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3. Philharmonisches Konzert

Spielstätte: Kieler Schloss
So 18.11. 11:00 Karten
Mo 19.11. 20:00 Karten

Sonntag, 18. November 2018 | 11.00 Uhr | Kieler Schloss
Montag, 19. November 2018 | 20.00 Uhr | Kieler Schloss

 

Gustav Mahler

3. Sinfonie d-Moll (1902)


Solistin Christa Mayer (Alt)
Kinder- und Jugendchor der Akademien am Theater Kiel
Damen des Opernchors des Theaters Kiel und des Philharmonischen Chors Kiel
Dirigent Georg Fritzsch

 


Meine persönliche Verbindung zu der Musik Gustav Mahlers ist eine vergleichsweise junge Liebe. Ich war Mitte 30, als ich begann, die Dimension dieser Musik zu erahnen. Mahlers Musik in ihrer Unmittelbarkeit, ihrer direkten Emotionalität und in ihrem künstlerischen Lebenskampf hat mit den Aufführungen von acht seiner Sinfonien meine Zeit in Kiel musikalisch signifikant geprägt.
Georg Fritzsch


Mahler hatte nicht zu viel versprochen, als er ankündigte, in seiner 3. Sinfonie »mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufbauen« zu wollen, denn seine Dritte führt den Hörer »per aspera ad astra«, von der unorganischen Natur über Tiere und Menschen bis hin zu Gott. Das »Riesenhafte« dieses Werks betrifft dabei nicht nur die zeitlichen und besetzungstechnischen Ausmaße, sondern vor allem auch die Fülle der musikalischen Idiome sowie die enorme Breite der Ausdruckspalette. Sie reicht vom kaum wahrnehmbaren Geräusch bis zum schmetternden Tutti, mystische Tiefe steht neben trivialen Tanzmodellen, und dröhnende Militärmusik weicht schlichter Liedhaftigkeit. Der für Mahler so typische ironische Ton durchdringt hier ein Werk erstmals fast vollständig; so zum Beispiel in den skurrilen Regimentsorchestermarschanklängen im 1. Satz, den Posthorn-Episoden im 3. Satz oder dem Violin-Hymnus nach der 1. Strophe des 4. Satzes, der verdächtig an eine bekannte Weise namens La Paloma erinnert.

Dem sprichwörtlich »maßlosen« Kopfsatz, in dem Beethovens Fünfte locker Platz gefunden hätte, folgt eine bunte Sammlung instrumental-vokaler Charakterstücke. Mag der 2. Satz ein Hirtenidyll des Rokoko beschwören und – auf dem Wunderhorn-Lied Ablösung im Sommer basierend – zu der ernüchternden Feststellung gelangen, dass der Gesang einer Nachtigall ebenso trivial anmutet wie der eines Kuckucks, so wechseln im 3. Satz derbe Bauerntänze mit weltfernen Posthorn-Rufen. Und obwohl die zweiflerische Stimmung des 4. Satzes mit seiner Vertonung von Nietzsches Nachtwandler-Lied im 5. Satz von der lichten Welt der Glocken und Engel aufgehoben zu werden scheint, enthüllt sich dieses »Bimm Bamm« aus dem Wunderhorn-Lied Es sungen drei Engel lediglich als kindliche Naivität, die erst in dem hymnischen Schluss-Adagio eine Erlösung in der musikalisch veredelten Liebe findet.

 

 

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2018/19) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).


Hintergrundfoto © Matthias Creutziger