aufwacht, findet sie nur noch seine Stimme auf ihrer Mailbox. Schnitt.

Auch Nach der Hochzeit (2016 uraufgeführt) zeigt ein junges Paar, doch die Stimmung scheint heller, optimistischer. Sie sind glücklich, erfolgreich, angekommen. Wenn da nicht dieses eine Ereignis kurz nach der ausgelassenen Hochzeitsfeier gewesen wäre, das wie ein kleiner, böser Schatten auf dem Beziehungsidyll liegt. Aber was will man machen, das Leben muss ja schließlich weitergehen…

Pointiert, rasant, direkt, abgründig und messerscharf. Neil LaBute, dessen Stücke schon wiederholt mit großem Erfolg am Schauspiel Kiel zu sehen waren,  gilt zu Recht als kritisch-subtiler Chronist der amerikanischen Gesellschaft.