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Herman Løvenskiold

La Sylphide

Ballett von August Bournonville
Spielstätte: Opernhaus
Do 23.11. 19:30 Besetzung Karten
Fr 08.12. 19:30 Karten
Mi 03.01. 19:30 Karten
Sa 06.01. 19:30 Karten
Di 09.01. 19:30 Karten
Sa 20.01. 19:30 Karten
So 28.01. 18:30 Karten
Do 01.02. 19:30 Karten
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Eine in jeder Hinsicht besondere Premiere erwartet das Publikum im November 2017: Der Prototyp des romantischen Balletts, La Sylphide, kommt nach Kiel. Peter Bo Bendixen, Ballettdirektor am Tivoli Balletttheater, erarbeitet mit dem Kieler Ballett die klassische Choreografie von August Bournonville, die bis heute vom Königlich Dänischen Ballett Kopenhagen getanzt wird.

Ein Bauernhaus in Schottland. James ist in seinem Lehnstuhl eingeschlafen. Die Sylphide, ein Luftgeist, beobachtet den jungen Mann. Er erwacht und ist sogleich fasziniert von dem engelsgleichen Wesen. Doch als James die Sylphide zu fassen versucht, entschlüpft sie durch den Kamin. Auf der Suche nach ihr besinnt er sich: Am heutigen Tag soll die Hochzeit mit seiner Cousine Effy stattfinden. Aber der Gedanke an die Sylphide lässt James nicht mehr los. Als der Geist nur für ihn sichtbar auf dem Hochzeitsfest erscheint, ist es um ihn geschehen. Er eilt ihr nach und findet sich in einem zauberhaften Wald wieder. Sein Wunsch, die Sylphide für sich zu gewinnen, wird immer stärker. Kann ihm die geheimnisvolle Madge dabei helfen?

August Bournonville schuf seine Choreografie zu Sylfiden 1836 auf Musik von Herman Løvenskiold. Ausgangspunkt war das Ballett La Sylphide von Filipe Taglioni, der das Stück vier Jahre zuvor für seine Tochter kreiert hatte. Marie Taglioni wurde als Sylphide mit ihrem schwerelos wirkenden Spitzentanz zum Ideal der romantischen Ballerina. Das Werk begründete die Tradition des »ballet blanc«: des »weißen Akts«, der an verwunschenen Schauplätzen wie einer Waldlichtung, einem See oder einer Ruine im Mondlicht spielt und der den Zuschauer in eine romantisch-phantastische Welt entführt.


Premiere am 04.11.2017

Pressestimmen

»La Sylphide« begeistert aufgenommen (05.11.2017)

Eine bittersüße Liebesgeschichte, verpackt in ein Fest aus Farben, Tüll und Tutus: Freunde des klassischen Balletts kamen am Sonnabend bei der Premiere von La Sylphide im Kieler Opernhaus voll auf ihre Kosten. Einstudiert hatte den Klassiker der dänische Gastchoreograf Peter Bo Bendixen.

Mit begeistertem Applaus bedankte sich das Publikum bei den Tänzern und dem Gastchoreografen Peter Bo Bendixen, der die seit 1836 überlieferte Choreografie seines dänischen Landsmannes August Bournonville mit den Kieler Ensemble einstudiert hat.

Zwischen bodenständigem Naturalismus und schaurig-schöner Fantasiewelt oszilliert die Geschichte um die tragische Liebe eines Menschen zu einem zarten Feenwesen – ein Stoff, der zum Träumen und wohligen Seufzen einlädt. Ausstatter Heiko Mönnich hat sich nicht lumpen lassen und, inspiriert von der klassischen Theater- und Illusionsmalerei des 19. Jahrhunderts, Bühnenbilder geschaffen, die reichlich Raum für beide Welten lassen. Ein schottisches Cottage mit robusten Mauern und flackerndem Kaminfeuer im ersten Bild wechselt nach der Pause mit einem verwunschenen Zauberwald. Hier treiben zwischen grünlich wabernden Trockennebelschwaden die Hexen ihr Unwesen, während im zarten Morgenlicht die Feen tanzen. Die kräftigen Farben in den Kostümen der Hochzeitsgesellschaft, die, angeführt von Gurn (Jeremy Curnier) und Effy (Jemina Curnier), in temperamentvoll dargebotenen Charaktertänzen die bevorstehende Eheschließung von James feiern, bilden einen herrlichen Kontrast zu den ätherisch-zarten Tutus der Sylphen. In schönster Tradition des »ballet blanc« formieren sich die geflügelten Wesen im zweiten Akt zu einer weißen Wolke, die in zierlichem Spitzentanz über die Bühne schwebt. Im Reigen der Feen sind weniger hohe Sprünge und akrobatische Pirouetten gefragt als Anmut und Grazie – in Perfektion präsentiert von Emma Lucibello in der Titelrolle. Mit gewaltiger Sprungkraft glänzt ein höchst präsenter Alexey Irmatov als James. So innig-dezent die Hände des rettungslos Verliebten in der Begegnung mit der Sylphide immer wieder in Richtung seines Herzens wandern, so komödiantisch seine vergeblichen Versuche, die körperlose Fee zu erhaschen, so kraft- und temperamentvoll zeigt er sich als Kerl im Kontext menschlicher Gesellschaft.

Kieler Nachrichten - Sabine Tholund