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Maya Arad Yasur

Amsterdam

Übersetzung: Matthias Naumann
Fr22.11.20:30 Ausverkauft
Fr29.11.20:30 Ausverkauft
Fr06.12.20:30Restkarten
Sa07.12.20:30Karten
Fr13.12.20:30Karten

Amsterdam: liberal, kosmopolitisch, angesagt. Menschen aus aller Welt und ihre Geschichten treffen hier aufeinander und mittendrin lebt eine israelische Komponistin, die eines Morgens eine unbezahlte Gasrechnung vor ihrer Haustür findet. Und zwar eine aus dem Jahr 1944. Was hat es damit auf sich? Sie begibt sich auf Spurensuche und stößt dabei auf düstere Ereignisse aus der Vergangenheit, die sich während des Zweiten Weltkrieges in ihrem Wohnhaus zugetragen haben. Gleichzeitig wird  sie selbst in ihrer vermeintlich so weltoffenen Umgebung immer stärker mit ihrem Selbstbild als Jüdin, mit Vorurteilen und Stereotypen konfrontiert. 

Leichtfüßig und tiefgründig lässt die junge israelische Autorin die Zuschauer*innen in eine packende Geschichte eintauchen, in der die Schatten der Vergangenheit immer weiter in die Gegenwart hineinwachsen. Das 2018 mit dem Ersten Preis beim Stückemarkt des Berliner Theatertreffens ausgezeichnete Stück ist auf der einen Seite ein faszinierender Krimi und stellt auf der anderen Seite Fragen nach der Aufarbeitung von Geschichte, nach Erinnerungskultur heute und nach deren  Auswirkung auf die eigene Identität.

 

Premiere 22. September 2019

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: »Amsterdam«

Ab dem 22. September im Studio im Schauspielhaus

Pressestimmen

Verstörend intensiv (18.09.2019)

Verstörend intensiv vermittelt sich im Umgang mit Sprache und Geschichte ein Gefühl für die Hypothek, die der Holocaust den Nachgeborenen in Israel und der jüdischen Diaspora aufgebürdet hat. Für die Bilder, die sich daran klammern. Und für den Rassismus, der aus einem kleinen boshaften Gedanken wachsen kann: »Sie denkt, dass er denkt, dass sie ihm den Platz in der Schlange (an der Kasse) wegnimmt.« Vorläufer für den Gedanken, dass sie zu jenen gehört, die den anderen die Steuergelder »wegschlürfen«. Zur Tat ist es von da nicht mehr weit. Konstruktion und Rekonstruktion fließen in Erinnerungen, Wahrnehmungen, Lesarten ineinander. Dabei behalten die Schauspieler stets den Blick von außen, schlüpfen höchstens momentweise in die Rolle der erzählten Figur.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender