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Salvadore Cammarano
Gaetano Donizetti

Lucia di Lammermoor

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Spielstätte: Opernhaus
Fr03.01.19:30Karten
Sa11.01.19:30Karten
So19.01.18:00Karten
Di28.01.19:30Karten
So23.02.19:00Karten
So01.03.16:00Karten
Do12.03.19:30Karten
Sa21.03.19:30Karten
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Schottland, Ende des 16. Jahrhunderts: Zwei Clans sind bis aufs Blut verfeindet, die Ravenswood und die Ashtons. Einst hatte Enrico Ashton Schloss Ravenswood erobert. Aus politischen und finanziellen Gründen will er seine Schwester Lucia mit Lord Arturo Bucklaw verheiraten. Lucia aber liebt heimlich den größten Feind ihrer Familie: Edgardo di Ravenswood. Mit ihm hat sie sich heimlich verlobt. Nur durch Enricos erbarmungslose Manipulation willigt Lucia in die Heirat mit Arturo ein – eine fatale Entscheidung, die blutige Konsequenzen nach sich zieht…

»The bride of Lammermoor« war 1819 einer der erfolgreichsten romantischen Schauerromane von Sir Walter Scott. In Gaetano Donizettis sechzehn Jahre später für Neapel entstandenem »dramma tragico in due parti« wird aus der nordisch kühlen, abseitigen Historie ein packender, emotions-geladener Schocker über ungebremste Auswüchse einer patriarchalen Unrechtsordnung, der ein faszinierendes Psychogramm nicht nur seiner Titelheldin zeichnet. Der vielfältig kreative Regisseur und Designer Paris Mexis (»Atys«, »Orpheus und Eurydike«, »Skylla und Glaukos«) hat mit Unterstützung des Lichtmagiers George Tellos einen neuartig stilisierten Kosmos geschaffen, in dem Farbe, Licht und Gestik den visuellen Rahmen für Donizettis brillante Musik bilden.

Premiere:  7. Dezember 2019

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: »Lucia di Lammermoor«

Pressestimmen

Koloraturgewandtheit und gleißende Höhe (09.12.2019)

Die in New York ausgebildete koreanische Sopranistin (Hye Jung Lee, Anm. d. Red.) hat, das war zu erwarten, die Koloraturgewandtheit und gleißende Höhe für die virtuosen Belcanto-Kapriolen. [...] Aber vor allem begeistert die Sopranistin mit warmherzig flutenden Piano-Tönen und erlesenen Pianissimi – und entsprechend inniger Ausdrucksintensität. [...]
In den faszinierend bunt changierenden Farbkreisen, Lichtwänden und -Kegeln, die der Designer George Tellos da in perfekter Zusammenarbeit mit Martin Witzels Beleuchter-Team in den schottischen Hochmoor-Nebel auf der leeren Bühne schießt, assoziiert man mehrfach faschistische Formationen. Aus ihnen heraus werden Akteure auf der Drehbühne spannungsvoll in Front gebracht oder aus dem (von Lam Tran Dinh wieder glasklar einstudierten) Chor herausgeschält.  [...]
Der hier bestens koordinierte, aller hässlichen Realität entrückte Dialog von freischwebender Solo-Flöte (Ursula Freimuth) und irrlichternder Lucia-Stimme in der Wahnsinnsszene lässt niemanden kalt. Riesenjubel für Hye Jung Lee, kein Widerstand gegen die arg schematische, aber großartig »erleuchtete« Inszenierung.

Kieler Nachrichten - Christian Strehk

Das Drama auf das Wesentliche gebündelt (09.12.2019)

In einer puritanisch geprägten Inszenierung und Ausstattung von Paris Mexis fand am Wochenende die Premiere der »Lucia di Lammermoor« aus der Feder von Gaëtano Donizetti im Kieler Opernhaus statt. Kein opulentes Bühnenbild, sondern lediglich geometrische Figuren als Zeichen der Sachlichkeit und farbige Lichtgestaltung von Georg Tellos verengen und öffnen die Räume im Kopf, regen die Fantasie an, bündeln das Drama auf das Wesentliche. Regisseur Mexis wollte nach eigenen Worten die Geschichte vom historischen Hintergrund befreien und »sie stattdessen in einen ausgeklügelten Rahmen aus Farbe, Form, Platzierung und Gestik« setzen.
In der Tat: Das emotionslose Handlungsumfeld, also der grau gekleidete und unbeweglich auftretende Opernchor, aber auch die Hauptakteure begegnen der sensiblen Lucia mit absoluter Strenge, keinen Widerspruch duldend ohne Empathie. [...]
Ihre Rolle verkörpert die Sopranistin Hye Jung Lee in vollendeter Weise. In ihrer feinen Stimme liegt große und ergreifende Überzeugungskraft. Insbesondere in der gefürchteten »Wahnsinnsarie« schmelzt sie unaufdringlich und traumselig dahin, als ob sie in den Armen ihres Liebsten wäre, steigert sich ins überirdisch Verklärte, um von diesem herzzerreißenden und unter die Haut gehende höchsten Ton der dreigestrichenen Oktave zusammenzustürzen.

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Werner Bodendorff

Hinreißende Musik (08.12.2019)

Entsprechend rollengerecht agieren die Solisten, als wollten sie auch ihre Sängerqualitäten ganz in den Dienst des Regiekonzeptes stellen. Tomohiro Takada präsentiert sich als disziplinierter Kammersänger und führt als Enrico mehr seine ausgereifte Bariton-Kultur und weniger entschlossenen Ausdruckswillen vor. Yoonki Baek stellt sich überzeugend den tenoralen Herausforderungen der heiklen Edgardo-Partie. Höchsten Respekt erwirbt sich Hye Jung Lee in der Titelrolle. Denn ihre Lucia verzichtet klug auf jede großartige Diven-Attitüde und bleibt leidende Kindfrau, nicht auftrumpfend mit der Virtuosität der Wahnsinn-Koloraturen, sondern sensibel in der Darstellung ihrer Gefühlsverwirrung. Ivan Scherbatyh bringt als Raimondo zuverlässige Bass-Stabilität mit, Michael Müller-Kasztelan absolviert mit Noblesse den kurzen, aber anspruchsvolle Auftritt als Arturo. Harmonisch fürgen sich Margaret Newcomb und Fred Hoffmann ins Ensemble ein. [...]
Wer sich von der Musik hinreißen und von den doppelt tödlich endenden Konflikten gefangen nehmen lässt, wird nicht anders können, als sich Hals über Kopf in dieses Dramma tragico zu stürzen.

Hansen & Munk - Christoph Munk