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Henrik Ibsen

Rosmersholm

ca. 2 Stunden 30 Minuten (inkl. Pause)

Rebekka West, eine junge Frau Mitte zwanzig, kommt auf das Gut Rosmersholm, um Beata, die Frau des Gutsherren Johannes Rosmer zu pflegen. Als Beata, die keine Kinder bekommen kann, sich im Mühlbach ertrankt, bleibt Rebekka auf Rosmersholm. Zwischen ihr und Rosmer entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Sie teilen gemeinsame Weltanschauungen und durch Rebekkas Zuspruch schöpft der Gutsherr wieder neuen Lebensmut und fasst den Plan, für seine neu gewonnenen politisch linksliberalen Positionen öffentlich einzustehen. Doch als sein Freund, der konservative Doktor Kroll, das mitbekommt, droht er Rosmer mit einer öffentlichen Schlammschlacht. Als ein alter Brief der verstorbenen Beata auftaucht, ändert sich alles. Rosmersholm wird mehr und mehr von den Geistern der Vergangenheit Heimgesucht und eine alte Schuld kommt ans Licht.
Die Stücke von Henrik Ibsen, nichts weniger als der größte Autor Norwegens, sind meisterhafte Kammerspiele, die mit großer psychologischer Finesse die Lebenslügen ihrer Figuren an die Oberfläche bringen und vor allem immer wieder große Frauenfiguren ins Zentrum stellen: So ist auch Rebekka West eine vielschichtig schillernde Figur zwischen Zuneigung und Intrige, Freiheitsdrang und Besitzgier.

Premiere  15./16. November 2019  

Weitere Spieltermine folgen und werden im jeweiligen Monatsspielplan veröffentlicht.

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: »Rosmersholm«

ab dem 15. November 2019 im Schauspielhaus

Pressestimmen

Lebhaftes Schillern der Figuren (14.11.2019)

Agnes Richter und Marko Gebbert machen das Schwebend-Unausgesprochene zwischen den beiden spürbar, als still gewachsene Zugewandtheit und Übereinstimmung. Und sie agieren mit einer Vorsicht, die auch die Unsicherheit der Beziehung hervorkehrt. [...]
Lebhaft schillern die Figuren, allesamt verstrickt in ihre unklaren Identitäten. Daniel Karasek lässt der fernen Nähe der Protagonisten Raum und das Stück dabei so locker durchschnurren und sich aufschaukeln wie sonst nur die fantastischen Gesellschaftsstücke von Yasmina Reza. So sieht man in der Gemengelage aus Schuldgefühlen und gesellschaftlichem Druck zwei Menschen verglühen. Und wenn es denn an etwas fehlt, dann an ein paar Brüchen auf dem Schicksalsweg von Rosmer und Rebekka. Den Rest besorgt Ibsen.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Sensibel gelesen (14.11.2019)

Und er entdeckt: den Konflikt zwischen Konservatismus und Liberalismus. Rebekka hat nämlich in Rosmers Kopf Ideen von Selbstbestimmung und Emanzipation gepflanzt, worauf der ehemalige Pastor sich erstens von seinem Glauben entfremdet und dann von Freund Kroll. Da funktioniert die Aktualisierung tatsächlich – man kann sich Kroll als AfD-Funktionär vorstellen, der hofft, den alten Freund aus Junge-Union-Tagen auf seine Seite zu ziehen und entsetzt feststellt, dass der durch den Einfluss seiner neuen Freundin schwarz-grüne Sympathien entwickelt. [...]
Das kluge, sensible Lesen von "Rosmersholm", das Karasek hier praktiziert, ist inhaltlich tatsächlich ein Gewinn.

nachtkritik.de - Falk Schreiber