Steilwand/Terminal 5
Trotz allem weiterleben
Zwei Menschen, die mit schicksalhaften Erfahrungen weiterleben müssen, stehen im Fokus der Theatermonologe "Steilwand" und "Terminal 5" von Simon Stephens. Im Rahmen der Reihe 17 präsentiert Regisseurin Anne Spaeter die Stücke des britischen Erfolgsdramatikers als intensiven Doppelpack.
Wie unter dem Brennglas stellt sie ihre Protagonisten aus, denen Izabela Guziewicz eine quadratische Bühne gebaut hat, die vom Boden aus beleuchtet ist. Hier gibt es keine Ablenkung vom puren Spiel - ein Mikrofon genügt für sparsam gesetzte Soundeffekte.
Christian Kämpfer ist Alex, der gar nicht zu realisieren scheint, wie sehr ihm der Tod der Tochter den Boden unter den Füßen weggezogen hat. [...] Unentschlossen schlenkernde Gesten [unterstreichen] seine Schilderungen, die man beinahe launig nennen könnte - wären da nicht die kurzen Momente des Innehaltens, in denen der Blick leer wird und Schweigen sich Bahn zu brechen droht. [...]
Eindringlich gerät [Ellen Dorn] ihr Monolog über die Schuld durch zu frühes Wegschauen. [...] Ein knappes Solo, das durch Dorns enorme Bühnenpräsenz zum funkelnden Kleinod wird.
Sabine Tholund
Mittwoch, 11. Januar 2012
Die Stärken des Minimalismus
Zwei Menschen, die den Boden unter den Füßen verloren haben, sind die Protagonisten in "Steilwand" und "Terminal 5", zwei Theatermonologen des britischen Dramatikers Simon Stephens. [...]
Die stets bestens besuchten "Reihe 17"-Produktionen kommen mit sparsamsten Mitteln aus. So auch die eindrucksvoll unaufgeregte Inszenierung von Anne Spaeter, die vom Premierenpublikum viel Zustimmung erhielt. Eine kleine Bühne genügt als karger Spielort. Hier agieren Christian Kämpfer ("Steilwand") und Ellen Dorn ("Terminal 5") wie unter dem Brennglas. Der Minimalismus ist die Stärke der Produktion. [...] Zwei kleine Stücke - ganz groß.
Sabine Christiani
Donnerstag, 12. Januar 2012
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