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Allmählich geht mir eine ganze Bogenlampe auf...

DeichArt: Ein Abend um Matrosentagebücher aus dem Ersten Weltkrieg – Teil 2
Spielstätte: Studio im Schauspielhaus
Do 25.10. 20:30 Karten
So 04.11. 19:30 Karten
So 25.11. 19:30 Karten

Nach der szenischen Lesung "Endlich, endlich, endlich - Seeschlacht!", zeichnen DeichArt anhand der Erinnerungen der Obermatrosen Richard Stumpf und Carl Richard Linke die Ereignisse von den ersten Matrosenaufständen 1917 bis zur Revolution im November 1918 nach. Wir erleben die dramatische Entwicklung der Konflikte, geschürt durch die erschütternden Missstände an Bord der Großkampfschiffe.

Besonders für Carl Richard Linke spitzen sich die Geschehnisse schicksalhaft zu, als er im August 1917 im Zuge der ersten Aufstände wegen angeblicher Beteiligung an „kriegsverräterischer Aufstandserregung“ zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wird. Es ist das gleiche Verfahren, in dem die Matrosen Albin Köbis und Max Reichpietsch zum Tode verurteilt werden. Die Willkür und Brutalität der Marinejustiz, die mit diesen Urteilen ein Exempel statuieren und somit ein Ende der Unruhen erzwingen wollte, lässt nicht zuletzt auch Richard Stumpf, bis dahin patriotisch und vaterlandstreu, das Vertrauen in die oberste Führung verlieren.

DeichArt stützt sich in der Betrachtung dieser geschichtsträchtigen Vorgänge nicht ausschließlich auf die Aufzeichnungen Stumpfs und Linkes, sondern zieht weitere Quellen hinzu, die den historischen und politischen Wert der Tagebücher belegen und sie in den Kontext ihrer Rezeption in den vergangenen hundert Jahren stellen. So sind unter anderem Momente aus dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss für die Schuldfragen des Weltkriegs Teil der theatralen Auseinandersetzung. Verdichtet zu einer komplexen Collage, gestaltet sich die szenische Lesung als eine Art Dokumentarspiel, mit unterschiedlichen Perspektiven und Schauplätzen und einer heutigen Sicht auf die Erzählung dieses bedeutenden Kapitels deutscher Geschichte.

Regie Anne Spaeter
Ausstattung Sibylle Meyer
Mit Eirik Behrendt, Matisek Brockhues und Tom Keller