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9. Philharmonisches Konzert

Sonntag | 17. Juni 2018 | 11 Uhr | Kieler Schloss
Montag | 18. Juni 2018 | 20 Uhr | Kieler Schloss

 

Sergei Rachmaninow (1873 – 1943)
Die Toteninsel. Sinfonische Dichtung zum Gemälde von Arnold Böcklin, op. 29 (1909)

Sergei Prokofiew (1891–1953)
2. Violinkonzert g-Moll, op. 63 (1935)

Aleksander Borodin (1833 – 1887)
2. Sinfonie h-Moll (1877) Heroische Sinfonie


Solistin Baiba Skride (Violine)
Dirigent Daniel Carlberg

 

Die Toteninsel von Arnold Böcklin gehört zu jenen romantisch-geheimnisvollen Fantasiebildern, vor denen man in Kontemplation versinken kann. Sergei Rachmaninow, der 1907 in Paris eine Schwarzweiß-Reproduktion des Bildes gesehen hatte, wendete seine Faszination ins Produktive und komponierte 1909 eine Tondichtung zum Bild. Düster wogt die Musik im 5/8-Takt. Hoffnungs- und sehnsuchtsvoll lichtet sich in der Mitte des Werks alles zum Leben. Doch das letzte Wort hat unerbittlich der Tod.

»Ein Komponist muss immer neue Ausdrucksmöglichkeiten suchen!« Davon war Sergei Prokofjew überzeugter denn je, als er nach 17 Jahren im freiwilligen Exil 1935 den Beschluss fasste, endgültig in seine russische Heimat zurückzukehren. Seine neueste Eingebung in dieser Hinsicht war die »neue Einfachheit«. Sie sollte melodisch sein, wobei die Melodie »einfach und verständlich sein muss, ohne ins Hausbackene oder Triviale abzugleiten.« So baut auch sein im selben Jahr entstandenes 2. Violinkonzert ganz auf die Kraft der klaren, sich unbeirrbar behauptenden Melodie, und das in einer Zeit, in der die bestehende Weltordnung begann, unaufhaltsam auseinanderzufallen. Freilich finden sich in diesem Werk noch allerlei grotesk-satirische Elemente, die an Prokofjews frühe »wilde« Jahre erinnern, wie z. B. der derb-auftrumpfende Finalwalzer, der mit seinem perpetuum-mobilehaften Seitenthema inhaltsleeres Virtuosentum zu verspotten scheint. Doch das Wesentliche dieses Konzerts ist seine lyrische Stärke, das machen bereits die allerersten Töne klar, denn eröffnet wird das Werk von einer ungemein ausdrucksstarken Melodie der unbegleiteten Solovioline, einer Melodie, die wie geschaffen scheint für die in Hamburg lebende, jedoch aus Lettland stammende Geigerin Baiba Skride.

»Es ist das Volk, das die Musik schafft. Wir Musiker arrangieren sie nur«, meinte Michail Glinka, der »Vater der russischen Musik«. Dieser Devise fühlte sich jene Gruppe von Komponisten verbunden, die als »Mächtiges Häuflein« bekannt wurde und zu der auch Aleksander Borodin gehörte. Dessen nationalromantische, ungemein abwechslungsreiche 2. Sinfonie entstand in engem Zusammenhang mit seiner Oper Fürst Igor, was etliche Anklänge von eindeutig slawischem Charakter verraten. Der berühmte Kritiker Wladimir Stassow entdeckte in ihr sogar den »Geist eines alten russischen Epos« samt Barden und tapferen Helden, was ihr den Ehrentitel »Heroische Sinfonie« bescherte.

 

Einführung um 10.15 Uhr bzw. 19.15 Uhr

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Bei diesem Konzert (wie bei allen weiteren Philharmonischen Konzerten der Spielzeit 2017/18) gilt das exklusive Angebot GEMEINSAM BEGEISTERN, bei dem 4 Konzertkarten zum Preis von 3 erworben werden können (bereits gekaufte Karten werden dabei angerechnet).

 

Hintergrundfoto © Marco Borggreve