Navigation und Service

Inhalte ausblenden Inhalte dimmen
Wajdi Mouawad

Vögel

Wahida ist Amerikanerin und arbeitet in New York an ihrer Doktorarbeit. Eitan ist Deutscher und interessiert sich als Biogenetiker für Forschung zu DNA und Erbgut. Im Lesesaal einer großen Universitätsbibliothek verlieben sie sich. Als die beiden sich auf eine gemeinsame Reise nach Israel und Jordanien begeben, holt sie die Wirklichkeit ein: Die muslimische Wahida und der jüdische Eitan sind plötzlich mittendrin im Nah-Ost-Konflikt. Als Eitan sich nach einem Anschlag bewusstlos im Krankenhaus in Jerusalem befindet und seine Eltern mit dem Großvater aus Berlin angereist kommen, stößt Wahida auf deren Ablehnung. Doch als Eitans Vater zum ersten Mal seit Jahrzehnten seine israelische Mutter wiedertrifft, bringt ein gut gehütetes Geheimnis alles bis dahin Geltende ins Wanken.

Der gebürtige Libanese Wajdi Mouawad ist Autor, Schauspieler und Regisseur. Mit acht Jahren mussten er und seine Familie ihr Heimatland verlassen. Danach lebte Mouawad in Frankreich und Kanada. In seinem neuen  Stück »Vögel« lässt er mit großer sprachlicher Wucht und Poesie Generationenkonflikte, Familiengeheimnisse, Fragen der religiösen Identität und moderne Migrationsgeschichten auf die realpolitischen Zustände des israelisch-arabischen Konflikts treffen.

Premiere  17./18. Januar 2020  

Weitere Spieltermine folgen und werden im jeweiligen Monatsspielplan veröffentlicht.

Audio

Werkeinführung in 2 Minuten: »Vögel«

ab dem 17. Januar 2020 im Schauspielhaus

Pressestimmen

Bewegte Collage (20.01.2020)

Dazwischen sind Rudi Hindenburg und Jennifer Böhm ein hingebungsvolles Liebespaar – nicht ohne Gespür für das Fragile der Beziehung und die wachsende Zerrissenheit. Er scheu entschlossen, sie mit gelenkiger Lebenslust. Sie sind das Gegenbild, das demonstriert, wie einfach es sein könnte. Und wie schwer es ist, die Herkunft zu überwinden. [...] So verwischen die Klarheiten, entsteht eine bewegte Collage mit Leerstellen, in der die Erinnerungen aus den Tiefen des Bühnenbildes aufpoppen und die Zeiten einander durchkreuzen. Ein unauflösliches Amalgam von Gegenwart und Vergangenheit, das Wallner mit Gefühl für Psychologien und wechselnde Dynamiken inszeniert hat. Da fliegen die Sätze, hauen sich die Figuren ihre schnöden bis brutalen Wahrheiten um die Ohren. Tatsächlich hat das manchmal etwas von Woody Allens gnadenlosen Selbstentblößern.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Kurze Szenen – dramatisches Ganzes (20.01.2020)

Drei Paare stehen in dem komplexen Drama auf der Bühne, ein jedes belastet durch politisch-religiöse Konflikte. In der Rückschau erzählt, müssen die verschiedenen Zeitebenen der Geschichte bedient werden – ein Puzzle aus kurzen Szenen, die sich als Momentaufnahmen zu einem dramatischen Ganzen zusammensetzen. [...] Immer wieder verwandeln Projektionen diese Spielfläche in einen magischen Raum, der plötzlich nur noch aus Himmel und Wolken, aus heißem Wüstensand oder fremden Schriftzeichen zu bestehen scheint. In diesem eindrucksvollen Ambiente, das dank einer kunstvollen Lichtregie (Joachim Mohr) auf Requisiten verzichten kann, überzeugen Rudi Hindenburg und Jennifer Böhm als junges Paar, das den durch ihre Liebe heraufbeschworenen Konflikt nicht akzeptieren will.

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Sabine Christiani

Kein Betroffenheitsdrama (20.01.2020)

Till Kuhnerts Schauplatz für Michael Wallners Inszenierung von Majdi Mouawads Erfolgsstück „Vögel“, das in dieser Saison allein an sechzehn deutschen Bühnen gespielt wird, setzt ein sinnfälliges Zeichen: Die Akteure werden aus der Balance geraten, sie werden straucheln und stürzen, körperlich wie seelisch. [...] Wajdi Mouawad, im Libanon geboren, in Kanada aufgewachsen und in Frankreich lebend, hat mit seinem Erfolgsstück „Vögel“ ein Bühnenwerk geschaffen, das anfängliche Befürchtungen, hier könnte man mit wohlfeiler Betroffenheitsdramatik konfrontiert werden, schnell vergessen lässt. Die auf den Kopf gestellte Romeo-und-Julia-Konstellation weitet sich schnell zu einer Parabel über die Last der Vergangenheit im Zusammenspiel  mit der Suche nach dem individuellen Glück aus.

Hansen & Munk - Hannes Hansen