Navigation und Service

Inhalte ausblenden Inhalte dimmen
22.06.2021

+++ Mit dem Lastenrad zum Fotoshooting +++

Ein Mann steht mit Fotoequipment vor einem Lastenfahrrad

Pepe Lange, du porträtierst unsere Künstler und Künstlerinnen. Hattest du Respekt vor der Aufgabe?

Respekt auf jeden Fall. Vielleicht sogar Angst. Eins davon ist immer da vor wichtigen oder neuen Jobs. Und das ist auch gut, um nicht nachlässig zu werden. Als ich das erste Mal zum Schauspielhaus kam, hatte ich »Angstlicht« dabei. So nenne ich das, wenn ich zur Sicherheit alles einpacke. Es wurde dann ein unerwartet simpler und erstaunlich toleranter Lichtaufbau. Soll ich euch ein Geheimnis verraten? Da ist etwas Besonderes mit dem linken Gang, in dem wir die Porträts im Schauspielhaus machen. Wir haben diesen Lichtaufbau in der Oper bis auf den Zentimeter identisch nachgestellt, aber nur im Schauspielhaus gibt das Licht noch dieses kleine Stückchen Magie. 

Sind Schauspielende leichter oder schwieriger zu porträtieren als andere Menschen?

Ich hatte erwartet, dass sie sich ohne Rolle und Inszenierung als Schutz vielleicht nicht wohlfühlen. Aber das Gegenteil ist der Fall. Schauspieler sind Profis, die können auch sich selbst spielen. Oder etwas aus einer Rolle für sich nutzen – wie zum Beispiel Yvonne Ruprecht, die auf ihrem Porträt im Foyer für mich auf jeden Fall etwas von der Schneekönigin ausstrahlt. Es ist einfach toll, mit Menschen zu arbeiten, die auf den Punkt da sind und Lust haben!

Gilt das auch für die Tänzer*innen und die Opernsänger*innen, die du ja auch fotografierst?

Ich bin total begeistert von den unterschiedlichen Persönlichkeiten, die teilweise direkt aus den Proben an unser provisorisches Set kommen. Man weiß nicht, welche Sprache wir gleich sprechen werden. Was wird ein Tänzer aus Kuba erlebt haben, bevor er hier vor Norddeutschen tanzt? Warum beugt sich der finnische Hüne wie ein Skispringer über mich? Ja, weil er Opernsänger ist und sonst von hinten eine opulente Inszenierung drückt. Die Vielfalt ist toll und holt ein bisschen die Welt nach Kiel.

Und du kommst mit dem Lastenrad, um die Welt abzulichten?

Ganz genau. Was für ein Glück, das mit dem Fahrrad tun zu können! An der Oper und am Schauspielhaus kann man nicht einfach parken. Aus der Erfahrung weiß ich jetzt, welches Equipment wir genau brauchen. Also packe ich mein Studio ins Lastenrad und fahre zum Motiv – wie die ersten Fotografen, die mit ihren Planwagen durch den Wilden Westen zogen. Nur leider habe ich keine Pferde, die mich auf dem Rückweg die Bergstraße hochziehen.

Wer mehr über Pepes Arbeit wissen will, schaut hier: www.pepelange.de oder auf Instagram