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Arrigo Boito
Giuseppe Verdi

Otello

Oper in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Spieldauer: ca. 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

»Ich glaube, dass der Mensch das Spiel eines ungerechten Schicksals ist ... Der Tod ist das Nichts, und der Himmel ein altes Märchen.« Zu jenem ungerechten Schicksal schwingt sich Jago auf, von Neid und Missgunst zerfressen aufgrund einer beruflichen Zurücksetzung. Zum Spielball in seinen Händen wird sein Vorgesetzter Otello, den als glücklich verheirateten Siegesheld der Republik Venedig nur der »Makel« quält, kein gebürtiger Venezianer zu sein, was ihn zum Außenseiter macht. Die maßlose Eifersucht, die Jago in Otello wecken kann, und die Otello seine unschuldige Frau Desdemona ermorden lässt, wächst aus den Zweifeln, die die Welt in ihn gepflanzt hat.

1887 an der Mailänder Scala uraufgeführt, ist Giuseppe Verdis »Otello« sicher eine der größten Überraschungen der Operngeschichte. Das völlig von den Zwängen der Konvention gelöste Reifewerk eines 74-jährigen, weltweit gefeierten Komponisten, der hier endlich bei seiner Idee, die Wahrheit des Ausdrucks durch musikalische Konstruktion zu finden, angekommen scheint und einen neuen Weg von Musikdramatik aufzeigt. Nach »Aida« setzt Benjamin Reiners mit »Otello« seine Auseinandersetzung mit Verdis Alterswerk fort. Für die Regie zeichnet die österreichische Regisseurin Alexandra Liedtke verantwortlich, die in Kiel zuletzt für ihre Inszenierung der monumentalen »Trojaner« von Hector Berlioz gefeiert wurde.

Premiere: 30. April 2022

Einführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn im 2. Foyer

Profitieren Sie vom »Othello«-Spezial-Preis: Wenn Sie Karten für »Otello« buchen, erhalten Sie Ihre Karten für das Ballett »Othello 2.0« um 20 % ermäßigt. Das Angebot gilt bis zum Ende der Spielzeit 2021/22. Untere Theaterkasse berät Sie gern.

Download: Gruppenbuchungsformular

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: Otello

Ab 30. April 2022 im Opernhaus!

Pressestimmen

Faszinierende Vielschichtigkeit (02.05.2022)

Regisseurin Alexandra Liedtke führt Arrigo Boitos Opernversion nach der berühmten Tragödie mit düsterer Präzision wie einen bitteren Film noir vor. [...]
Diese faszinierende Vielschichtigkeit der Interpretation korrespondiert unmittelbar mit der genialen Musikpsychologie der Komposition. Kiels Generalmusikdirektor Benjamin Reiners erweist sich einmal mehr als überragender Verdi-Dirigent. Unter seiner unnachgiebig straffen, emotional explosiven Leitung in bester Toscanini-Tradition treiben die optimal präparierten Philharmoniker die fatalen Handlungsvorgänge voran. Auch in lyrisch-tragischen Momenten lässt das unterschwellige Pulsieren nie nach, sodass nirgends flaue Sentimentalitäten für Spannungsbrüche sorgen. Das kracht und betört, schwelt und gruselt. [...]
Der nahezu ermüdungsfrei kraftvolle baskische Tenor von Andeka Gorrotxategi bringt eine baritonal warm grundierte, tragisch gedeckte Stimme für die Titelpartie mit – und spielt den mehr und mehr isolierten Krieger eindrucksvoll. [...]
Dario Solari lässt seinen prächtigen Bariton in intensivem Legato strömen, tönt gefährlich schön und hohnlachend im berühmten „Credo“ und hat auch die scheinbar harmlose Gewandtheit des Intriganten in Stimme und Charmeur-Statur. [...]
Von besonderer sängerischer und darstellerischer Qualität ist einmal mehr Agnieszka Hauzer.

Kieler Nachrichten - Christian Strehk

Großartige Bilder (03.05.2022)

Inszeniert von Alexandra Liedtke, wird eine Gesellschaft seziert, in der Frauen auf dem Altar männlicher Unzulänglichkeiten geopfert werden. [...]
Zur zunehmend gewalttätigen Geschichte entstehen auf der Bühne großartige Bilder, an denen Opernchor,, Extra-Chor sowie Kinder- und Jugendchor erheblichen Anteil haben. Musikalisch sind die Chöre ohnehin in exquisiter Form. Freude bereiten auch die Solisten und Solistinnen, die das Elend der (Männer-)Gesellschaft ausdrucksstark interpretieren. Im Orchestergraben leitet Benjamin Reiners den musikalischen Verlauf und lockt beinahe italienische Hingabe hervor.
Oben legt Alexandra Liedtke den Fokus auf weibliche Schicksale in einer toxischen Männergesellschaft. Es ist eine interessante Sichtweise, die im Vergleich mit dem Ballett „Othello 2.0“, für das Amilcar Moret Gonzalez den Aspekt des Rassismus herausgearbeitet hat, umso spannender wird.

Schleswig-holsteinische Landeszeitung - Karin Lubowski

Delikate Charakterstudie (03.05.2022)

Kiels Oper hat fürwahr ein gutes Ensemble gefunden, das lebhaft und differenziert durch sein Orchester, den Opernchor und Extrachor sowie den Kinder- und Jugendchor unterstützt wurde. GMD Benjamin Reiners leitete kraftvoll wie sensibel, schaffte eine in jedem Moment angemessene Spannung, ohne die Schönheit der Stimmen oder die des Instrumentalklangs zu überdecken.
Agnieszka Hauzer, Kiels Primadonna als Desdemona, spielte wieder alle Feinheit ihres warm timbrierten Soprans aus. Bemerkenswert war, wie sie alle Erschwernisse ihrer Rolle durchstand und auch im letzten Akt die Kraft zu subtiler Gestaltung beim „La Canzon del Salice“ fand.
Dario Solari als Jago, auch in dieser Inszenierung die eigentliche Hauptperson, machte Staunen über einen kraftvollen, zugleich klangschönen Bariton. Mit ihm hatte Alexandra Liedtke zudem eine sehr bedachtsame Bewegungsregie erarbeitet, die seinen zwielichtigen Charakter unterstützte und sein böses „Credo in un dio crudel“ zum Höhepunkt werden ließ. Und auch Andeka Gorrotxategi als Otello war nur zu bewundern. […] Alles gelang ihm, das Harte und Weiche, das Strahlende und Besorgnis, das Siegestrunkende wie Verzweifelte – eine delikate Charakterstudie!

nmz online - Arndt Voss