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Jugend

Das Produkt

Ein Monolog von Mark Ravenhill, ca. 55 Minuten, keine Pause

James ist Filmproduzent und er weiß, dass er nur eine Chance hat, die berühmte Schauspielerin Olivia davon zu überzeugen in seinem Film mitzuspielen. James ist sicher: Es wird gigantisch. Szene für Szene breitet er seinen Film vor Olivia aus, ein Actionspektakel, eine große
Liebesgeschichte, eine Tragödie am Puls der Zeit ... James ist absolut überzeugt von seiner Idee. Doch in Wahrheit ist sein Film ein vollkommen größenwahnsinniges Projekt über die Liebe einer jungen Frau zu einem islamistischen Terroristen, über die Angst vor dem Bösen, die zugleich Faszination ist – weil große Ideen, auch wenn sie monströs sind, eine Verführungskraft haben und uns eine Chance zur Flucht aus dem Alltag bieten. So wie ein richtig guter Film. Mark Ravenhills furioser Monolog ist eine Mediensatire, in der die handwerklichen Mechanismen und die zynische Ideologie der Unterhaltungsindustrie schonungslos entlarvt werden. Je länger James über seinen Film spricht, desto mehr durchschauen wir die Klischees, die schlichte Psychologie unzähliger Hollywoodfilme … Das ist bitterböse,
überaus lustig und es öffnet uns die Augen. Zugleich stellt sich die Frage: Können wir überhaupt mit einer Geschichte dem Grauen des Terrors gerecht werden, seine Ursachen erklären?

Premiere: 24. Oktober 2020

Aufgrund der unsteten Situation durch die Corona-Pandemie veröffentlichen wir die Spieltermine kurzfristig.

 

 

Pressestimmen

Mit Leidenschaft und Aktionismus (26.10.2020)

Burghart lässt seinen James ackern. Im verzweifelten Bemühen, die Diva für seinen Plan zu begeistern, ist ihm keine Anstrengung zu viel. Mit den Armen der Puppen agierend, schlüpft er mal in die eine, mal die andere Figur dieser völlig blödsinnigen Geschichte zwischen Action, Splatter und Liebeskitsch, die so überfrachtet ist – und so typisch für Hollywoods Unterhaltungsindustrie. [...]
Mit Leidenschaft und hektischem Aktionismus taucht James in die Story ein, ohne einen Funken kritischer Distanz verliert er sich rettungslos in deren monströsem Aberwitz. Simon Burghart geht diesen Weg mit, hechtet atemlos durch den pointierten Text und verliert sich trotz komischer Übersteigerung nicht in der Karikatur. [...]
„Kannst du das spielen?“ Flehend stellt er am Ende die anfangs kokett an sein stummes Bildschirm-Gegenüber gerichtet Frage, das wenig Begeisterung für die Story signalisiert. Man kann sich des Mitleids kaum erwehren, als er trotz seines hingebungsvollen Vortrages schließlich abblitzt. Und so kommt die böse Satire auf das schlichte Strickmuster der Hollywoodfilme voller Kitsch und Klischees bei Großgasteiger vor allem als Tragikomödie eines persönlichen Scheiterns daher. Glänzend besetzt, funktioniert auch das.

Kieler Nachrichten - Sabine Tholund