Navigation und Service

Inhalte ausblenden Inhalte dimmen
Johann Wolfgang von Goethe

Faust

ca. 2 Stunden 10 Minunten, inkl. Pause
Spielstätte: Schauspielhaus
Fr20.12.20:00Restkarten
Sa21.12.20:00Restkarten
Sa04.01.20:00Karten
Sa11.01.20:00Karten
So26.01.19:00 Ausverkauft
Mi29.01.20:00Restkarten
Sa22.02.20:00Restkarten
Sa25.04.20:00Restkarten

»Da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.« Mit seinem unstillbaren Verlangen nach Erkenntnis gilt Faust als Sinnbild des modernen Menschen. Er  möchte wissen »was die Welt im Innersten zusammenhält.« Er hinterfragt und missachtet althergebrachte Regeln, fühlt sich von der Gesellschaft entfremdet und möchte in jeder Beziehung über sie hinauswachsen: Für die Erfüllung all seiner Wünsche ist er bereit, dem Teufel seine Seele zu überlassen. Mephisto, »ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft«, bemüht sich mit allen Mitteln seiner Zauberkunst um Fausts Seele und führt ihn dabei mitten hinein ins pralle irdische Leben, mit all seinen Verführungen und Abgründen, und hin zu Gretchen: Die junge Frau wird zur Projektionsfläche faustischen Begehrens und schließlich zum Opfer seines Größenwahns.

Kein Werk nach der Luther-Bibel hat so viele Spuren in der deutschen Sprache und Geschichte hinterlassen wie Goethes »Faust«. Es gilt als das deutsche literarische Werk, als  die Thematisierung des menschlichen Urkonflikts schlechthin: der Mensch als zugleich kreativstes und destruktivstes Wesen in der unüberbrückbaren Spannung zwischen gesellschaftlich und moralisch gesetzten  Grenzen und deren permanenter Überschreitung. 

Premiere: 20./21. September 2019

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: »Faust«

Ab dem 20. September im Schauspielhaus

Pressestimmen

Düster poppige Ego-Show (18.09.2019)

Als düster poppige Ego-Show lässt Annette Pullen Goethes Faust, Teil eins, im Schauspielhaus Kiel zur Begeisterung des Premierenpublikums ablaufen. Dicht am Originalton, in einer gelungen auf gute zwei Stunden verdichteten Strichfassung, in der prägende Faust-Wendungen aufs Publikum regnen. [...]

Anne Rohdes Mephisto ist in glänzendem Leder (Kostüme: Barbara Aigner) und einer lasziven Laufstegpräsenz ganz irdisch – eine anarchische Verführerin, kläffender Pudel, Vamp, Punk und Spielmacher zugleich. Alles also, was Faust weder ist noch hat – kein Wunder, dass ihm sein Sermon vom Studium der Philosophie, Juristerei, Medizin und Theologie nur noch zwischen Ermattung und Zynismus von den Lippen fällt.

Imanuel Humm nimmt die Gelehrtenfigur erst mächtig ernst – und befreit ihn dann in der dank des Pakts mit Mephisto verjüngten Version zur ironisch lässigen Pose, dem skrupelfreien Egotripper. Jetzt kann es losgehen in den Rausch.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Geschickt gestrafft (18.09.2019)

Regisseurin Annette Pullen bleibt ganz nah am Original, das gespickt ist mit Sätzen, die in den allgemeinen Sprachschatz übergegangen sind. Dabei merkt man kaum, dass hier ein Stück gegeben wird, das mehr als 200 Jahre auf dem Buckel hat. Hier wird nicht deklamiert, hier wird Goethes Sprache zum Klingen gebracht – mit feinem Gespür für die vielen Zwischentöne, in denen sich allerhand Humor versteckt. Den legt die Regisseurin frei, ohne den Respekt für das große Thema aus den Augen zu verlieren: Begierde – sei es nach Wissen, Macht oder Sinneslust. [...]
Mit nur sechs Personen erzählt ihre vom Premierenpublikum stürmisch gefeierte, geschickt gestraffte Inszenierung die ganze fantastische Reise, die Faust an der Seite des Teufels unternimmt – von Auerbachs Keller bis zur Walpurgisnacht. Rasant schnurren die teils absurd überspitzten Szenen vorbei, in wechselnden Rollen mit Sinn für ironische Brechungen besetzt mit Yvonne Ruprecht sowie den neuen Ensemblemitgliedern Tristan Steeg und Tiffany Köberich.
Mephistopheles ist eine Frau, glänzend verkörpert von Anne Rohde. Verführerisch in schwarzem Lackleder, die entblößten Schultern umschmeichelt von einem spitzig-schimmernden Federcape (Kostüme: Barbara Aigner), taucht sie wie ein Popstar aus dem Orchestergraben auf – ein schönes Trugbild der Hölle, das den alten Gelehrten gehörig auf Trab bringt. Mit verschwörerischen Blicken die Komplizenschaft mit dem Publikum suchend, macht dieser Teufel die Figuren zu seinen Marionetten. Lässig-lasziv schlendert er über die kahle Bühne.

 

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Sabine Christiani