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Bühnenbearbeitung: Frank Galati
John Steinbeck

Früchte des Zorns

Spielstätte: Schauspielhaus
Sa23.11.20:00Restkarten
Do28.11.20:00Restkarten
Sa28.12.20:00Karten
Fr03.01.20:00Restkarten
So12.01.16:00Restkarten
Do13.02.20:00Restkarten
So15.03.18:00Restkarten
Fr20.03.20:00Karten

Die USA, irgendwann in den 1930er Jahren. Durch die Dürrekrise und die große Depression sind viele Farmer im Mittleren Westen verarmt. So auch die Familie Joad. Mit ihrem letzten Geld kaufen sie sich einen alten Lastwagen und machen sich auf den Weg von Oklahoma nach Kalifornien, einmal quer durch die Vereinigten Staaten, immer die Route 66 entlang. In Kalifornien, so hat ein Handzettel versprochen, gibt es Arbeit, und wo es Arbeit gibt, gibt es eine Zukunft.  Doch der entbehrungsreiche Track stellt die Gemeinschaft vor immer härtere Proben. Einzig die Mutter und der älteste Sohn, der gerade erst aus dem Gefängnis entlassene Tom, versuchen das Auseinanderbrechen der Familie zu verhindern. Am Ende ihrer Flucht erwartet die Joads jedoch nicht das gelobte Land, sondern Flüchtlingslager und Fremdenhass, Ausbeutung, Hunger und Erniedrigung. Dennoch kämpfen sie weiter, für ihre Rechte und ihre Würde. 

Mit »Früchte des Zorns« kommt ein Schlüsselwerk der US-Literatur auf die Bühne, das heute vielleicht aktueller denn je erscheint. Nobelpreisträger John Steinbeck begleitete für seinen Roman selbst einen Flüchtlingstreck auf ihrem Weg nach Westen. Seine Beschreibungen sind ebenso authentisch wie intensiv, ebenso schonungslos wie von großer Stärke und Hoffnung getragen.
 

Premiere  5./6. Oktober 2019  

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: »Früchte des Zorns«

Ab dem 5. Oktober im Schauspielhaus

Pressestimmen

Großformatige Bilder (26.09.2019)

Sie tauchen auf in einer Welt, die längst schon Staub geworden ist, rot aufwirbelnde Weite, in der ein paar gigantische Traktorreifen von vergangenem Leben und Großkapitalismus künden. Die Leerstelle, die Tom Joad hier antrifft und in die seine Familie einer nach dem anderen hineinstolpert, ist übergroß greifbar. „Staub. Staub. Staub“, klingt ihre Beschwörungsformel; und dazu rücken sie vor wie eine Vorhut der Vertriebenen und Verzweifelten. Ein starker Einstieg in John Steinbecks Früchte des Zorns im Schauspielhaus Kiel. Regisseur Malte Kreutzfeldt, der wie meist auch sein eigener Bühnenbildner ist, setzt die Schauspieler im leeren Raum des Theaters aus wie Siedler, die sich aus dem Vorgefundenen eine Welt bauen. Und wie Theatersucher. Per Hubpodest, Reifen und Lautmalerei entsteht der altersschwache Lastwagen, mit dem die Joads aufbrechen gen Westen. Startpunkt einer Odyssee und einer Menschheitspassion, die Kreutzfeldt in großformatigen Bildern entrollt. [...]

Manchmal bremsen auch die zwischengeschalteten Songs von Bob Dylan, Bruce Springsteen, Ben Sidran – die man gleichwohl keinesfalls missen möchte. Denn die formidable Schauspieler-Band (Marko Gebbert, Zacharias Preen, Christian Kämpfer, Dominik Tippelt), einstudiert von Ture Rückwardt, hat ihn drauf, den Americana-Wüstensound zwischen Traditional und Bluesrock.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Erschreckend aktuell (26.09.2019)

Wie glühende Sonnen brennen im Hintergrund der vom Regisseur mit wenigen Requisiten abstrakt eingerichteten Bühne unzählige Lampen, der Boden ist mit rotem Sand bedeckt. Buchstäblich am Boden kauernd lassen sich die Joads im ersten Bild diesen Staub durch die Finger rieseln, dazu erklingt atmosphärisch effektvoll der melancholische Sound einer Slide-Guitar.

Musik spielt eine große Rolle in dem dreistündigen Spektakel, live gesungen und gespielt von einer Band aus vier Schauspielern (Musikalische Einstudierung: Ture Rückwardt). Songs wie Bob Dylans „Maggies Farm“ sind dabei, natürlich auch Bruce Springsteens „The Ghost of Tom Joad“, letzterer brillant interpretiert von Christian Kämpfer, der den Gesang des im Original eingespielten Songs behutsam übernimmt.

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Sabine Christiani