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Michel Marc Bouchard

Gefahrenzone

Übersetzung: Frank Heibert

ca. 70 Minuten (keine Pause)

Victor, Ambroise und Carl sind Brüder und zusammen aufgewachsen. Mitten in der waldreichen Provinz Französisch-Kanadas. Jetzt sind sie erwachsen und haben sich seit der Beerdigung ihrer Mutter nicht mehr gesehen. Das ist mittlerweile Jahre her. Aber nun heiratet Carl und hat die großen Brüder eingeladen. Als die drei aufeinandertreffen, scheinen die Gräben zwischen ihnen unüberwindlich. Anstatt alter Vertrautheit herrscht nun Argwohn zwischen den Brüdern, ihr Umgang miteinander entpuppt sich als erschreckend hilflos. Worüber reden, wenn man sich eigentlich gar nichts zu sagen hat? Worüber scherzen, wenn man versucht hat, die Familienerinnerungen möglichst tief in seinem Inneren zu vergaben? Am Morgen des Hochzeitstags lädt Victor, der Älteste, die beiden anderen auf eine kleine Spritztour mit dem LKW ein – mitten hinein in die Tiefen des Waldes. Aus Höflichkeit gehen Ambroise und Carl mit – nicht wissend, dass es ihr letzter gemeinsamer Ausflug sein wird und sie mit einem schockierenden Geheimnis konfrontiert werden, das seit Jahrzehnten unausgesprochen zwischen ihnen liegt.

Michel Marc Bouchard ist einer der erfolgreichsten zeitgenössischen Theaterautoren Kanadas, von dem im Studio bereits »Tom auf dem Lande« zu sehen war. Seine Stücke sind psychologisch fein konstruierte Puzzles, die nach und nach erst ihre Geheimnisse offenbaren. Spannende Wendungen, ein hohes Maß an erzählerischer Genauigkeit und ein tiefer Blick in die Abgründe der eigenen provinziellen Herkunft mit ihren strengen Normen entfachen einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann.

Premiere: 15. Dezember 2022 (Studio) 

Download: Gruppenbuchungsformular

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Werkeinführung in 2 Minuten: Gefahrenzone

Pressestimmen

Trauma unter Seelentrümmern (20.12.2022)

Wie schockgefroren wirkt das Bild. Stehengeblieben im Moment. So atmosphärisch stark wie das Bühnenbild von Ausstatterin Janin Berlin spult sich auch die Inszenierung des Dramas »Gefahrenzone« durch die junge Regisseurin Julia Hasenpusch ab. [...]

Carl, der Heiratskandidat, hat sich in der nahen Provinzstadt als Supermarktmitarbeiter ein strikt ruhiges Leben verordnet. Tristan Steeg spielt ihn als einen unbedingt auf die Einhaltung von Traditionen Bedachten, der glaubt, damit – neuerliches – Unheil von sich fernhalten zu können. Sein Bruder Ambroise wird von Tony Marossek als Zyniker gezeigt. Um seine Homosexualität offen leben zu können, ist er in die Großstadt gegangen. Aber der Hass auf die stockkonservative Provinz, die sein Schwulsein ablehnt, wie die Sehnsucht nach der familiären Nähe sind ihm geblieben. Victor, der älteste, hat als einziger die »grüne Hölle« nie verlassen. Unter der Firnis des prolligen Waldarbeiters lässt Rudi Hindenburg einen unerwartet reflektierten Charakter aufscheinen.

Kieler Nachrichten - Beate Jänicke