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Anton Tschechow

Abgesagt: Die Möwe

Neuübersetzung: Eva Gerberding

Der Lehrer Medwedenko liebt Mascha, Mascha liebt den jungen Schriftsteller Kostja, Kostja liebt die angehende Schauspielerin Nina, Nina liebt Trigorin, den Freund von Kostjas Mutter Arkadina, der wiederum nur sich selber liebt. Inmitten der Sommerhitze auf einem Landgut am See spielt Nina ein Theaterstück, das Kostja für sie geschrieben hat. Doch die Aufführung misslingt Arkadina, selbst eine große Schauspielerin, lässt kein gutes Haar an ihrem Sohn. Am Ende des Sommers wird Nina Trigorin nach Moskau folgen und erst Jahre später gescheitert und mit gebrochenem Herzen zurückkehren.

»Das Leben darf nicht so dargestellt werden wie es ist, oder wie es sein soll, sondern so, wie wir es träumen«, heißt es in Tschechows bittersüßem Stück, in dem eine Gesellschaft aus Künstlern, Intellektuellen und Kleinbürgern zwischen ihrem Alltag und ihren Illusionen und Hoffnungen gefangen ist, in die Irre liebt und sich das Leben schwer macht. Einerseits komisch, andererseits mit entblößender Präzision seziert der große russische Dramatiker die Menschlichkeit und die Sehnsüchte seiner Figuren und hat schafft mit seinem wohl bekanntesten Stück atmosphärische Dichte, psychologische Tiefe und zarte Melancholie.

Premiere  18./19. April 2020