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Gerhart Hauptmann

Rose Bernd

ca. 90 Minuten (keine Pause)
Spielstätte: Schauspielhaus
Fr 14.06. 20:00 Karten

Rose Bernd ist eine junge Frau, die kurz vor der Hochzeit mit dem frommen Buchbinder August steht. Der Vater, der die Hochzeit arrangiert hat, wundert sich über die Ausflüchte bei der Terminsuche. Was der Vater nicht weiß, entdeckt bald der Maschinist Streckmann, der auch ein Auge auf Rose geworfen hat: Sie und der Standesbeamte Christoph sind ein heimliches Paar! Eifersüchtig droht Streckmann damit, die Affäre aufzudecken. Verängstigt lösen Rose und Christoph ihre Beziehung auf – aber es ist zu spät: Rose ist schwanger!

Premiere: 22. September 2023 (Großes Haus)

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Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass in dieser Inszenierung Vergewaltigung und Kindsmord thematisiert werden.

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Werkeinführung in 2 Minuten: Rose Bernd

Pressestimmen

Starker Auftritt (25.09.2023)

Keine Ruhe niemals für die Frau, die Claudia Friebel patent und mit beträchtlicher Lebensenergie auf die Bühne stellt – und allmählich implodieren lässt. Bis sie am Schluss die Summe allen Schmerzes herausbrüllt. Verzweifelt, zornig, fragend, ungläubig. Alles steckt in diesem wüsten Aufschrei, der Zumutung ist und starker Auftritt.

Es gibt keinen Ausweg aus dieser wie im Webrahmen eingekastelten Welt, in der sie schieben und schuften und nie weiterkommen als bis an den Bühnenrand. [...]

Annette Pullen macht an »Rose Bernd« sichtbar, wie sehr für Frauen und Männer zweierlei Maß gilt. Und die Leerstellen und schwarzen Löcher in der Sprache lässt sie stehen. Die Bühne wird so zum Resonanzraum für die Mentalitäten. Und das, was ungesagt bleibt, verdichtet sich wie von selbst.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Eindrucksvoll und beklemmend (23.09.2023)

All das und die vielen feinen Details dazwischen inszeniert Annette Pullen in verdichteter (das Ensemble kommt mit rund 90 Minuten aus), deshalb jedoch keineswegs weniger eindrücklichen Form auf einer schmucklosen, ständig im Dunkeln gehaltenen Bühne (Iris Kraft).

Leuchten, das tun an diesem Abend nur die Schauspieler:innen. [Claudia] Friebels Rose ist im eruptiven Finale genauso glaubwürdig und energiegeladen wie im Streit und Kampf mit Streckmann, im Liebesspiel mit Flamm oder im Gespräch mit dessen Frau Henriette (Isabel Baumert). [...]

Gerhart Hauptmanns Drama spiegelt die begrenzten Möglichkeiten wider, die Frauen in dieser Zeit und in dieser Gesellschaft hatten. Darüberhinaus thematisiert es die Fragen von Schuld, Verantwortung und die harten Konsequenzen von gesellschaftlicher Ächtung und ist in dieser Hinsicht aktueller, als man es sich wünschte.

Die komplexe Charakterzeichnung, besonders die von Rose, und die präzise Darstellung der sozialen Verhältnisse machen das Stück zu einem bedeutenden Werk im Kanon des deutschen Theaters.

kielerleben.de - Sebastian Schack

Ein Spiel, das unter die Haut geht (26.09.2023)

Zwei bewegliche Stege zerteilen den schwarzen Raum. Von den Akteuren hin- und hergeschoben, sind sie mal das Feld, das in mühseliger Arbeit beackert wird, mal bilden sie die Begrenzung von Innenräumen. Nichts lenkt von dem intensiven Spiel ab, das das Publikum schnell in den Bann zieht. [...]

Pullen zeigt eine dörfliche Gemeinschaft, deren geistige Enge jeden Ausbruchsversuch vereitelt. Jede der Figuren hat ihre Facetten, keine ist nur gut oder böse [...]

Claudia Friebel in der Titelrolle zeigt eine fröhliche, selbstbewusste Frau, die ihr Leben in die Hand nehmen will – und aus Scham an den Umständen verzweifelt. Ein Spiel, das unter die Haut geht.

Schleswig-holsteinische Landeszeitung - Sabine Christiani