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27.05.2024

Wind in den Segeln beim 8. Philharmonischen Konzert

Dirigent Benjamin Reiners mit Taktstock

Dirigent Benjamin Reiners

Als Benjamin Reiners in der Spielzeit 2019/20 neuer Generalmusikdirektor der Landeshauptstadt Kiel wurde, erklang in seinem Antrittskonzert die Neukomposition »ropes and knots« von SJ Hanke (*1984). In der Musik hörte man förmlich die Karabiner an den Segelbooten gegen die Masten klackern und den Wind, der durch die Segel pustet. Ähnlich maritim ist die Komposition »Segelnde Stadt« der schwedischen Komponistin Britta Byström (*1977) aus dem Jahr 2014, mit der wir das Antritts- und das Abschiedskonzert von Benjamin Reiners thematisch verbinden und gleichermaßen der Sailing City Kiel noch einmal musikalisch die Ehre erweisen.

Ein ganz besonderes Geschenk macht sich und uns Benjamin Reiners außerdem mit der 2. Sinfonie von Gustav Mahler, der »Auferstehungs-Sinfonie«. Mit vierfach besetzten Holzbläsern, zehn Hörnern, acht Trompeten, vier Posaunen und Tuba, Orgel, großem Schlagwerk und Streicherapparat ist dieses monumentale Werk sicherlich eine der am größten angelegten Sinfonien am Übergang von der Romantik zur Moderne. Bereits der erste Satz, »Totenfeier«, ist mit 20 Minuten Spieldauer so lang wie manch Mozart-Sinfonie. Das Gustav Mahler auch in anderer Hinsicht den Rahmen einer klassischen Sinfonie sprengt, zeigt sein Einsatz von zwei Gesangssolistinnen – Sopran und Alt – sowie großem Chor. Für unsere Konzerte konnten wir mit Athanasia Zöhrer (die Sopranistin war als Mimì in dieser Spielzeit bereits sehr erfolgreich in Puccinis »La Bohème« zu erleben) und Dshamilja Kaiser (die Mezzosopranistin ist Ensemblemitglied am Theater Bonn) zwei hervorragende Interpretinnen verpflichten. Bereits der 3. Satz der Sinfonie basiert auf einem Lied aus der »Wunderhorn«-Sammlung von Achim von Arnim und Clemens Brentano, hier verlässt Mahler jedoch nicht den rein instrumentalen Rahmen. Erst im 4. Satz wird mit dem Alt-Solo des Gedichtes »Urlicht« – ebenfalls aus der Gedichtsammlung »Des Knaben Wunderhorn« – die Singstimme mit einem choralhaften Thema eingeführt – ein musikalischer Hinweis auf die Auferstehungsthematik des Gedichttextes. Die Chorpartie im 5. Satz übernimmt erneut der immer wieder großartig zusammengewachsene und klangvolle Großchor aus Opernchor und Philharmonischem Chor Kiel (Einstudierung: Gerald Krammer). Ein Ereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte!

Die beiden Konzerte finden am Sonntag, 16. Juni (11.00 Uhr) und Montag, 17. Juni (19.00 Uhr) in der Philharmonie in der Wunderino Arena statt.