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Dea Loher

Unschuld

ca. 2 Stunden, 30 Minuten (inkl. Pause)

Eine Stadt am Meer irgendwo in Europa. Elisio und Fadoul sind illegale Immigranten. Sie kommen aus der Wüste, deshalb können sie nicht schwimmen. Nun haben sie eine Frau ins Meer gehen und ertrinken sehen und ihr nicht geholfen, aus Angst entdeckt zu werden. Fortan wird vor allem Elisio von Schuldgefühlen geplagt. Fadoul findet in einer alten Tüte eine große Summe Geld und glaubt von nun an, ein vom Schicksal Auserwählter zu sein. Als er sich an einer Bushaltestelle  in die blinde Stripperin Absolut verliebt, beschließt er, ihr eine Operation zu ermöglichen, die ihr das Augenlicht zurückgeben soll. Frau Habersatt gibt sich als Mutter von Verbrechern aus, die sie nur aus der Zeitung kennt, und bittet bei den Angehörigen der Opfer um Vergebung für Taten, mit denen sie in der Realität gar nichts  zu tun hat. Rosa, die sich so sehnlich ein Kind und noch sehnlicher nur ein wenig mehr Beachtung wünscht, steht zwischen ihrer Diabetes kranken, zynischen Mutter und ihrem Mann Franz, der vollkommen in seinem neuen Job aufgeht: Er wäscht und kleidet die Toten vor der Beerdigung ein und verliert so mehr und mehr den Bezug zum Leben. Die Philosophin Ella hat unterdessen alle ihre Schriften vernichtet, bis auf ein einziges Buch, das ihr Credo von der permanenten, naturgegebenen Unzuverlässigkeit der Welt zum Thema hat. Ein Buch, das auch Absolut einmal gelesen hat – in Blindenschrift – und das verloren vergangen ist.    

Das wohl berühmteste Stück Dea Lohers versammelt eine Gruppe gesellschaftlicher Außenseiter und verbindet ihre Schicksale in kunstvoller Weise miteinander. Ein poetisches und abgründiges, sensibel melancholisches und skurril komisches Kaleidoskop über Liebe und Tod, Endlichkeit und Scheitern, Hoffnung und Glauben. Nebne dem Ensemble steht mit  Björn Lücker w ein überaus renommierter Jazz-Schlagzeuger aus Hamburg live auf der Bühnen  und mit tritt mit den Schauspielern musikalisch in Interaktion.   

Premiere am 22./23. April 2017 im Schauspielhaus

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Unschuld

ab dem 22. April im Schauspielhaus Kiel