Navigation und Service

Inhalte ausblenden Inhalte dimmen
Cesare Sterbini
Gioachino Rossini

Der Barbier von Sevilla

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Spielstätte: Opernhaus
Do 20.12. 19:30 Besetzung Karten
Mo 31.12. 15:00 Besetzung Karten
Mo 31.12. 20:00 Besetzung Restkarten
Fr 04.01. 19:30 Besetzung Karten
Sa 12.01. 19:30 Besetzung Karten
So 20.01. 16:00 Besetzung Restkarten
So 27.01. 18:30 Besetzung Karten
Sa 02.02. 19:30 Karten
+ Weitere Termine anzeigen

»Figaro, Figaro, Figaro, Figaro, Fiiii-gaaaa-roooo!!!« Wenn guter Rat von Nöten ist, dann bedarf es des »Faktotums der ganzen Stadt«, des titelgebenden »Barbiers von Sevilla« Figaro. 

Und Graf Almaviva hat seine Unterstützung wirklich nötig, wenn er seine Angebetete Rosina ihrem Vormund Doktor Bartolo abluchsen will, der nämlich selbst gesteigertes Interesse an dem hübschen Mädchen und ihrem großen Erbe hat. Bartolo wacht über Rosina zwar mit Argusaugen, aber ob er dem Witz seiner drei Gegenspieler Almaviva, Rosina und Figaro gewachsen ist? Eine der großartigsten musikalischen Komödien, die Gioachino Rossini 1816 in sagenhaften drei Wochen aus der Feder geflossen ist, trifft in Pier Francesco Maestrinis knallbunter Inszenierung wieder auf die umwerfende Zeichentrickwelt von Comiczeichner Joshua Held. Nach der überraschend anarchischen »Reise nach Reims« sind Maestrinis und Helds humoreske Kapriolen im »Barbier von Sevilla« nach Verona und Lübeck nun auch in Kiel zu erleben und geben Einblick in die übersprudelnde Fantasie nicht nur der beiden Regisseure, sondern auch des genialen Komponisten in Zeitnöten ...

Eine Kooperation des Theaters Kiel mit dem Theater Lübeck und der Fondazione Arena di Verona

Premiere am 8. Dezember 2018

Audio

Werkeinführung in zwei Minuten: »Der Barbier von Sevilla«

Ab dem 8. Dezember 2018 im Opernhaus

Pressestimmen

Opernhaus Kiel: »Der Barbier von Sevilla« (07.12.2018)

Die wohl lustigste Operninszenierung der Saison: Das Kieler Ensemble bringt Rossinis Klassiker als urkomischen Cartoon auf die Bühne. Auch für Nicht-Opernfans gut geeignet.

NDR 1 Welle Nord - Kerstin Dühring

Buffa-Komik auf Vollfettstufe (10.12.2018)

Ursprünglich für Schüler in Brasilien entwickelt, dann in Verona und Lübeck vielgefeiert, zündet die fette Knallbonbon-Fassung von Rossinis komischen Hauptwerkes, des Barbiere di Siviglia, jetzt auch am Theater Kiel. Comic-Strip, Personenregie und pralle Ausstattungsschlacht von Pier Francesco Maestrini und Joshua Held durchdringen sich hier spektakulär.

Da Kiel im Sängerensemble auch noch Luft für einen Tenorissimo vom Schlage „Pavarotto“ hat, bringt der Russe Anton Rositskiy das Werk "Der Barbier von Sevilla" ins Gleichgewicht: Weil er die aus Furcht vor hypervirtuosen Kapriolen gerne gestrichene Finalarie glanzvoll hellflammend sticheln lässt, wird sein Graf Almaviva zum eigentlichen Sieger unter Rossinis erträumten alter-ego-Varianten.

Nicht mal der so gewiefte und mit opulent virilem Bariton protzende Figaro (Tomohiro Takada) kann da gleich ziehen. Schon gar nicht der plumpe Drache Bartolo, der sich aus Geldgier oder Geilheit auf keinen Fall seine junge Zukünftige abjagen lassen möchte. Dabei stattet Jörg Sabrowski diesen Gevatter ganz köstlich mit Spielbass-Gedröhne und Parlando-Spritzigkeit aus.

Daniel Carlberg lässt die klein und historisch orientiert besetzten Philharmoniker dazu wunderbar wunderlich im Graben rumoren.

