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Geschichte des Ballett Kiel

Tanz hat in Kiel lange Tradition. Über mehr als 25 Jahre prägte Heinz Weitz als Ballettdirektor den Tanz in der Landeshauptstadt. Nach dieser langen Ära des klassischen Balletts fand in den Jahren nach 1994 einen stilistischer Wandel statt. Nun sollten zeitgenössischer Tanz und Tanztheater in den Vordergrund treten. In dieser Zeit wirkten Choreografen wie Martin Stiefermann (Ballettdirektor in Kiel 1995-97), Stephan Thoss (1998-2001) und Mario Schröder (2001-2010) in Kiel.

Mit dem Fortgang von Mario Schröder nach Leipzig bricht in Kiel eine neue Phase des Tanzes an, die geprägt ist von stilistischer Vielfalt und hoher künstlerischer Qualität. Im Frühjahr 2011 übernehmen Yaroslav Ivanenko und seine Partnerin Heather Jurgensen die Leitung des Balletts in Kiel. Ivanenko, selbst über viele Jahre Tänzer beim Hamburg Ballett unter John Neumeier, leitet seitdem die junge 19-köpfige Company als Ballettdirektor und Chefchoreograf. Heather Jurgensen, bis 2008 Primaballerina bei John Neumeier, begleitet das Ensemble als Ballettmeisterin und stellvertretende Direktorin.

Bereits Ivanenkos erste Kreationen, Tschaikowskis Nussknacker und die zauberhafte Ballettgeschichte um die Drei Schwestern nach Anton Tschechow wurden begeistert vom Publikum aufgenommen. In den folgenden Jahren sorgte die Company mit Cross-Over-Projekten wie dem Verdi-Requiem (in Zusammenarbeit mit der Oper Kiel und dem Videokünstler Dmitrij Simkin) oder der spektakulären Neuinterpretation von Goethes Faust für Aufsehen. Mit Faust zeigte die Company einmal mehr, dass sie nicht nur im Tanz zu Hause ist, sondern auch über andere künstlerische Talente verfügt. Die Vielseitigkeit des Ensembles und die Kreativität von Yaroslav Ivanenko machten Projekte wie Der Fall M.M. (zusammen mit dem Schauspiel Kiel), Mythos Kafka oder Heroes-K erst möglich. Inzwischen wurden auch andere Choreografen auf das Ensemble aufmerksam. In den vergangenen Jahren arbeitete das Ballett Kiel u.a. mit Lucinda Childs, Marguerite Donlon, Natalia Horecna, Georg Reischl, Darrel Toulon, Orkan Dann und Vivienne Hötger zusammen. 2016/17 wird das Ensemble zum ersten Mal eine Choreografie mit Can Arslan erarbeiten.

Auch die Liebhaber von klassischem Ballett und Spitzentanz kommen beim Ballett Kiel unter Yaroslav Ivanenko auf ihre Kosten. Mit seinen erfrischenden Neuinterpretationen großer klassischer Ballette wie Tschaikowskis Schwanensee oder Prokofjews Romeo und Julia erntete Ivanenko bei den Kritikern viel Lob und beim Publikum reichen Applaus. Sie sind ein Musterbeispiel für Ivanenkos Bewegungssprache, die feinsinnig-verspielte mit dynamisch-akrobatischen Elementen vereint. In seiner 5. Spielzeit 2015/16 schloss Ivanenko mit Dornröschen den „Tschaikowski-Zyklus“ ab. Ein Jahr später richtet sich der Blick des Kieler Ballettdirektors erstmals nach Frankreich. Am 5. November 2016 feiert Léo Delibes Coppélia Premiere.

