Edward Elgar, Alexander Glasunow, Antonín Dvořák
7. Philharmonisches Konzert
Solist: Maximilian Lohse (Violine) | Dirigent: Georg Fritzsch
Sonntag | 22. April 2012 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 23. April 2012 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Edward Elgar (1857-1934): Cockaigne-Ouvertüre (In London town)
Alexander Glasunow (1865-1936): Violinkonzert
Antonín Dvořák (1841-1904): 6. Sinfonie
Solist: Maximilian Lohse (Violine)
Dirigent: Georg Fritzsch
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Wie schon der Untertitel „In London town“ andeutet, erweist sich Elgars Ouvertüre COCKAIGNE als musikalische Hommage bzw. als ein Portrait der britischen Hauptstadt. Eigentlich entspricht das englische „cockaigne“ dem deutschen Schlaraffenland, doch bezeichnet es ebenso das London des beginnenden 20. Jahrhunderts, da diese Zeit vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs rückblickend als eine sorglose, gar als „goldenes Zeitalter“ empfunden wurde. Die dazu passende Ouvertüre beschrieb Elgar selbst als „londonerisch, das heißt: aufrichtig, humorvoll, kräftig, nicht jedoch vulgär“. Während das nobel anmutende Thema zu Beginn den „Londoner schlechthin“ repräsentieren soll, begleitet das lyrische zweite Thema ein Liebespärchen in einen lauschigen Park, und nach dem „Getöse“ einer vorüberziehenden Militärkapelle darf sich der „Konzert-Tourist“ ein Verschnaufspäuschen in einer ehrwürdigen Kirche gönnen.
Alexander Glasunows einziges Violinkonzert beweist sehr überzeugend, dass sein Komponist ein brillanter Orchestrator und oft unterschätzter Meister der Kontrapunktik wie der Formgebung gewesen ist. Oft wurde dieses Konzert als der „lyrischste Beitrag zur Gattung seit Mendelssohn“ eingestuft. Dabei entbehrt es keineswegs den großen Virtuosengestus ŕ la Tschaikowski oder Bruch, der vom Solisten allerlei knifflige Techniken – vom Doppelgriffspiel über zweistimmiges Tremolo bis zum Pizzicato der linken Hand – fordert. In Punkto einfallsreiche Instrumentation können Sie sich bei diesem russischen Kleinod unter anderem auf äußerst farbenprächtige Abschnitte mit Glocken und häufigem Einsatz der Harfe freuen.
Das Idiom böhmischer Volksmusik verarbeitete Antonín Dvořák in seiner sechsten Sinfonie sogar noch stärker als in seiner fünften. Allerdings verband er es hier auch mit einer noch größeren motivischen Feinarbeit, was höchstwahrscheinlich auf den Einfluss der von Dvořák fleißig studierten Brahms-Sinfonien zurückzuführen ist. So offenbart bereits der Beginn des 1. Satzes recht eindrücklich Dvořáks Geschick, den folkloristischen Fundus mit sinfonischen Techniken regelrecht zu „veredeln“. Das Scherzo überschrieb der Komponist indessen explizit mit „Furiant“, dem Namen eines schnellen böhmischen Volkstanzes. Neben dem für diesen typischen scharfen Wechsel zwischen 2er- und 3er-Metrum erinnert der derb-fröhliche Charakter von Dvořáks Scherzo an die böhmischen Furianten, die als Tanz- und Theatertruppen über die Dörfer zogen und für ausgelassene Stimmung sorgten.
Montag | 23. April 2012 | 20 Uhr | Kieler Schloss
Edward Elgar (1857-1934): Cockaigne-Ouvertüre (In London town)
Alexander Glasunow (1865-1936): Violinkonzert
Antonín Dvořák (1841-1904): 6. Sinfonie
Solist: Maximilian Lohse (Violine)
Dirigent: Georg Fritzsch
Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr
Wie schon der Untertitel „In London town“ andeutet, erweist sich Elgars Ouvertüre COCKAIGNE als musikalische Hommage bzw. als ein Portrait der britischen Hauptstadt. Eigentlich entspricht das englische „cockaigne“ dem deutschen Schlaraffenland, doch bezeichnet es ebenso das London des beginnenden 20. Jahrhunderts, da diese Zeit vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs rückblickend als eine sorglose, gar als „goldenes Zeitalter“ empfunden wurde. Die dazu passende Ouvertüre beschrieb Elgar selbst als „londonerisch, das heißt: aufrichtig, humorvoll, kräftig, nicht jedoch vulgär“. Während das nobel anmutende Thema zu Beginn den „Londoner schlechthin“ repräsentieren soll, begleitet das lyrische zweite Thema ein Liebespärchen in einen lauschigen Park, und nach dem „Getöse“ einer vorüberziehenden Militärkapelle darf sich der „Konzert-Tourist“ ein Verschnaufspäuschen in einer ehrwürdigen Kirche gönnen.
Alexander Glasunows einziges Violinkonzert beweist sehr überzeugend, dass sein Komponist ein brillanter Orchestrator und oft unterschätzter Meister der Kontrapunktik wie der Formgebung gewesen ist. Oft wurde dieses Konzert als der „lyrischste Beitrag zur Gattung seit Mendelssohn“ eingestuft. Dabei entbehrt es keineswegs den großen Virtuosengestus ŕ la Tschaikowski oder Bruch, der vom Solisten allerlei knifflige Techniken – vom Doppelgriffspiel über zweistimmiges Tremolo bis zum Pizzicato der linken Hand – fordert. In Punkto einfallsreiche Instrumentation können Sie sich bei diesem russischen Kleinod unter anderem auf äußerst farbenprächtige Abschnitte mit Glocken und häufigem Einsatz der Harfe freuen.
Das Idiom böhmischer Volksmusik verarbeitete Antonín Dvořák in seiner sechsten Sinfonie sogar noch stärker als in seiner fünften. Allerdings verband er es hier auch mit einer noch größeren motivischen Feinarbeit, was höchstwahrscheinlich auf den Einfluss der von Dvořák fleißig studierten Brahms-Sinfonien zurückzuführen ist. So offenbart bereits der Beginn des 1. Satzes recht eindrücklich Dvořáks Geschick, den folkloristischen Fundus mit sinfonischen Techniken regelrecht zu „veredeln“. Das Scherzo überschrieb der Komponist indessen explizit mit „Furiant“, dem Namen eines schnellen böhmischen Volkstanzes. Neben dem für diesen typischen scharfen Wechsel zwischen 2er- und 3er-Metrum erinnert der derb-fröhliche Charakter von Dvořáks Scherzo an die böhmischen Furianten, die als Tanz- und Theatertruppen über die Dörfer zogen und für ausgelassene Stimmung sorgten.
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Beachten Sie bitte, dass die Webseiten dynamisch erstellt wurden und daher die Information des QR-Codes veraltet sein könnte. Erstellungsdatum: 07. 02. 2012 um 07:26 Uhr.



