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Peter Tschaikowski

Eugen Onegin

Ballett von Yaroslav Ivanenko, ca. 2 Stunden 15 Minuten (inkl. Pause)
Spielstätte: Opernhaus

Der Versroman »Eugen Onegin« ist das wohl bekannteste Werk Alexander Puschkins und beschreibt wie kein anderes Werk zuvor die Realität und Widersprüchlichkeit der russischen Gesellschaft Anfang des 19. Jahrhunderts. Vor allem aber schildert er die dramatische Liebesgeschichte zwischen dem Dandy Eugen Onegin, der seinen Weltschmerz vergeblich mit flüchtigen Genüssen zu betäuben versucht, und Tatjana, einem verträumten Mädchen und später gestandene Fürstengattin.

Die beiden treffen aufeinander, nachdem Onegin aufgrund einer Erbschaft aus St. Petersburg aufs Land zieht. Als Tatjana dem arroganten Großstädter ihre Liebe gesteht, weist dieser sie schroff zurück. Ebenso wie um diese Liebe bringt sich Onegin kurz darauf um seinen besten Freund, den er im Duell tötet. Jahre später begegnen sich Onegin und Tatjana auf einem Ball wieder. Onegin fleht sie um eine zweite Chance an, doch obwohl auch Tatjana ihn noch liebt, bleibt sie bei ihrem Ehemann.

Zu sinfonischen und kammermusikalischen Werken von Peter Tschaikowski erzählt Yaroslav Ivanenko seine Version des russischen Nationalepos als Ballett. Es geht um ehrliche und starke Gefühle, um Treue und letzten Endes um nicht weniger als die Frage danach, was wir wirklich in unserem Leben brauchen.

Premiere am 2. November 2019

Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im 2. Foyer

Vorstellungstermine mit Carolina Agüero: 2. November, 6. und 10. Dezember 2019, 4. und 29. Januar sowie 13. Februar 2020

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: »Eugen Onegin«

ab dem 2. November 2019 im Opernhaus

Pressestimmen

Klar poetische Bilder (26.09.2019)

Auf klar poetische Bilder hat Kiels Ballettchef die Geschichte von Onegin, der die Liebe verpasst und seinen Freund im Duell erschießt, heruntergebrochen; die Figuren in ihre Gefühlswelten verwoben gezeichnet. [...]
Carolina Agüero lässt Tatjana schillern zwischen versponnener Leserin, heillos Liebender und sprühender Ballkönigin. Und die Strenge der klassischen Form bricht die wunderbare Primaballerina, langjährige Solistin in Neumeiers Hamburg Ballett, mit einer lässigen Natürlichkeit, die den Bewegungsfluss unmittelbar aus dem Inneren der Figur entfaltet. [...]
Amilcar Moret Gonzalez agiert als ebenbürtiger Partner; ein kühl brennender, in sich verkapselter Eugen Onegin, der mit enormer Präsenz und ausgreifenden Sprüngen den Raum füllt – und sich sogleich wieder entzieht. Und in seinen ruhelos irrlichternden Soli wird Onegin tatsächlich zum Sinnbild des Heimatlosen, wie ihn Fjodor Dostojewski im Textausschnitt im Programmheft beschreibt. So einer kann vor den eigenen Gefühlen nur flüchten in den nächsten zerstörerischen Flirt.
Ivanenko gelingt es, das Schwere ins Filigrane zu übersetzen, komplizierte Beziehungen und widerstreitende Seelenlagen in fragile Muster aufzulösen. Und was auf den ersten Blick etwas schematisch erscheinen mag, entwickelt schnell zwingende Folgerichtigkeit.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Pure Emotion (26.09.2019)

Erstmals zu Gast am Kieler Ballett, verkörpert Carolina Agüero das verletzliche Mädchen vom Lande, dessen idyllisches Umfeld sich durch munter dargebotene Volkstänze definiert. Wenn andere ausgelassen feiern, sitzt sie abseits, vertieft in ein Buch. Ihre Begegnungen mit Onegin sind pure Emotion.
Im ersten Pas de deux sieht man zwei, die von einander angezogen sind, in Rhythmus und Körpersprache jedoch zunächst unterschiedlich ticken. Später wird Tatjana sich fallen lassen, wird wie Wachs in seinen Armen sein, ihr Tanz ein einziger, geschmeidiger Bewegungsfluss. Zu jeder Zeit schlummert Dramatik in dieser vermeintlichen Harmonie, die so innig erscheint und doch nichts von der fröhlichen Verliebtheit hat, die zwischen Olga und Lenski herrscht. [...]
Als Onegin später in der verheirateten Tatjana die verpasste, große Liebe seines Lebens erkennt, durchbrechen eckige, einander widerstrebende Gesten die meist klassisch geprägte Choreographie. Die Verzweiflung des verhinderten Paares wird mit Händen greifbar. Großer Applaus – hochverdient.

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Sabine Christiani