Ballettpremieren seit der Spielzeit 2011/12

08.10.2011                   Der Nussknacker

Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Musik: Peter I. Tschaikowski | Bühne: Oliver Helf | Kostüme: Anna Ipatieva | Musikalische Leitung: Georg Fritzsch

31.03.2012                   Drei Schwestern

Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Musik: Franz Schubert | Bühne: Oliver Helf | Kostüme: Elisabeth Richter

28.04.2012                   Der Fall M.M. (Premiere im Schauspielhaus Kiel)

Regie: Jana Pulkrabek | Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Ausstattung: Elisabeth Richter

15.12.2012                   Verdi-Requiem

Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Musik: Giuseppe Verdi | Bühne: Norbert Ziermann | Kostüme: Elisabeth Richter | Musikalische Leitung: Georg Fritzsch

23.03.2013                   Vor der Tür/Auf dem Wasser zu tanzen

Choreografie: Natalia Horecna, Yaroslav Ivanenko | Musik: Henri Gorecki, Clint Mansell, Dmitri Schostakowitsch u.a. | Ausstattung: Natalia Horecna, Elisabeth Richter

24.05.2013                   Junge Choreografen (Premiere im Theater im Werftpark)

Choreografie: Victoria Lane Green, Sonia Dvorak, Alexander Abdukarimov, Nikolaos Doede, Preslav Mantchev, Aubert Vanderlinden, Edward James Gottschall

12.10.2013                  Schwanensee

Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Musik: Peter I. Tschaikowski | Ausstattung: Heiko Mönnich | Musikalische Leitung: Georg Fritzsch

05.04.2014                   Faust

Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Musik: Alfred Schnittke, Samuel Barber, Ludovico Einaudi u.a. |  Ausstattung: Elisabeth Richter

14.05.2014                   Wenn die Maske fällt. (Premiere in der Neuen Salzhalle)

Musik: W.A. Mozart, Antonio Vivaldi, Arvo Pärt u.a. | Choreografie: Alexander Abdukarimov, Georg Reischl

06.06.2014                   Junge Choreografen (Premiere im Theater im Werftpark)

Choreografie: Anna Romanova, Anastasia Breit, Victoria Lane Green, Edward James Gottschall, Nikolaos Doede, Sonia Dvorak

13.12.2014                   Romeo und Julia

Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Musik: Sergej Prokofjew| Ausstattung: Heiko Mönnich | Musikalische Leitung: Leo Siberski

28.03.2015                   Heroes-K

Choreografie: Marguerite Donlon | Musik: Philip Glass, David Bowie | Bühne: Cecile Bouchier | Kostüme: Marguerite Donlon, Benjamin Tyrrel

29.05.2015                   Junge Choreografen (Premiere in der Neuen Salzhalle)

Choreografie: Nikolaos Doede, Victoria Lane Green, Yuka Higuchi, Margot de Andrade, Anna Romanova, Edward James Gottschall

07.06.2015                   Mythos Kafka. Welten eines Visionärs (Premiere am Altonaer Theater Hamburg)

Regie: Jana Pulkrabek | Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Ausstattung: Elisabeth Richter

05.10.2015                   Dornröschen

Choreografie: Yaroslav Ivanenko | Musik: Peter I. Tschaikowski | Bühne: Lars Peter | Kostüme: Heiko Mönnich

02.03.2016                   파란집Das Blaue Haus / On Spec

Choreografie Das Blaue Haus: Orkan Dann | Choreografie On Spec: Vivienne Hötger | Musik: Peteris Vasks, Michael Gordon, David Lang u.a. | Bühne Das Blaue Haus: Orkan Dann | Kostüme Das Blaue Haus: Isabell Post | Ausstattung On Spec: Vivienne Hötger

09.04.2016                   When she went away / Blame it on the Moondog

Choreografie When she went away: Yaroslav Ivanenko | Choreografie Blamt it on the Moondog: Darrel Toulon | Ausstattung When she went away: Yaroslav Ivanenko | Ausstattung Blame it on the Moondog: Jürgen Kirner

03.06.2016                   Junge Choreografen (Premiere im Schauspielhaus)

Choreografie: Edward James Gottschall, Shori Yamamoto, Anastassiya Jastrebova, Yuka Higuchi, Balkiya Zhanburchinova, Martin Anderson