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Marguerite Donlon

Heroes-K

Musik von Philip Glass und David Bowie, ca. 1 h 40 min., eine Pause

Mal selbstironisch, mal witzig, mal bizarr. So beschreibt die irische Choreografin Marguerite Donlon ihre Stücke. Mit Leichtigkeit verbindet Donlon in ihren Choreografien klassisches Handwerk mit zeitgenössischer Power. Diesen Spagat beherrschte sie schon als Solistin an der Deutschen Oper und übernahm ihn für sich als Choreografin. In ihren Kreationen zelebriert Marguerite Donlon die Tänzer und ihre persönlichen Stärken. Sie macht sie zu Helden des Alltags. Als Choreografin arbeitete Donlon mit Ballettcompagnien rund um den Erdball: Sie schuf Werke für das Wiener Staatsballett, das Nederlands Dans Theater II, das Stuttgarter Ballett, die Hubbard Street Dance Company Chicago und zuletzt als Direktorin für das Saarbrückener Ballettensemble.

Für Kiel erarbeitete Marguerite Donlon in der Spielzeit 2014/15 Neufassungen von zwei ihrer bestehenden Stücke. Body, eine künstlerische Weiterentwicklung vom Soma aus dem Jahr 2011, thematisiert die Sehnsucht des Menschen nach der Unendlichkeit. Wie können wir einen schönen Moment festhalten? Wie schaffen wir etwas, das bleibt? Marguerite Donlon hat dafür Philip Glass‘ Violinkonzert ausgewählt, das durch seine Struktur dieses Gefühl des Stillstands der Zeit auch in der Musik erzeugt. Heroes-K wiederum stellt fünf Männer und ihre individuellen Biographien vor. Sie lassen uns teilhaben an witzigen und berührenden Momenten ihres Lebens, die sie zu dem gemacht haben, was sie sind. Wie oft verlieren wir den Mut, weil wir nicht wissen, wie es weitergehen soll. Heroes-K zeigt uns, dass es sich lohnt, an seinen Träumen festzuhalten, auch wenn der Weg mitunter steinig ist.


Wiederaufnahme am 03. Februar 2016

Audio

Heroes-K - Ballett von Marguerite Donlon

ab dem 03. Februar zurück im Opernhaus Kiel

Pressestimmen

Übungen in Schwerelosigkeit (30.03.2015)

Am Schluss will der Applaus im Opernhaus kein Ende nehmen. Und das ist kein Wunder nach dem lebendigen, energetischen Ballettabend von Gast-Choreografin Marguerite Donlon, mit dem sich Yaroslav Ivanenkos Kieler Ballett nebenbei auch eine neue Seite erobert. … Losgelöst von Zeit und Raum schichten sich Bewegungen und Figuren parallel zur Struktur der Minimal Music, zu langgezogenen Streicherbögen, Klavierläufen und fanfarenhaften Höhenflügen. … So entsteht ein dynamisch-organisches Geflecht aus Schwerelosigkeit und Bodenhaftung zugleich. Schwebend licht und kosmisch aufgeladen. Nach der Pause entern ein paar Jungs den Raum… Heroes-K heißt das Stück, in dem Marguerite Donlon fünf Tänzer auf Identitätssuche schickt…. Tanz und Sprache verfließen hier ebenso gleichwertig, wie sich die jeweiligen Soli anstecken, durchkreuzen, fortsetzen. Marguerite Donlon vernetzt die individuellen Episoden zu Begegnungen und Gruppen, balanciert den Tanz gekonnt zwischen Witz und Ernst, Improvisation und einer spielerisch raumgreifenden Bewegungssprache. … Ein mutiger, lebensvoller Abend. Und was das Kieler Ballett hier zeigt, ist so aufregend anders, wie es sich in Ivanenkos ähnlich dynamischen, aber klassisch geprägten Duktus fügt.

Kieler Nachrichten - Ruth Bender

Beifallssturm für „Helden des Alltags“ (31.03.2015)

Heroes-K … ein magischer Abend, aus dem der Zuschauer verwandelt geht. Man lacht, träumt, grübelt, genießt das Urkomische verzwickter Geschichten, kostet getanzte Philosophie, fällt in die Musik von Philip Glass und David Bowie und ist geneigt, das Gezeigte selbst „vollkommen“ zu nennen. … Es beginnt existenziell. Body heißt das Stück, mit dem elf Tänzerinnen und Tänzer in den Abend starten. … „Tanzen“ ist ein eher schwacher Ausdruck für das, was das Ballett auf die Bühne bringt. Dichtung ohne Worte ist da zu sehen, Zaubereien begnadeter Künstler, die das fragile Konstrukt namens Zeit in Bewegung fassen. … Um Schlüsselerlebnisse von fünf Persönlichkeiten geht es bei Heroes-K und die Choreografin zelebriert hier, wofür sie seit Jahren gefeiert wird: Grenzüberschreitungen. Die Tänzer … erzählen, tanzen, singen, spielen, trommeln ganz persönliche Geschichten. … Eine berührende Komik fernab lauten Klamauks und billiger Witze springt da über die Rampe. Das Premierenpublikum ist längst gepackt von dem, was menschliche Körper vermögen, in denen Esprit zu Hause ist. Die Helden ernten laute Lacher, etliche Seufzer und werden mit ihrer Choreografin schließlich mit lauter Begeisterung gefeiert. Mehr davon!

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung - Katrin Lubowski