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William Shakespeare

König Lear

Inhalt   |   Besetzung   |   Bilder   |   Presse

Sturm im Familienclan - Daniel Karasek inszeniert einen privaten "König Lear"

Karasek [lässt] die sinnig entschlackte Tragödienversion durch die von Shakespeare vorgesehene Katastrophenserie laufen. Stringent, beinahe statisch und mit der Betonung weniger auf dem Spiel von Schein und Sein als auf dem Familienzwist und Generationenstreit.
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Das könnte so ähnlich auch heute manchen Angehörigen von Demenz- und Alzheimerkranken beschäftigen. Oder wie die ungleich geschätzten Halbbrüder Edgar und Edmund unter ihren Rockabilly-Tollen ihre Hassliebe pflegen. Rainer Jordan ist in diesem Familienclan ein stiller Lear, ein alltäglicher Mann, den der Narr nicht umsonst am liebsten "Opa" nennt. Gut, er kann auch altersstarrsinnig wüten. Aber darunter liegt eine Mattigkeit von weiter her. Und eine listige Heiterkeit, die im vierten Akt richtig aufleuchtet. Mehr Beckett als Berserker. Erst recht, wenn sich Lear und sein Narr aus dem Nichts des Bühnendunkels materialisieren: Geister schon und Wiedergänger in der Welt. Ohnehin hat Jordan mit Claudia Friebel einen Narrenclown mit Lakonie und Mutterwitz an der Seite, und mit Marius Borghoff einen in seiner (lispelnd überdrehten) Blödigkeit doch tiefgründigen Edgar/Tom. Daneben ist Marco Gebbert ein aufrichtiger Raufbold und solider Kent, wechselt Siegfried Jacobs versiert durch die kleinen Rollen. Und Eirik Behrendts eiskühler Diener Oswald führt vor, wie sich Menschen instrumentalisieren lassen.
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Am Ende bleiben klare Bilder, direkt und ohne doppelten Boden. Und schlüssig in ihrer Konzentration auf Lears persönliches Drama.

Ruth Bender, Kieler Nachrichten
Dienstag, 4. Oktober 2011

König Lear - Daniel Karasek inszeniert Shakespeare in Kiel

Am Schauspiel Kiel eröffnet nun Generalintendant Daniel Karasek die Spielzeit mit König Lear. Dabei wird von Beginn an die Aufgabe ernst genommen, vor allem das Drama zu visualisieren.
(...)
Allemal wird die Shakespearesche Schwurbel-Story samt parallellaufender Verlorener-Sohn-Intrige klar und verständlich erzählt, was sicher auch an der saftig-zotigen und verständlichen Übersetzung von Frank Günther liegt.

Matthias Weigel, nachtkritik.de
Dienstag, 4. Oktober 2011
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Erstellungsdatum: 23. 05. 2012 um 17:18 Uhr.
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