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Buch von Joseph Stein; Gesangstexte von Sheldon Harnick
Jerry Bock

Anatevka (Fiddler on the Roof)

Deutsche Fassung von Rolf Merz und Gerhard Hagen mit Übertiteln

Tradition – darauf basiert das jüdische Leben im ukrainischen »Schtetl« Anatevka. Dort lebt der arme, aber lebensfrohe und optimistische Milchmann Tevje mit seiner Frau und seinen fünf Töchtern. Drei seiner Töchter sind im heiratsfähigen Alter und sollen nach alter Tradition eine gute Partie machen. Doch die jungen Frauen suchen sich ihre Männer lieber selbst aus und bringen so Tevjes Weltbild ins Wanken. Einen armen Schneider und einen revolutionsbegeisterten Studenten lässt sich der Vater ja noch gefallen – aber ein russischer Christ geht entschieden zu weit! Und zusätzlich zu diesen Problemen mit Familie und Behörden lauert stets noch die wachsende Gefahr eines Pogroms.

Das Erfolgsmusical »Anatevka« mit seiner überraschenden Musikmischung aus Klezmer, Folklore und Broadwayklängen gewann 1964 neun Tony-Awards. Der »jüdische Mark Twain« Scholem Alejchem beschreibt in seinen Geschichten, die dieser Broadway-Adaption zugrunde liegen, eine trügerische Idylle am Vorabend der russischen Revolution. Wie ein »Fiedler auf dem Dach« sind Tevje und seine Freunde krampfhaft bemüht, eine fröhliche Weise zu spielen, ohne hinabzustürzen. So verbirgt sich hinter der Leichtigkeit der Melodien eine ernste Geschichte, die heute erschreckend aktuell ist.

Produziert für die Bühne in New York von Harold Prince.

Original-Bühnenproduktion in New York inszeniert und choreografiert von Jerome Robbins.

Basierend auf den Geschichten von Scholem Alejchem. Mit ausdrücklicher Genehmigung von Arnold Perl.

Aufgrund der unsteten Situation durch die Corona-Pandemie veröffentlichen wir die Spieltermine kurzfristig.

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: Anatevka

Ab dem 30. Mai 2021 im Opernhaus!

Pressestimmen

Unbändige Musical-Lust (01.06.2021)

Gerade die Mischung aus unbändiger Musical-Lust und dem bitteren Frust der Geschichte macht Jerry Bocks Fiddler on the Roof zu einem beständig gewichtigen Musiktheater-Evergreen des 20. Jahrhunderts. Gastregisseur Marco Dott lässt in der treuherzig historischen Ausstattung von Christian Floeren keinen Zweifel daran, dass ihm die Typen-Originale und alles Originale mit Bart, Schläfenlocken und Gebetstuch vollauf genügt, um Wirkung zu erzielen. Und die bleibt auch nicht aus: Die Neuproduktion der Oper Kiel, in der sich coronabedingt niemand berühren darf, aber vieles berührend schlicht gelingt, findet großen Anklang. [...]
Benjamin Reiners verdient sich am Pult der inspiriert aufspielenden und geschickt mit den verstärkten Stimmen abgemischten Philharmonikern endgültig den um zwei Buchstaben erweiterten Titel „Generalmusicaldirektor“, indem er sehr schön die vom Broadway-Sound verpackten Charakteristika der jiddischen Musik trifft: die genüsslichen Verzögerungen genauso wie den mitreißenden Drive.

Kieler Nachrichten - Christian Strehk

Äußerst sehenswert (01.06.2021)

Als Handelnder und Kommentator der Geschehnisse, der wie Don Camillo mit Gott redet und ihn um Beistand bittet, gestaltet seine Persönlichkeit sich als eine bravouröse Paraderolle für Jörg Sabrowski. Ihm zur Seite ist seine Frau Golde, mit schauspielerischem und sängerischem Ernst bestens in Szene gesetzt von Heike Wittlieb. Nach und nach entgleiten ihnen die Töchter, die jeweils ihrem eigenen Willen folgen.  [...]
Doch wird auch viel gelacht, getrunken und ausgelassen getanzt, das jüdische Dorfleben funktioniert trotz existenzieller Bedrohung von außen. Nicht zu übersehen ist dabei die unbändige Spiel- und Tanzfreude, die das äußerst sehenswerte Ensemble nach langer Abstinenz ausdrückt.

Schleswig-holsteinische Landeszeitung - Werner Bodendorff