Kieler Nachrichten - Christian Strehk

Frecher Friseur im Fatsuit (10.12.2018)

Wie im Vorjahr in seiner Inszenierung der »Reise nach Reims« hat der italienische Regisseur Pier Francesco Maestrini mit Joshua Held der Kooperation mit dem Theater Lübeck und der Fondazione Arena di Verona einen eigenwilligen Stempel aufgedrückt und ein Spektakel geschaffen, das ein Fest für Augen und Ohren bot. Ersteres ist Sinn und Zweck eines Opernbesuchs, hier zu verdanken der brillanten Sangeskunst der Protagonsiten und dem animiert aufspielenden Orchester unter Leitung von Daniel Carlberg. Maestrini und Held dekorieren die Handlung durch einen kunstvoll mit dem Bühnengeschehen verflochtenen Comicfilm. Die bewegten Bilder helfen nicht nur beim Verständnis der mit deutschen Übertiteln im Original aufgeführten Handlung, sie greifen auch Tempo und Witz der Oper auf und liefern respektlose, oft urkomische Kommentare.

...

Aus einem Schlitz in der Leinwand purzeln sie wie fleischgewordenene Karikaturen auf die Bühne, allen voran der Titelheld, dem ein spielwitziger Tomohiro Takada seinen wohltemperierten Bariton leiht. Wie er scheinen alle Akteure Spaß an ihrer skurrilen Leibesfülle zu haben.
Der russische Gasttenor Anton Rositskiy glänzt als Almaviva. Die für ihre Rolle als Rosina erforderliche Kehlkopfakrobatik beherrscht auch Mezzosopranistin Tatia Jibladze, die sich im Fatsuit unter pinkfarbener Perücke rekelt. Mit staubtrockenen (nord)deutschen Einwürfen würzt Jörg Sabrowski alias Bartolo in sonorem Bass so manches Rezitativ. Und so hält diese knackig-freche Inszenierung auch für jene Glanzlicher bereit, die zu den weniger routinierten Opernbesuchern gehören.

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Sabine Christiani

Tanz der Dampfnudeln um den weiblichen Rollmops (09.12.2018)

Kann man Gioachino Rossinis  heiterste »opera buffa« über das unbeschwerte  szenische Spiel hinaus noch komischer machen? Man kann. Zumindest nach der Auffassung des Filmanimateurs Joshua Held und des Regisseurs Pier Francesco Maestrini. Sie lassen in ihrer Inszenierung der Musik-Komödie »Il Barbiere di Siviglia« belebte Comic-Figuren in munterem Miteinander lustig auf Leinwand und Bühne los. Die größte Lust an dieser hoch bejubelten Produktion aber bereitet Kiels Erster Kapellmeister Daniel Carlberg, der  das Sängerensemble und das Philharmonische Orchester zu einer brillanten musikalischen Höchstleistung animiert.

Hoch oben thront er in seinem possierlichen Bett. Rechts die Notenblätter, links den Rotwein, ab und zu ein Griff zum gebratenen Geflügel. Komponieren, Trinken, Essen in genießerisch trägem Wechsel . Schon während es seine Plätze einnimmt kann das Publikum den dicken Rossini als Animationsfigur in Endlosschleife bewundern. Wenn’s los gehen soll allerdings, ist’s mit seiner Behaglichkeit vorbei, denn der Dirigent fordert dem Maestro die fehlenden Orchesternoten ab. Und später, während die Ouvertüre schnurrt, verkündet ein Vorspann wie im Kino, dass der Komponist persönlich ins Geschehen einstiegen und selbst alle Rollen übernehmen wird.

...

Umso erstaunlicher klingt es, wie schlank die Sänger des homogenen Ensembles ihre musikalischen Partien herausarbeiten und mit ihrem Gesang den krassen Karikaturen Anmut zurück gewinnen. Tatia Jibladze verführt als Rosina mit locker leicht perlenden Mezzo-Koloraturen. Anton Rositzkiy gibt seinem Almaviva einen bis zum Finale hell glühenden Tenorglanz. Tomohiro Takada beweist  in der Figaro-Rolle, wie elegant und markant sein Bariton einsetzbar ist. Jörg Sabrowski kostet mit solidem und äußerst beweglichem Bass die komödiantischen Möglichkeiten des Bartolo aus. Ivan Scherbatyh lässt seinen Basilio in den schönsten Tiefen grollen. Und in der Höhe zwitschert Julia Bachmanns Berta virtuos.

Über allem aber legt Daniel Carlbergs einen wunderbar fein polierten Rossini-Glanz. Nichts an seiner musikalischen Vorgabe wirkt dick oder forciert. Kiels stellvertretender Generalmusikdirektor entlockt vielmehr der Barbier-Partitur die feinsten Nuancen. Und das Philharmonische Orchester und der Herrenchor (Einstudierung: Lam Tran Dinh) folgen ihm aufmerksam bis in die subtilsten Winkel. Carlbergs Dirigat fegt nicht nur fordernd voran und zündet scharfsinnig Rossinis gewohnte Stretta-Feuer, sondern lässt kleine und kostbare Klanggebilde leuchten. Musikalisches Glück triumphiert am Ende über satten Augenschmaus.  Viel Beifall. So oder so.

hansen & munk - Christoph Munk