Anatoli Ljadow, Alexander Skrjabin, Peter Tschaikowski
4. Philharmonisches Konzert
Solistin: Anika Vavić (Klavier) | Dirigent: Michael Sanderling
Sonntag | 18. Dezember 2011 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 19. Dezember 2011 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Anatoli Ljadow (1855-1914): Der verzauberte See
Alexander Skrjabin (1872-1915): Klavierkonzert
Peter Tschaikowski (1840-1893): 3. Sinfonie (Die Polnische)
Solistin: Anika Vavić (Klavier)
Dirigent: Michael Sanderling
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Anatoli Ljadow war ein relativ konservativer Spätromantiker mit ausgesprochen romantischen Idealen. Für ihn war die Kunst das Gebiet des Überirdischen, und zu seiner künstlerischen Glückseligkeit wünschte er sich „eine Märchenerzählung, eine Wasserfee, etwas Unwirkliches“. Deshalb ist es auch nicht besonders erstaunlich, dass in seiner Sinfonischen Dichtung DER VERZAUBERTE SEE das stimmungsvolle Moment überwiegt. Sowohl Harmonik wie auch Rhythmik und Klangfarbe scheinen in einer Art Schwebezustand zu flimmern, der einen geheimnisvoll-dunklen See vor das innere Auge zaubert, in dem sich ein nächtlicher Sternenhimmel spiegelt.
Alexander Skrjabin darf man hingegen zugleich einen der letzten Romantiker des 19. Jahrhunderts als auch einen Wegbereiter der Musik des 20. Jahrhunderts nennen. Wer die modernen Kühnheiten seiner letzten Klaviersonaten kennt, wird vielleicht überrascht sein, ihn in seinem einzigen Klavierkonzert als beinahe spätromantischen Nachfolger Chopins zu erleben, an dessen elegant-virtuosen Stil er hier anknüpft. Im Gegensatz zu den scharfen Themenkontrasten der Klassik dominieren hier die fließenden Übergänge geschmeidiger Figurationen. Selbst der temperamentvolle Finalsatz zeichnet sich trotz der zuweilen leidenschaftlich aufflammenden, skrjabintypischen Eruptionen durch einen ausgewogenen Tonfall aus. Nicht zuletzt verspricht die Aufführung dieses Konzerts durch die Interpretation der jungen Pianistin Anika Vavić, einer ausgewiesenen Skrjabin-Expertin, zu einem ganz besonderen Erlebnis zu werden.
Der Beiname von Tschaikowskis 3. Sinfonie – die Polnische – bezieht sich vor allem auf das Finale, in welchem den Musikern ein „Tempo di Polacca“ abverlangt wird, während sich im übrigen Geschehen nicht viel Polnisches aufstöbern lässt. Immerhin offenbart Tschaikowskis einzige Dur-Sinfonie einen sehr lebensoffenen Gestus, der im 2. Satz neben den eher südländisch anmutenden Holzbläser-Melodien eine reizvolle Überlagerung unterschiedlicher Metren von Melodie und Begleitung einschließt, ein kompositorisches Erfolgsrezept, das sich auch noch in etlichen von Tschaikowskis späten Walzern wiederfindet. Nach einem Scherzo, dessen stilistische Bandbreite sich von mendelssohnschem Elfenzauber bis zu wagnerscher Klangdichte dehnt, steigert sich das finale Rondo mit seiner grandiosen Stretta bis ins Hymnische und rechtfertigt so die Kritik der Petersburger Erstaufführung, die zu behaupten wagte, Tschaikowski schreite hier „von Höhepunkt zu Höhepunkt“.
Montag | 19. Dezember 2011 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Anatoli Ljadow (1855-1914): Der verzauberte See
Alexander Skrjabin (1872-1915): Klavierkonzert
Peter Tschaikowski (1840-1893): 3. Sinfonie (Die Polnische)
Solistin: Anika Vavić (Klavier)
Dirigent: Michael Sanderling
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Anatoli Ljadow war ein relativ konservativer Spätromantiker mit ausgesprochen romantischen Idealen. Für ihn war die Kunst das Gebiet des Überirdischen, und zu seiner künstlerischen Glückseligkeit wünschte er sich „eine Märchenerzählung, eine Wasserfee, etwas Unwirkliches“. Deshalb ist es auch nicht besonders erstaunlich, dass in seiner Sinfonischen Dichtung DER VERZAUBERTE SEE das stimmungsvolle Moment überwiegt. Sowohl Harmonik wie auch Rhythmik und Klangfarbe scheinen in einer Art Schwebezustand zu flimmern, der einen geheimnisvoll-dunklen See vor das innere Auge zaubert, in dem sich ein nächtlicher Sternenhimmel spiegelt.
Alexander Skrjabin darf man hingegen zugleich einen der letzten Romantiker des 19. Jahrhunderts als auch einen Wegbereiter der Musik des 20. Jahrhunderts nennen. Wer die modernen Kühnheiten seiner letzten Klaviersonaten kennt, wird vielleicht überrascht sein, ihn in seinem einzigen Klavierkonzert als beinahe spätromantischen Nachfolger Chopins zu erleben, an dessen elegant-virtuosen Stil er hier anknüpft. Im Gegensatz zu den scharfen Themenkontrasten der Klassik dominieren hier die fließenden Übergänge geschmeidiger Figurationen. Selbst der temperamentvolle Finalsatz zeichnet sich trotz der zuweilen leidenschaftlich aufflammenden, skrjabintypischen Eruptionen durch einen ausgewogenen Tonfall aus. Nicht zuletzt verspricht die Aufführung dieses Konzerts durch die Interpretation der jungen Pianistin Anika Vavić, einer ausgewiesenen Skrjabin-Expertin, zu einem ganz besonderen Erlebnis zu werden.
Der Beiname von Tschaikowskis 3. Sinfonie – die Polnische – bezieht sich vor allem auf das Finale, in welchem den Musikern ein „Tempo di Polacca“ abverlangt wird, während sich im übrigen Geschehen nicht viel Polnisches aufstöbern lässt. Immerhin offenbart Tschaikowskis einzige Dur-Sinfonie einen sehr lebensoffenen Gestus, der im 2. Satz neben den eher südländisch anmutenden Holzbläser-Melodien eine reizvolle Überlagerung unterschiedlicher Metren von Melodie und Begleitung einschließt, ein kompositorisches Erfolgsrezept, das sich auch noch in etlichen von Tschaikowskis späten Walzern wiederfindet. Nach einem Scherzo, dessen stilistische Bandbreite sich von mendelssohnschem Elfenzauber bis zu wagnerscher Klangdichte dehnt, steigert sich das finale Rondo mit seiner grandiosen Stretta bis ins Hymnische und rechtfertigt so die Kritik der Petersburger Erstaufführung, die zu behaupten wagte, Tschaikowski schreite hier „von Höhepunkt zu Höhepunkt“.
Teilen Sie ihre Meinung zum Stück 4. Philharmonisches Konzert auf Facebook
Mit diesem QR-Code können Sie, ein Smartphone mit installierter QR-Code-Lesesoftware vorrausgesetzt, direkt zu der URL springen, von der dieser Internetausdruck erstellt wurde.
Beachten Sie bitte, dass die Webseiten dynamisch erstellt wurden und daher die Information des QR-Codes veraltet sein könnte. Erstellungsdatum: 09. 02. 2012 um 17:34 Uhr.


